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“Waldbaden” mit Wohlleben als Magazin: Warum es höchste Zeit ist, dass wir alle mal einen Baum umarmen

Der Förster als Reporter und Therapeut: Bestseller-Autor Peter Wohlleben ist Namensgeber des neuesten Personality-Magazins von Gruner + Jahr
Der Förster als Reporter und Therapeut: Bestseller-Autor Peter Wohlleben ist Namensgeber des neuesten Personality-Magazins von Gruner + Jahr ©Gruner+Jahr/ Montage: MEEDIA

Eine Fernsehmoderatorin, ein Fernsehmoderator, ein Arzt (und Talkmaster), ein Modedesigner (und TV-Gesicht) – und nun ein Förster: Im Cluster der "Personalities", die als Partner oder Namensgeber von Marken des Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr fungieren, erscheint Peter Wohlleben wie ein Exot. Der 55-Jährige ist Patron eines neuen Naturmagazins. Welches Potenzial hat das Heft aus der Geo-Gruppe?

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“Wohllebens Welt” lautet der Name der 148 Seiten starken Nachhaltigkeits-Fibel, die seit Gründonnerstag in den Verkaufsregalen liegt. Die Druckauflage der Zeitschrift beträgt 110.000 Exemplare, der Copypreis 6 Euro. Das erscheint durchaus ambitioniert, aber Gruner + Jahr kann sich im vergleichsweise jungen Segment der Personality-Magazine auf eine Expertise stützen wie kein zweites Medienhaus in Deutschland. Titel wie Barbara, Dr. v. Hirschhausens stern Gesund leben oder Guido sind am Markt etabliert und erzielen im Wettbewerbsvergleich gegen den Trend beachtliche Auflagen.

Print-Konzepte rund um Prominente sind ein schwieriges Metier, denn der Bekanntheitsgrad in anderen Kontexten lässt sich nicht so einfach und schon lange nicht gleich auch langfristig in Magazinverkäufe ummünzen. Es muss halt passen zwischen Promi, Produkt und Zielgruppe. Bei Gruner + Jahr haben sie bewiesen, dass sie ein feines Gespür für Marktlücken und eine gutes Händchen für die dazugehörigen Heftkonzepte haben. Im Idealfall befördert der Markenwert des Namensgebers crossmedial den Verkaufserfolg – das Risiko für die Beteiligten besteht darin, dass es umgekehrt ebenso gilt.

So gesehen hat Peter Wohlleben durchaus Potenzial. Der Förster ist eine Marke und Klasse für sich, sozusagen ein Waldschrat mit internationalem Bekanntheitsgrad. Sein 2015 erschienenes Buch “Das geheime Leben der Bäume” stand in Deutschland zwei Jahre lang an der Spitze der Bestsellerlisten und wurde auch von Kritiker aus der ganzen Welt gelobt. 700.000 Exemplare wurden bislang abgesetzt. Wohlleben steht seit Jahrzehnten für ökologisch nachhaltige Waldwirtschaft und findet damit nicht erst seit Greta Thunberg zunehmende Beachtung.

Ein Magazin als Kontrapunkt zur digitalen Reizüberflutung

Für den Verlag Gruner + Jahr und dessen bereits stark diversifizierte grüne Geo-Gruppe ist die Kooperation mit dem Förster aus der Eifel ein spannendes Experiment. Die “heimische Wildnis” als Thema und den “neuen Blick auf die Natur” als Zugang dazu in den Mittelpunkt eines vierteljährlich erscheinenden Magazins zu stellen, könnte man durchaus als gewagt bezeichnen. Denn Wohllebens Welt ist darauf angelegt, deutlich mehr Hefte zu verkaufen als der G+J-Obernischentitel Walden und widmet sich zugleich einem ungleich abstrakteren Metier als die sehr erfolgreiche Landlust, die von der Deutschen Medien-Manufaktur verlegt wird, einem Joint Venture von Gruner + Jahr und dem Landwirtschaftsverlag aus Münster.

“Wie ich wurde, was ich bin”: Förster und Bestseller-Autor Peter Wohlleben ist Namensgeber und Chefreporter des neuen Magazins

Die Themen-Anrisse auf dem Cover des Magazins zeugen von der für viele abseitigen Welt, die es zu erkunden gilt. “Wenn uns Bäume gesund flüstern”, heißt es da oder: “Wie sich eine Wiese anhört”. Oder: “Warum auch Eichen nachts schlafen”. Wohllebens Welt ist das Gegenteil unser allmächtigen Alltagsrealität, null digital und womöglich für manchen gerade deshalb von einer magischen Anziehungskraft. Das Magazin mit dem mystisch anmutenden Laubwald-Motiv auf dem Titel bietet Entschleunigung pur und einen Kontrapunkt zur zivilisatorischen Reizüberflutung. Oder wie Wohlleben es ausdrückt: “Ein sinnliches Erlebnis von Natürlichkeit und Behaglichkeit.”

Wer den Förster für einen Guru naturverbundener Gefühligkeit hält, verkennt, dass Wohlleben auf seine Weise auch politisch handelt, indem er früh gegen die im Land vorherrschende industrielle Forstwirtschaft opponierte und die Gewinnmaximierung auf Kosten des Walds bekämpfte. Diese Kombination macht seinen Ansatz so modern und unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten mehrheitsfähig. Für eine Gesellschaft im Wandel hat Wohlleben eine Botschaft – und eine Medizin: “Natur ist mehr als eine grüne Kulisse, in ihr fühlen wir uns glücklich und angekommen.” Ein Waldarbeiter als Therapeut der gestressten Seele der Großstädter, das hat ja mal was.

 

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Eine große Stärke des Försters ist seine Passion für die Vermittlung seiner Weltsicht und sein Talent, dabei die richtigen Worte zu wählen. G+J-Blattmacher Michael Schaper, der Chefredakteur des neuen Naturmagazins ist, lobt Wohlleben dafür, dass dieser “Vorgänge im Tier- und Pflanzenbereich beschreibt und erklärt wie kein anderer”. Wohlleben selbst führt den Titel Chefreporter, eine verglichen mit den Kunstbegriffen anderer Personality-Magazine angenehm bodenständige Job-Bezeichnung. Über die Zielgruppe sagt Schaper: “Neben Naturinteressierten sprechen wir mit dem Heft auch all jene an, die auf ihr Wohlbefinden achten und denen wir aufzeigen, wie wichtig ein Ausflug ins Grüne für Körper und Seele sein kann.”

Wissenswertes aus der Welt von Flora und Fauna auf 100 Prozent recyceltem Papier: Wohllebens Welt erscheint vier Mal pro Jahr

Das Natur-Idyll als Projektionsfläche: “Waldbaden” liegt im Trend, heißt es im Heft, das zu der Welt im Grünen die volle Servicepackung bietet: vom Geheimnis der Fliegenpilze über den Nestbau, Hirsch- wie Totengräberkäfer, Adler, Ameisen, Fuchs, Erdkunde und natürlich das Wesen der Bäume in allen Variationen. Wohlleben ist dabei allgegenwärtig und vermittelt sein Fachwissen mit großer Hingabe. Das Heft setzt auf die Versuchung, eine für viele fremd gewordene Welt neu zu erkunden und ist zugleich eine Wette darauf, dass der Erfolg des Buchs vom geheimen Leben der Bäume auch auf ein Magazin übertragbar ist.

“Wir sollten die Erde so behandeln wie unser Wohnzimmer”

Hat Wohllebens Welt das Zeug, nach dem grandiosen Erfolg der Landlust im Zeitschriftenpublikum die große Waldlust zu wecken? Pädagogisch und politisch wertvoll ist es allemal. Dennoch fällt die Antwort darauf nicht leicht, aber die Vorzeichen scheinen durchaus günstig. Ein großes Anzeigengeschäft ist dem Titel indes kaum zuzutrauen, es muss sich im Vertrieb beweisen und durchsetzen. Dafür braucht es den Funken, der auf den Lesermarkt überspringt. “Wir sollten die Erde so behandeln wie unser Wohnzimmer”, fordert Eckart von Hirschhausen in einem Gespräch mit dem Förster für das neue Heft und bekennt: “Es ist höchste Zeit, dass wir alle mal einen Baum umarmen.” Ja natürlich, warum eigentlich nicht?

 

 

 

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Alle Kommentare

  1. Schon in den Büchern zuviel platte Ideologie. Vielleicht gefällt es Greta Thunberg.

    1. Guten Morgen Hallo
      Sie sind eine Einzelperson, unternehmungslustig oder nicht, die Sie brauchen
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