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Nach Christchurch-Attentat: Facebook verschärft Regeln fürs Live-Streaming

Facebook ist das größte soziale Netzwerk der Welt
Facebook ist das größte soziale Netzwerk der Welt

Facebook limitiert seine Live-Streaming-Funktion. In Zukunft können nur noch Nutzer des Netzwerkes einen Live-Stream starten, die sich an die Community-Standards halten. Dies gab Facebook in einem Blogpost bekannt. Mit der Einschränkung reagiert das Netzwerk auf den im Netz live übertragenen Terroranschlag von Christchurch.

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Wer in dem Netzwerk gegen bestimmte Facebook-Regeln verstößt, wird in Zukunft zeitweise von Live-Streams ausgeschlossen. Beispielsweise könne ein Nutzer 30 Tage lang die Funktion nicht mehr nutzen, wenn er etwa auf eine Mitteilung einer Terrorgruppe verlinkt, ohne diese einzuordnen, so Facebook. In Zukunft sollen diese Nutzer dann auch von weiteren Funktionen ausgesperrt werden: etwa dem Erstellen von Werbung. Bislang nahm Facebook verletzende Posts lediglich offline und sperrte den Nutzer erst nach mehrmaligen Verstößen.

Facebook reagiert mit der Maßnahme auf den Terroranschlag vor zwei Monaten in Christchurch. Der Täter hatte seine Tat live auf Facebook streamen können, was dem Netzwerk Kritik einbrachte. Fast 200 Mal sei der Stream angesehen worden und insgesamt rund 4000 Mal, bevor Facebook das Video entfernte. Insgesamt 17 Minuten lang konnte der Schütze den Anschlag streamen.

Algorithmen verbessern
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Über die Einschränkung hinaus will Facebook in einem 7,5 Millionen Dollar Forschungsprojekt die Bilderkennung in Videos verbessern. Wissenschaftler sollen dabei helfen, die Algorithmen des Netzwerkes auf bestimmte Bilder zu schulen. Beim Christchurch-Attentat hatten sie zum Teil Probleme, neu hochgeladene Kopien des Videos zu entdecken. Innerhalb der ersten 24 Stunden seien 1,5 Millionen Versionen des Videos hochgeladen worden, wobei der Algorithmus jedoch nur 1,2 Millionen schon im Upload erkannte. Nutzer haben die Videos absichtlich manipuliert, um den Algorithmus auszutricksen.

Die verschärften Regeln kommen kurz vor einem Treffen hochrangiger Politiker in Paris, das sich genau diesem Thema widmen wird. Auf dem “Christchurch-Gipfel” wollen Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron zusammen mit weiteren Regierungschefs Regeln diskutieren, um Live-Übertragungen von Terrorangriffen zu unterbinden.

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