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Axel Springer hat weniger verdient: Prognose wegen Verkauf der Leisure-Gruppe korrigiert

Axel Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel Springer-CEO Mathias Döpfner

Sondereffekte und höhere Investitionen belasteten das Ergebnis: Axel Springer SE hat seine Bilanz für das erste Quartal 2019 veröffentlicht. Den Anteil der Digitalaktivitäten am Umsatz konnte der Konzern weiter steigern. Den ohnehin schon vorsichtigen Jahresausblick muss das Medienhaus aber wegen des angekündigten Verkaufs der Leisure-Gruppe anpassen.

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Der Konzernumsatz der Axel Springer SE ist im ersten Quartal mit 771,8 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gesunken (Vj.: EUR 773,5 Mio.). Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 167 Millionen Euro, ein Rückgang um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Erfreulich: Zum operativen Gewinn trugen die Digitalaktivitäten 86,6 Prozent bei. Organisch legte das EBITDA um 4,1 Prozent zu.

Das bereinigte Konzernergebnis liegt bei 75 Millionen Euro, 7,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Das berichtete Konzernergebnis sank vor allem aufgrund von Sondereffekten um über ein Drittel auf 55,4 Millionen Euro. Dazu zählen unter anderem Beteiligungsbewertungen sowie Effekte aus langfristigen aktienbasierten Vergütungsprogrammen. Zudem war im Vorjahr ein deutlicher Einmaleffekt aus der Übertragung des Berliner Axel-Springer-Hochhauses an den Axel Springer Pensionstreuhandverein enthalten.

Ausblick wegen Verkauf der Leisure-Gruppe angepasst

Im laufenden Jahr rechnet Springer bei einem planmäßigen Abschluss des Verkaufs der Leisure-Gruppe mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Der Konzern hatte Anfang Mai den Verkauf seines Mehrheitsanteil in Höhe von 51 Prozent an der Gruppe bekannt gegeben. Der Ferienhaus-Vermittler wird für 180 Millionen Euro vom indischen Ferienhaus- und Hotelunternehmen OYO Hotels & Homes übernommen.

Bislang war der Konzern vorsichtig von einem Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Nun soll der bereinigte EBITDA voraussichtlich auf Vorjahresniveau bleiben. Organisch soll das Wachstum weiterhin im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich liegen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie wird bei Vollzug der Transaktion einen Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich zeigen.

Mehr Umsatz mit Classifieds Media, weniger mit News
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Das Segment Classifieds Media steigerte den Umsatz im ersten Quartal um 8,5 Prozent auf 314,8 Mio. Euro (Vj.: 290,2 Mio. Euro). Das Wachstum wurde sowohl durch eine operative Verbesserung insbesondere bei den Job-Classifieds als auch durch Konsolidierungseffekte aus der Einbeziehung von Logic-Immo und Universum getrieben. Gegenläufig schlugen sich Effekte aus dem Verkauf von casamundo ab Oktober 2018 im Bereich Generalisten/Sonstige nieder. Organisch, also ohne Konsolidierungs- und Währungseffekte, stieg der Segmentumsatz um 7,3 Prozent.

Das bereinigte EBITDA der Classifieds Media verbesserte sich trotz negativer Konsolidierungseffekte leicht um 0,5 Prozent auf 113,2 Mio. Euro (Vj.: EUR 112,6 Mio.). Organisch lag der Zuwachs bei 6,2 Prozent. Der guten operativen Entwicklung des Segments standen saisonale Auswirkungen bei Universum sowie Anlaufverluste bei den Hybrid-Makler-Aktivitäten gegenüber. Die EBITDA-Rendite lag aufgrund selektiver Investitionen in Marketing, Produkt und Technologie im Jobs- sowie im Immobilienbereich bei 36,0 Prozent (Vj.: 38,8 Prozent). Das bereinigte Segment-EBIT verminderte sich im ersten Quartal um 3,5 Prozent auf 91,0 Mio. Euro (Vj.: 94,3 Mio. Euro), organisch nahm es jedoch um 3,8 Prozent zu.

Im Segment News Media zeigten Bild digital national und die Marken Insider, Upday sowie eMarketer laut Springer international eine starke Entwicklung. Der Anteil der digitalen Angebote an den Segmenterlösen stieg auf 41,7 Prozent (Vj.: 36,5 Prozent). Trotz einer positiven Entwicklung der digitalen News-Angebote blieb der Segmentumsatz mit 341,2 Mio. Euro um 2,9 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück (Vj.: 351,5 Mio. Euro). Organisch verminderte sich der Umsatz des Segments um 1,6 Prozent. Das bereinigte Segment-EBITDA lag mit 46,7 Mio. Euro um 5,4 Prozent unter dem Vergleichsquartal (Vj.: 49,4 Mio. Euro). Das bereinigte EBIT ging auf 30,0 Mio. Euro zurück (Vj.: 33,1 Mio. Euro).

Das Segment Marketing Media verzeichnete im ersten Quartal 2019 aufgrund des im Vorjahr abgeschlossenen Verkaufs von aufeminin einen konsolidierungsbedingten Umsatzrückgang um 11,6 Prozent auf 104,4 Mio. Euro (Vj.: 118,1 Mio. Euro). Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 7,1 Prozent auf 25,2 Mio. Euro (Vj.: 23,6 Mio. Euro). Ohne Konsolidierungs- und Währungseffekte verzeichnete das bereinigte EBITDA ein Plus von 23,5 Prozent. Die EBITDA-Rendite des Segments verbesserte sich auf 24,2 Prozent (Vj.: 19,9 Prozent). Insbesondere die idealo-Gruppe startete sehr erfreulich in das laufende Geschäftsjahr und trug maßgeblich zur positiven Ergebnisentwicklung bei. Auch das bereinigte EBIT wuchs um 9,4 Prozent von 17,6 Mio. Euro auf 19,2 Mio.Euro. Organisch stieg es um deutliche 33,0 Prozent an.

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