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Der Tesla des kleinen Mannes: Elon Musk kündigt “lautlosen Laubbläser” an – und witzelt mit Pornhub darüber

Weiß, wie man Twitter spielt: Tesla-CEO Elon Musk
Weiß, wie man Twitter spielt: Tesla-CEO Elon Musk © dpa/Charles Sykes/Invision/AP / Screenshot: Twitter/Elon Musk/ Montage: MEEDIA

Kaum ein CEO beherrscht die Onlinemarketing-Klaviatur so virtuos wie Elon Musk: Am Mittwoch kündigte der Tesla-Chef auf Twitter mit knappen Worten einen lautlosen Laubbläser an – und erzeugt damit eine riesige Reichweite. Nicht zuletzt auch, weil er um keine Antwort verlegen scheint.

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Kein Bild, kein Release-Datum, keine Informationen zum Produkt oder Preis. Nur neun Wörter. Mehr braucht es offenbar nicht, um die Twitter-Community in helle Aufregung zu versetzen: “Tesla wird einen leisen, elektrischen Laubbläser entwickeln.” Über 176.000 Likes und über 15.300 Retweets hat die kurze Mitteilung von Elon Musk zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung schon generiert. Zahlen, von denen große Marken-Accounts und erst recht Social-Media-Promis nur träumen können.

Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass der Tesla-CEO es wie kaum ein Anderer versteht, im Social Web humorvoll und authentisch zu kommunizieren – und damit potenziellen Kritikern und Trittbrettfahrern keine Angriffsfläche zu bieten. Zu den knapp 2.000 Antworten auf seinen Tweet gesellte sich auch eine Frage von Pornhub, einem der weltgrößten Anbieter von Internet-Pornografie. Man fragt, ob Musk Interesse hätte, ein elektrisches Gebläse zu entwerfen, das auch einen anderen Nutzen haben könnte. Gemeint sind freilich erotische Zwecke. Ohne sich die Hände schmutzig zu machen, kontert Musk gekonnt: “Ihr meint, ob man damit auch Zweige wegpusten könnte?” Spiel, Satz und Sieg für den Tesla-Chef.

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Viele dürften sich aber fragen: Erlaubt sich der Vielfach-CEO da nur einen Spaß? Was wie ein verspäteter Aprilscherz des Tesla-CEOs klingt, darf man durchaus ernst nehmen. Wir erinnern uns an die Ankündigung eines Flammenwerfers mit dem Namen “Not a Flamethrower”. Musks Begründung damals: Das Merchandising-Kontingent sei nach 50.000 verkauften Mützen erschöpft gewesen. Viele hielten das zunächst für einen Scherz. Doch 2018 bracht “The Boring Company”, die für sein Transport-Projekt “Hyperloop” Tunnel bohrt, tatsächlich zum Preis von 400 Dollar plus Versand einen Flammenwerfer auf den Markt. Videos von YouTubern zum Gerät wurden millionenfach geklickt.

Aus dem Gag wurde ein Produkt. Und aus dem Hype ein Erfolg. Allem Anschein nach dürfte es mit einem elektrischen Laubbläser ähnlich verlaufen. Viele Fans der Marke, denen die E-Boliden schlicht zu teuer sind, dürften allein schon deswegen zugreifen, um behaupten zu können, nun auch “einen Tesla” in der Garage stehen zu haben.

Nicht immer der Erste, aber der Lauteste

Vergessen wird bei all dem Hype nur allzu oft, dass Tesla bzw. Elon Musk nicht unbedingt immer die Ersten in einem Segment sind. So hatte der Firmengründer vor Jahren das “Tesla Solar Roof” angekündigt: Dachziegel mit integrierten Solarpanels. Allerdings stammt das Patent dafür bereits aus dem Jahr 1993, zudem produziert das niederländische Unternehmen ZEP sie schon längst – während sich bei Tesla der Verkaufsstart weiter verzögert. Auch das ist typisch Musk: Der Firmenlenker ist um keine kühne Ankündigung verlegen, hält sich bei Verzögerungen eben jener angekündigter Produkte gerne zurück.

Und so gibt es freilich auch schon zuhauf elektrische Laubbläser. Nur leise sind sie nicht. Gerade im Herbst erhitzt der Lärm in Großstädten regelmäßig die Gemüter. Wohl auch deswegen wollen wir den Versprechungen des E-Auto-Pioniers nur allzu gern glauben.

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