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“Allebekloppt. #EdekaBoykott”: Supermarktkette wird für angeblich sexistischen Werbespot zum Muttertag kritisiert

Der umstrittene Muttertags-Spot von Edeka
Der umstrittene Muttertags-Spot von Edeka © Screenshot: Youtube/Edeka

Der nächste Shitstorm gegen einen Werbespot: Dieses Mal trifft es Edeka. Die Supermarktkette hatte vorigen Sonntag einen Spot zum Muttertag veröffentlicht, der mit dem Satz endet "Danke Mama, dass du nicht Papa bist". Zuvor wurden Väter im unglücklichen Umgang mit ihren Kindern gezeigt. In den sozialen Netzwerken wird das Unternehmen dafür kritisiert, manche fordern gar einen Boykott.

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Der Branchendienst Horizont hat es am Montag bereits prophezeit, als sie ihren Artikel mit der Überschrift “Ist Edekas Muttertagsvideo der nächste Shitstorm-Kandidat? versahen.

Anlässlich des Muttertags am 12. Mai singt das von Jung von Matt/Next Alster entworfene Video ein Loblied auf die Rolle der Mutter im Leben der Kinder. Allerdings kommen die Väter in dem Spot nicht sonderlich gut weg. Einer wirft seiner Tochter einen Basketball ins Gesicht, ein anderer ist offenbar völlig überfordert, sein Kind zu füttern. Am Ende der 80 Sekunden heißt es dann: “Danke Mama, dass du nicht Papa bist.”

Innerhalb weniger Stunden hatte der Clip auf YouTube sechsstellige Klickzahlen, mittlerweile sind es über 1,1 Millionen Aufrufe. Kritik hat es am Spot danach reichlich gegeben.

Die bayerische Familienministerin Kerstin Schreyer (CSU) sprach am Mittwoch von einem “Anti-Väter-Spot”. Sie betonte, dass es Unsinn sei, Mütter und Väter gegeneinander auszuspielen, wie das im Werbespot passiere. “Eltern zu sein, ist kein Wettbewerb um die Zuneigung der Kinder. Väter sind nicht die schlechteren Elternteile.” Der Kern der Kritik zielt darauf, dass Mütter auch anders als von Edeka und der Werbeagentur dargestellt aufgewertet werden können. Dafür müssten Männern nicht schlecht dargestellt werden.

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Edeka hat sich über den offiziellen Facebook-Account zur Kritik der User geäußert: “Mit dem Spot möchten wir Väter keinesfalls schlecht darstellen, sondern etwas überspitzt und auf humorvolle Art und Weise allen Müttern anlässlich des Muttertags Danke sagen. Es tut uns leid, wenn dir der Film nicht gefällt.”

Gleichwohl wird die Forderung eines Boykotts der Supermarktkette von einigen Nutzern unter dem Hashtag #EdekaBoykott geäußert. Diese wiederum stößt längst nicht bei allen auf Zustimmung. Es handle sich zwar zum einen Spot, der mit den Klischees spiele, allerdings sei der Schritt, nicht mehr dort einzukaufen vermessen.

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Alle Kommentare

  1. Dass auf einer Website für Medienschaffende eher kein kritischer Beitrag gegen deren allein kommerziell dominiertes Handeln kommt, ist mit klar. Ständig wiederholte Kritik an sog. “Shitstorms” (in der Werbebranche mittlerweile ein absichtlich abwertender Begriff für massive Kritik der Öffentlichkeit) wie auch Boykottaufrufen zeigt, dass diese in einer demokratischen Gesellschaft völlig legitimen Mittel wirksam sind. Sie treffen den Werbenden wirksam am Ansehen bzw. Geldbeutel. Künftig wird Edeka genau prüfen, welche Vorschläge der Agentur akzeptiert werden. Eine Vorstellung eines ähnlich “polarisierenden” Videos durch die Agentur würde wohl bei Edeka künftig auf die Reaktion treffen “Habt ihr unseren Umsatzeinbruch nach dem Muttertagsvideo zur Kenntnis genommen? Spinnt ihr total, wir zahlen euch nicht eine Menge Geld, dass ihr uns in den Dreck zieht…”
    Getroffene Hunde bellen, lautet ein Sprichwort.

  2. Hier wollen z.T. “rechte” Shitstormer den Spieß umdrehen und in der Form “linke” Shitstormer nachahmen. Das heißt die Empörung ist in dem Falle nur gespielt, um “linke” Shitstormer zu entlarven. Nämlich, dass den Linken Sexismus und Rassismus immer dann egal ist, wenn er sich nicht in den gelernten identitätspolitischen Täter-Opfer Mustern zeigt.

    Der Denkfehler in deiesm Fall: Es geht in dem Spot halt um innerfamiliäre Dynamiken in der Kleinfamilie und eben nicht um gesellschaftliche Gruppen.

    Leider ist mittlerweile fast jede Diskussion mit solchen identitätspolitischen Denkmustern zerfressen, die in beiden Lagern zum Extremismus und Hass führen.

    Ein echter Antirassist und -Sexit würde sich verweigern, Gruppen gegeneinander aufzuhetzen. Dies verstehen leider viel zu viele linksaußen Twitter-Eiferer nicht und unterscheiden sich daher nur wenig von den rechtsaußen.

  3. Locker bleiben! Ich bin Vater von 3 Kindern und habe mich köstlich amüsiert über den Spot. Darf man denn heutzutage gar nichts mehr veräppeln? Was für humorlose Gestalten zotteln denn da durchs Internet die jetzt Edeka boykotieren möchten?
    Es gilt eigentlich für alle Berufsempörten: kümmert euch um Sachen die euch angehen und spielt nicht immer den Anwalt für andere Leute. Ich bin ein großer starker Mann und kann mich schon selbst verteidigen wenn es sein muss, dafür brauche ich nicht die Armee der Social Media Gerechtigkeitsfanatiker!

  4. Na da ist das Kotsturmkalkül ist voll aufgegangen – sogar mit Recyclingmaterial. Schon in den 90ern gab einen Spot für Knorr wo Mutti heimkam und angesichts der zerstörten Küche fragte: “Hat Vati wieder gekocht?”. War damals schon genauso doof und egal wie es heute klingt – aber heute gibt’s ja zum Glück Twitter.

    Glückwunsch, Edeka. Klickzahlen stimmen – aber supergeil war das sicher nicht.

  5. Seltsam, wie solche Werbung es schafft, genehmigt zu werden. Stellen wir uns vor, wie viele Stellen für die Erstellung, Redaktion, Entwürfe und Genehmigung freigeschaltet wurden. Und an jeder Stelle hätte man sich kritisch fragen können, ob es so richtig passt…

    Aber nein… irgendwie haben alle geschwiegen, genickt und genehmigt…

    Wird schon irgendwie passen und nach einer Woche wird es sowieso vergessen…

    1. Mal ehrlich und aus Erfahrung: Bei den meisten Kunden kannst Du dich als Agentur kaputtwarnen – der Kunde weiß es eben immer noch am besten.

      Und so kommt dann “Entdecken Sie Enos Welt” von Studiosus auf die Rückseite des SPIEGEL… wie putzig!

    2. ich bin gegen eine Vorab-Zensur, da mit Demokratie nicht vereinbar. Es reicht, dass solche Werbebotschaften ein eindeutig negatives Ergebnis (Ansehen, Umsatz..) für den Werbenden haben. Dann reguliert das die Marktwirtschaft schon allein. Funktioniert nicht überall, aber hier schon….

  6. Weißen Männern ist ein Shitstorm ebenso erlaubt wie durchgeknallten, palästinensischen Staatssekretärinnen!

  7. Wieso bekloppt?
    Eben noch jeden Hashtag gehypt und nun wird der Sexismus hier angeprangert und nur, weil keine kommunistischen, abtreibenden, queeren, farbigen, muslimischen Wutbürger oder Staatssekretärinnen der SPD beteiltigt sind, tritt man auf die Bremse?

  8. Dreht den Spot doch mal mit anderen Charakteren. Muslimin mit Kopftuch, Schwarzer aus Afrika, etc. … danke, dass Du nucht schwarz bist; Danke, dass Du Christin bist; dann wird offenbar, wie danaben der Spot ist.

    1. Ausgezeichneter Vergleich, in dem Fall wäre der massivste aller Shitstörme wie mittlerweile üblich von den konformgeschalteten Medien sicher.

  9. Muttertag ist nicht wie im Artikel erwähnt am 13.05. sondern am 12.05. Sieht man man Ende vom Spot auch. Oder wenn man mal den Kalender betrachtet.

    Shitsorm hier, Shitsorm da. ich verabschiede mich immer mehr vom Internet. Kann dieses ganzen immer entsetzten Menschen immer weniger vertragen. Lachen, schmunzeln, nicht alles so verbissen sehen her. Scheinbar in der heutigen Zeit ein Ding der Unmöglichkeit. Dann macht ihr mal täglich Scheisse Stürme – ich genieße solang das Leben.

    1. Wäre es für Sie denn auch okay, wenn der Spot auf ein

      “Danke, Mama, dass du keine Türkin bist” oder gar

      “Danke, Mama, dass du keine Jüdin bist” hinausliefe?

      Also sehen Sie da gar keine notwendigen Grenzen, wenn es ums Geld verdienen geht?

    2. Ich würde mich viel lieber aus diesem Land verabschieden. Hier haben nämlich endgültig die Bekloppten das Kommando übernommen!!!

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