Partner von:
Anzeige

Virtuelles Erbe: Facebook hat laut Studie 2070 möglicherweise mehr tote als lebende Nutzer 

meedia-facebook-datenschutz.jpg
© Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Bei Facebook, dem weltweit größten sozialen Netzwerk, könnten bis 2070 mehr tote als lebende Nutzer registriert sein. Dies geht aus einer aktuellen britischen Studie hervor. Die wachsende Zahl gestorbener Mitglieder werfe wichtige Fragen zum virtuellen Erbe der Nutzer auf, sagen die Autoren der Analyse. Sie sehen in den Facebook-Daten ein historisches Archiv menschlicher Kultur.

Anzeige

Bei Facebook könnten bis 2070 mehr tote als lebende Nutzer registriert sein. Das geht aus einer Studie des Oxford Internet Institute in Großbritannien hervor, deren Ergebnisse am Wochenende veröffentlicht wurden.

Auf der Grundlage von Nutzerzahlen aus dem Jahr 2018 sowie UN-Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung weltweit berechneten die Forscher, dass mindestens 1,4 Milliarden Facebook-Mitglieder bis 2100 sterben werden. In dem Szenario, heißt es, würden die toten Mitglieder den lebenden im Jahr 2070 zahlenmäßig überlegen sein.

Sollte die Facebook-Gemeinde weiter wachsen wie bisher (ein Zuwachs von 13 Prozent jährlich), läge die Zahl der gestorbenen Nutzer bis zum Ende des Jahrhunderts bei 4,9 Milliarden. Facebook hat derzeit nach eigenen Angaben 2,37 Milliarden aktive Nutzer weltweit.

Wichtige Fragen rund um virtuelles Erbe
Anzeige

Die wachsende Zahl gestorbener Facebook-Mitglieder werfe wichtige Fragen zum virtuellen Erbe der Nutzer auf, sagen die Forscher. “Als Gesellschaft haben wir gerade erst angefangen, diese Fragen zu stellen, und wir haben noch einen langen Weg vor uns”, sagte Co-Autor Carl Öhman. Die Ergebnisse sollten weniger als eine Zukunftsprognose als ein Kommentar auf die aktuellen Entwicklungen betrachtet werden, um eine Diskussion zu starten. Facebook sei lediglich ein Beispiel, denn auch andere, weltweit aktive Plattformen stünden vor dieser Herausforderung.

Sein Kollege David Watson betonte zudem den möglichen Nutzen von Facebook-Daten als historisches Archiv menschlicher Kultur. Es sei wichtig, dass der Zugang zu diesen historischen Daten nicht nur einem einzigen profitorientierten Unternehmen zur Verfügung stünden. “Es ist auch wichtig sicherzustellen, dass zukünftige Generationen unser digitales Erbe nutzen können, um ihre Geschichte zu verstehen”, sagte Watson weiter.

tb/dpa

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia