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„Man nimmt einen Haufen Perspektiven mit“

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Journalistische Karriere und Weiterbildung in Einem? Anne-Bärbel Köhle hat mit der Teilnahme am Digital Journalism Fellowship (DJF) einen Weg gefunden das zu schaffen. Welche Eye Opener es bisher gab, was sie beruflich bewegt und welche neuen Perspektiven es für sie durch das DJF gibt, erzählt sie hier.

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Anne-Bärbel Köhle

Anne-Bärbel Köhle ist eine von 20 Teilnehmern, die am Digital Journalism Fellowship (DJF) der Hamburg Media School teilnimmt. Nach erfolgreichem Abschluss der Journalistenschule, startete sie ihre Karriere zunächst als freie Journalistin in London. Nach verschiedenen Stationen in deutschen Verlagshäusern, wurde sie Chefredakteurin des „Diabetes Ratgeber“, der im Wort und Bild Verlag mit einer verkauften Auflage von 1,3 Millionen erscheint. Neben ihrer Tätigkeit in der Redaktion, lehrt sie außerdem als Dozentin an der Deutschen Journalistenschule, der Akademie der Bayerischen Presse und am Institut für Deutsche Sprache in Bozen. In den Seminaren des DJF lernen die Teilnehmer relevante Tools und Praktiken zu Themen rund um den digitalen Journalismus. Das Thema „Verification“ ist eins dieser wichtigen Schwerpunktthemen.

Wie war Dein Kenntnisstand zum Thema „Verification“ vor dem Seminar? Gab es Tools, die Du schon vorher eingesetzt hattest?

In der analogen Welt war mein Kenntnisstand zum Thema Verification recht hoch. Als Medizin- und Wissenschaftsjournalisten sind wir es gewohnt, nur mit Primärquellen zu arbeiten und diese auch wirklich auf Herz und Nieren zu prüfen. In der digitalen Welt sieht es ein kleines bisschen anders aus. Klar war ich bereits vor dem Seminar sehr vorsichtig im Umgang mit digitalen Quellen im Netz – besonders um Fake-News nicht aufzusitzen. Aber zu sehen, wie viel „Schmu und Schmä“ es im Internet gibt, besonders beim Thema Bewegtbild – das war mir in diesem Ausmaß nicht klar und das war für mich auch ein großer Eye-Opener.

Was genau war Dein absoluter Eye-Opener im Seminar?

Ein Eye-Opener war für mich, einfach mal festzustellen, wie viel im Netz tatsächlich „gefaked“ wird. Und dann aber auch zu lernen, wie ich z.B. anhand des Sonnenstandes im Video überprüfen kann, ob die angegebene Uhrzeit stimmt oder welche Möglichkeiten es gibt, um zu recherchieren, an welchem Ort das Video tatsächlich stattgefunden hat. All diese Tools, die uns dabei helfen zu verifizieren, ob es sich um eine glaubhafte Quelle handelt, fand ich sehr interessant und hilfreich.

Hast Du noch ein Beispiel aus dem Seminar im Kopf, das Dich stark bewegt hat?

Ja, wir haben uns einen Case angeschaut, bei dem es um eine Schießerei auf einem Marktplatz ging. Da sah alles sehr realistisch aus: Jemand wurde erst bedroht und dann erschossen. Im Anschluss haben wir im Seminar überprüft, ob das alles so überhaupt stattgefunden haben konnte – insbesondere die Tageszeit, zu der die Schießerei angeblich gewesen sein sollte. Und anhand von Sonnenstands- und Kamerawinkelberechnungen sind wir dann dahintergekommen, dass es so nicht passiert sein konnte.

Welche Dinge wirst Du aus dem Seminar in Deinen Arbeitsalltag übernehmen?
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Bei mir ist definitiv ein tiefes Misstrauen gegenüber Content, der im Netz so kursiert, hängengeblieben. Aber auch für uns werden Bewegtbild und digitale Tools in Zukunft immer wichtiger werden. Mir ist klar, dass damit auch eine neue Form von Verification in unsere Redaktionsstube einziehen muss. Ich bin froh, dass ich diese Techniken hier gelernt habe – weil ich nun auch an die Kollegen weitergeben kann, gerade bei digitalem Content ganz, ganz genau hinzusehen.

Wie würdest Du das Digital Journalism Fellowship in drei Worten beschreiben?

Inspirierend. Spannend. Innovativ.

Welche Perspektiven zeigt Dir das Fellowship auf?

Man nimmt einen Haufen Perspektiven mit – wir machen z.B. eine Coding-Akademie, was ich total spannend finde. Aber ganz wichtig für mich ist der soziale Faktor: Wir sind eine unglaublich gute und diverse Gruppe von Menschen mit unterschiedlicher Berufserfahrung. Und das ist eigentlich das, wovon ich jedes Mal profitiere – nach Hause zu gehen und von Kollegen etwas Neues gelernt zu haben. Das strahlt bereits jetzt in meinen Arbeitsalltag rein. Ich finde das sehr bereichernd und beflügelnd.

Das Digital Journalism Fellowship (DJF) ist ein einjähriges Weiterbildungsprogramm für Journalistinnen und Journalisten der Hamburg Media School (HMS). Gefördert wird es von Facebook. Die Partnerschaft mit der HMS unterstreicht die Vision des Facebook Journalism Projects, in Organisationen und Programme zu investieren, die die Zukunft des Qualitätsjournalismus und einer informierten Gesellschaft stärken. Hier berichten die Fellows, was die Teilnahme am DJF für sie bedeutet und was sie aus dem Programm mitnehmen. Weitere News und Infos aus dem DJF gibt es hier.

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