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Facebook passt den Newsfeed erneut an: Warum das eher schlechte Nachrichten für Publisher sind

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© Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Erdrutschartig, so könnte man die Verluste für Seitenbetreiber nach dem letzten großen Update am Newsfeed von Facebook bezeichnen. Nun passt das Social Network den Algorithmus erneut an. Es deutet viel daraufhin, dass Beiträge von Publishern künftig noch mehr an Sichtbarkeit verlieren werden.

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So will das Unternehmen auf seiner Plattform Inhalte von Personen künftig noch stärker hervorheben. Ein Aspekt des Updates soll es Nutzern ermöglichen, mehr Inhalte von Freunden zu erhalten, von denen sie womöglich am meisten lesen bzw. sehen möchten. Ein weiteres Update priorisiert Links, die eine Person für besonders sinnvoll halten könnte.

Anpassungen auf Basis von Nutzerumfragen

Die Besonderheit: Beide Updates sind nach eigenen Angaben inspiriert von Feedback, das das Unternehmen im Rahmen von Nutzerumfragen gesammelt hat. Bislang hatte Facebook auf Basis von Auswertungen der Nutzeraktivitäten vorhergesagt, von welchen Freunden ein Nutzer Inhalte auf der Grundlage mehrerer Faktoren sehen möchte.

Diese “Vorhersagen” wurden nun offenbar durch Nutzerbefragungen konkretisiert. So wurden die User unter anderem gebeten, die Freunde aufzulisten, mit denen sie sich am meisten verbunden fühlen. Facebook hat im nächsten Schritt dann Muster identifiziert und damit wiederum seinen Algorithmus “gefüttert”.

Faktoren, die künftig verstärkt darüber bestimmen könnten, welche Beiträge eines Nutzers jemand angezeigt werden, sind unter anderem:

  • Markierungen in den gleichen Fotos
  • Kontinuierliche Reaktion und Kommentierung der gleichen Beiträge
  • Einchecken an den gleichen Orten

So war eine Erkenntnis der Umfrage auch, dass sich der Newsfeed eines Nutzers nicht auf diejenigen User beschränkt, die er als enge Freunde aufführt, obwohl er eher Inhalte dieser Personen bislang häufiger sah. Das soll sich demnach künftig ändern.

Was bedeutet das für Seitenbetreiber?

Ein weiteres Update des Newsfeeds wird Nutzern künftig mehr Links anzeigen, von denen der Algorithmus glaubt, dass sie sie emotional bewegen könnten. Wohlgemerkt: Dieses Update basiert ebenfalls auf Nutzerfeedback. Die User wurden gefragt, welche Beiträge ihre Zeit wert seien.

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Die Antworten aus den Umfragen hat Facebook genutzt, um Muster zu identifizieren, die darauf hindeuten, dass ein Benutzer einen Link bzw. den Inhalt dahinter für sinnvoll hält. Das Social Network kombiniert diese Signale künftig mit Informationen über den Beitrag selbst, wie z.B. die Art des Beitrags, wer ihn veröffentlicht hat sowie das Engagement, das er erhalten hat.

Gegenüber dem SearchEngineJournal erklärt Facebook: “Diese Änderungen sollen nicht mehr oder weniger von Seiten oder Freunde auftauchen lassen im Newsfeed. Vielmehr werden die Seitenlinks, die den Menschen zugänglich gemacht werden, diejenigen sein, die sie für wertvoll halten”.

So lobenswert dieser Anspruch ist, so nichtssagend ist das Statement für Seitenbetreiber. Doch es ist nur logisch, dass eine Priorisierung persönlicher Beiträge, wie auch nach den letzten drastischen Anpassungen, zu einer Depriorisierung von Seitenbeiträgen führen wird.

Gruppen werden immer wichtiger

Dazu passt auch die Ankündigung von CEO Mark Zuckerberg, wonach das Social Network die Kommunikation zunehmend privatisieren will.

In Zukunft werden die Gruppen laut Facebook in allen Teilen des Netzwerkes vertreten sein – und sogar in der Verkaufplattform Marketplace und dem Video-Teil Facebook Watch beworben. Nutzern wird es einfacher gemacht, neue Communities anhand ihrer Interessen zu finden. Und sie können auch direkt von der Startseite aus Inhalte in die Gruppen posten.

Für Publisher bedeutet das ein Umdenken: Interaktionen können sie zukünftig immer weniger über Seiten, sondern vor allem dadurch gewinnen, dass sie in themenspezifischen Gruppen Communities aufbauen. Einige deutsche Publisher können dabei bereits erste Erfolge verbuchen.

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