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Riesencoup für Ex-Handelsblatt-Chef Gabor Steingart: Axel Springer steigt mit 36 Prozent bei Media Pioneer ein

Künftig Partner bei Media Pioneer: Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, Gründer und Ex-Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart
Künftig Partner bei Media Pioneer: Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, Gründer und Ex-Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart Bernd von Jutrczenka/dpa

Der ausgeschiedene Handelsblatt-Geschäftsführer Gabor Steingart hat einen strategischen Partner für sein neu gegründetes Berliner Medienunternehmen Media Pioneer Publishing GmbH gefunden. Axel Springer beteiligt sich mit 36 Prozent an dem Unternehmen, das Steingart in eine Aktiengesellschaft umwandeln will. Denn der Journalist plant, die Leser als Aktionäre an dem Medienunternehmen zu beteiligen.

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Der Coup des ehemaligen Handelsblatt-Geschäftsführers Gabor Steingart ist gelungen. Vor einigen Tagen kündigte der Journalist an, dass er für sein Medienunternehmen geeignete Investoren sucht. Jetzt ist er fündig geworden. Überraschend beteiligt sich das Berliner Medienunternehmen Axel Springer mit 36 Prozent an der neu gegründeten Media Pioneer Publishing GmbH. „Wir sind verlegerischer Partner“, kündigte Springer-Chef Mathias Döpfner während einer Telefonkonferenz an.

Axel Springer werde sich mit Ideen, Initiativen und Beiträgen an dem Projekt engagieren. Der Bild-Konzern werde aber nicht in das ambitionierte Vorhaben reinreden, heißt es. Denn wie bei allen anderen Springer-Objekten üblich achtet der Berliner Verlag auf das Chefredakteurs-Prinzip. Trotz der finanziellen Beteiligung macht Döpfner aber auch deutlich, dass es sich hier um ein Start-up mit ungewissen Ausgang handelt: „Es ist im Moment ein Plan, ein Projekt. Wie gut es sich entwickelt, werden wir in ein paar Jahren wissen.“

Denn Steingart hat sich viel vorgenommen. Statt seine journalistischen Angebote über Werbung zu finanzieren, setzt er auf eine „Leserbeteiligung“. So sollen die Nutzer direkt Aktien an der Media Pioneer Publishing GmbH halten, die dazu in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll. Geld verdienen will der ehemalige Spiegel-Journalist zudem über ein Club-Modell, Veranstaltungsangebote sowie über eine Akademie, die den „demokratischen Journalismus“ fördern soll.

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Zunächst wird nun die Aktiengesellschaft “zeitnah” gegründet, heißt es. Vorstandsvorsitzender der AG wird Ingo Rieper, der mit Steingart zuletzt als Finanzchef ebenfalls in der Geschäftsführung der Handelsblatt-Gruppe aktiv war. Während sich Rieper um das operative Geschäft kümmert, konzentriert sich Steingart als Herausgeber auf den Ausbau des journalistischen Angebots. Dazu holt er Michael Bröcker als Verstärkung an Bord, der spätestens ab Oktober 2019 das redaktionelle Tagesgeschäft übernehmen soll. Bröcker ist derzeit Chefredakteur der Rheinischen Post. Der 41-jährige Journalist beteiligt sich ebenfalls an Steingarts Medienreich.

Auch der Redaktionssitz für die neuen Medienaktivitäten ist ungewöhnlich. Steingart setzt hier auf ein 40 Meter langes und 7 Meter breites Schiff mit Elektroantrieb. Es verfügt über einen Newsroom, Tonstudio und einen Veranstaltungsbereich und soll täglich auf der Spree inmitten des Berliner Regierungsviertels unterwegs sein, heißt es.

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Alle Kommentare

  1. Ich verstehe das Geschäftsmodell noch nicht so ganz. Kann mich jemand aufklären?

    1. Steingart Handelsblatt reloaded, fremdes Geld mit beiden Händen rauswerfen, der Anfang macht das Boot.

      1. Selbstverständlich arbeiten Start-ups auf Kreditbasis („fremdes Geld“). Selbstverständlich werden mit dem Kredit zunächst variable und feste Kosten gedeckt („rauswerfen“). Das Boot ist zugleich Werbemittel und Arbeitsplatz, der ohnehin gemietet werden muss.

  2. Als ich den Namen Michael Bröcker gelesen habe, wußte ich, daß das Ding eine Totgeburt ist. Schade.

  3. … der umtriebige Gabor Steingart hat mit Matthias Döpfner einen, trotz Minderheitsbeteligung, schwierigen PARTNER gefunden.
    Die Leserbeteligung in einer AG ist ja nun nichts Neues, auch wenn AG etwas kapitalistischer als die Genossenschaft der taz ist.
    Auf jeden Fall “good luck” für den innovativen Gabor Steingart !

  4. “Denn der Journalist plant, die Leser als Aktionäre an dem Medienunternehmen zu beteiligen. Ein neuer Ansatz, um Qualitätsjournalismus zu finanzieren.”
    Jaaaaaa, klar, neue Idee … taz-Genossenschaft, Krautreporter? Ach ja, ist ja was anderes …

    1. Die Taz und ihre Genossen sind wohl kaum unter “Qualitätsjournalismus” zu subsumieren.

  5. “Kauft griechische Staatsanleihen”, Steingart strebt mit seinem Unternehmen kritischen und unabhängigen Qualitätsjournalismus an.

    Deswegen hat er gleich den Chefredakteur der Rheinischen Post, Michael Bröcker, verpflichtet, der es in seiner Postion dort jahrelang bewerkstelligt hat, KEINEN EINZIGEN regierungskritischen Artikel in die Zeitung zu bringen.

    Das Friede Springer hier sofort mitmachen will ist klar.

    1. Bröcker hat aus der einstmals tiefschwarzen RP ein links-grünes Gefälligkeitsblatt für die Berliner Regierungsbagage gemacht…

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