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Großer Gehaltsreport: Das verdient die Medien- und Verlagsbranche – und so wenig die Journalisten

Xing-Gehaltsstudie 2019: Wer verdient wieviel?
Xing-Gehaltsstudie 2019: Wer verdient wieviel?

Nur die Brötchen verdienen war gestern: Jeder zweite Arbeitnehmer ist bereit, für mehr Sinn im Job ein geringeres Gehalt zu akzeptieren. So ein Ergebnis der XING Gehaltsstudie 2019. Die besten Verdienstmöglichkeiten winken derzeit in der Immobilienbranche. Deutlich weniger Gehalt gibt's in der Medienbranche, vor allem für Redakteure – und erst recht für Redakteurinnen.

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Wo verdienen die Deutschen am meisten? Die von Xing unter seinen Mitgliedern durchgeführte Studie gibt Einblick in die durchschnittlichen Gehälter von Fach- und Führungskräften nach Branche und Tätigkeitsfeld, Region, Unternehmensgröße und Alter in Deutschland. Das Bruttodurchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften liegt bei 70.754 Euro. Platz eins der Liste der Spitzenverdiener belegen Arbeitnehmer der Immobilienbranche mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 88.040 Euro, gefolgt von der Pharma- und Medizintechnik-Branche (83.267 Euro) und der Versicherungsbranche (79.816 Euro).

Mehr als in der PR, weniger als im Bauwesen

Das Durchschnittsgehalt in der Medien- und Verlagsbranche liegt deutlich niedriger bei 64.935 Euro. Das ist mehr als im Öffentlichen Dienst (56.142 Euro), aber weniger als in der Telekommunikationsbranche (72.063 Euro) oder im Bauwesen (65.793 Euro). Noch deutlich schlechter verdient man bei Marketing und PR: Hier liegt das Durchschnittsgehalt bei 54.730 Euro im Jahr.

Darunter ordnen sich aber noch die Journalisten ein. So liegt das durchschnittliche Brutto-Monatseinkommen (Stand 2017, Quelle: LohnSpiegel) festangestellter Journalisten/Reporter liegt bei 4277 Euro, aufs Jahr gerechnet 51.234 Euro. Die Einkommensschere klafft hier zwischen den Geschlechtern aber noch extrem weit auseinander. So kommen Frauen auf ein Jahresgehalt von 41.700 Euro, während ihre männlichen Kollegen 57.180 Euro nach Hause bringen. Ein Plus von 27 Prozent! Ein Redakteur verdient monatlich im Schnitt 3844 Euro, ein Online-Journalist rund 3609 Euro.

Auf weitaus schlechtere Zahlen kam das Jobportal Stepstone noch 2016: Demnach verdienten Journalisten nach zwei Jahren 29.993 Euro, bekommen mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung 36.360 Euro, steigern sich nach sechs bis zehn Jahren auf 44.957 Euro und verdienen durchschnittlich nach zehn Jahren 47.500 Euro – jeweils einen akademischen Abschluss vorausgesetzt.

Die Gehaltsstruktur nach Bundesländern zeichnet im Jahr 2019 folgendes Bild: Am besten verdienen Arbeitnehmer in Hessen (76.972 Euro), Bayern (75.931 Euro) und Baden-Württemberg (72.526 Euro), Schlusslichter sind Mecklenburg-Vorpommern (52.929 Euro) und Sachsen (53.793 Euro). Die Medienmetropolen Berlin (65.338 Euro) und Hamburg (68.265 Euro) bilden das Mittelfeld.

Das Gefälle zwischen Ost und West bleibt weiterhin erheblich: Während die in alten Bundesländern beschäftigten Befragten ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 71.827 Euro angaben, sind es in den neuen nur 55.342 Euro – das sind knapp 23 Prozent weniger Gehalt.

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Trend: Sinn schlägt Gehalt

Jeder vierte Befragte in Deutschland und der Schweiz gab zudem an, konkret auf der Suche nach einem neuen Job zu sein, in Österreich ist es jeder Fünfte. Rund 53 Prozent aller Befragten sind zwar mit ihrer derzeitigen Tätigkeit zufrieden, aber dennoch offen für attraktive Angebote. Das spiegelt sich in der Wechselquote wider: Jeder zweite Befragte hat in den vergangenen fünf Jahren seinen Arbeitsplatz gewechselt, mehr als jeder zehnte der Befragten sogar zweimal.

Die Sinnhaftigkeit von Jobs gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung: Jeder zweite Arbeitnehmer würde für mehr Sinn im Job ein geringeres Gehalt akzeptieren – in der Schweiz sind es 62 Prozent der Befragten. Jeder Zehnte wäre überdies bereit, für eine Arbeit mit gesellschaftlicher Relevanz den Arbeitsplatz zu wechseln. Insbesondere jüngeren Generationen liegt dies am Herzen. Jeder Dritte der befragten 35- bis 45-Jährigen gibt an, mehr Wert auf den Sinn seiner Arbeit als auf Geld zu legen.

Deutsche extrem unzufrieden mit ihrem Lohn

Nichtsdestotrotz ist Gehalt ein sensibles Thema. Rund jeder Zweite im D-A-CH-Raum ist unzufrieden mit seinem Gehalt. Vor allem in Deutschland ist das ausgeprägt: 56 Prozent halten ihren Bruttoarbeitslohn für nicht angemessen. In Österreich sind es 47 Prozent, in der Schweiz 43 Prozent. Hauptgründe sind für die Befragten eine Vergütung unter Marktdurchschnitt, unbezahlte Überstunden und der Vergleich mit den Kollegen. Ein Viertel der Unzufriedenen in Deutschland und Österreich denkt, dass diese trotz gleicher Rolle mehr verdienen. In der Schweiz findet das ein Fünftel der Befragten.

Der Wunsch nach Klarheit ist groß. Ganze 80 Prozent der Befragten sprechen sich für Gehaltstransparenz innerhalb ihres Unternehmens aus. Rund 71 Prozent würden ihr Einkommen gerne selbst bestimmen. Und nicht nur ihres, da sind sich Deutsche, Schweizer und Österreicher einig. Jeder zweite würde am liebsten auch das seiner Kollegen und Vorgesetzten mitbestimmen.

Für die Gehaltsstudie hat Xing eine groß angelegte Umfrage unter 22.000 Mitgliedern im deutschsprachigen Raum durchgeführt, darunter über 17.000 aus Deutschland sowie jeweils mehr als 2.500 Nutzer aus Österreich und der Schweiz. Ausgenommen waren Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst und Beamte, Gründer und Inhaber, Selbstständige, Freiberufler, Arbeitnehmer im Ruhestand, Studenten und Erwerbslose. Die Gehaltsangaben beziehen sich auf das angegebene Bruttojahresgehalt inklusive Boni, Weihnachts- und Urlaubsgeld.

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Alle Kommentare

  1. “Das Durchschnittsgehalt in der Medien- und Verlagsbranche liegt deutlich niedriger bei 64.935 Euro. Das ist mehr als im Öffentlichen Dienst (65.142 Euro)”

    – finde den Fehler ! 😉

    1. Hallo Herr Christianen,

      da hatten wir einen Zahlendreher drin. Es sind im Öffentlichen Dienst 56.142 Euro. Wir haben den Fehler korrigiert.

      Danke für den Hinweis!

      Thomas Borgböhmer (Redakteur)

      1. Bleibt noch die Frage zu klaeren, wie die Zahlen zum oeffentlichen Dienst ermittelt wurden, wenn es im Text heisst, dass Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst aus der Umfrage ausgenommen waren. Auch interessant: “Ein Viertel der Unzufriedenen in Deutschland und Österreich denkt, dass diese trotz gleicher Rolle mehr verdienen. In der Schweiz findet das ein Fünftel der Befragten.” Was wollen uns diese Saetze sagen? Wieso wird einmal von den Unzufriedenen gesprochen, direkt im Anschluss von den Befragten? Wie soll man als Leser diese Informationen in Beziehung setzen? Des Weiteren werden Gehaelter von Frauen und Maennern verglichen ohne im Schnitt unterschiedliche Berufs- und eventuelle Fuehrungserfahrung, Beschaeftigungsverhaeltnisse und Alter zu beruecksichtigen. Absichtliche Manipulation oder einfach Unverstaendnis?

        Eventuell wuerde das Gehalt von Journalisten steigen, wenn sie sich in ihren Texten auch mit den Zahlen auseinandersetzten, die sich von irgendwo abschreiben

  2. Da ist was schiefgelaufen:
    “Das Durchschnittsgehalt in der Medien- und Verlagsbranche liegt deutlich niedriger bei 64.935 Euro. Das ist mehr als im Öffentlichen Dienst (65.142 Euro),”

    1. Hallo Frau Sander,

      da hatten wir einen Zahlendreher drin. Es sind im Öffentlichen Dienst 56.142 Euro. Wir haben den Fehler korrigiert.

      Danke für den Hinweis

      Thomas Borgböhmer (Redakteur)

  3. Zur Medienbranche gehören auch die freien Journalisten-/innen, die für oft jämmerliche Honorare dafür sorgen, dass ein einzelner fest angestellter Chefredakteur eines Magazins sein Heft überhaupt zustande bringt.
    Von den meisten Verlagen gibt es für die freien Journalisten-/innen inzwischen Knebelverträge, die zum Himmel schreien. Vom Urheberrecht der Autoren-/innen ist darin keine Spur mehr. Es ist unglaublich, dass die freien Journalisten-/innen von Ihnen nicht einmal erwähnt werden. Peinlich!

    1. Wer als freier für Spiegel und Co schreibt, hats aber auch bitter notwendig.
      Jeder halbwegs Politik interessierte Blogger erreicht, bei breiter Plattform aufstellung mehr Leute (Facebook, Twitter, vk, Youtube, Bitchute, Dtube,Wordpress, Gab, Minds müssen alle bedient werden), insbesondere die relevante jüngere Gruppe, die keine analogen Formate mehr konsumiert.
      Bei entsprechender Merch und Spendensituation kommt man da schnell auf 5-6 stellige Summen. Das muss natürlich langsam aufgebaut werden und die Voraussetzung ist natürlich immer, dass der Leser das Gefühl hat nicht belogen aber informiert zu werdenund damit das Bedürfnis diese finanziell zu vergüten.

  4. Mit Statistiken ist das immer so eine Sache. Das Frauen per se 27 Prozent weniger in Medienberufen verdienen ist schlicht unglaubwürdig. Das gilt ebenso bei den Freien. Es ist nicht bekannt, dass für eine Redakteursstelle weniger bezahlt wird, wenn sie eine Frau bekleidet, ebenso, wie für Freie feste Zeilen/Fotohonorare gezahlt werden, geschlechtsneutral. Auch wenn das im Rahmen der MeToo alles wieder rausgekramt wird, der schlagende Beweise, dass für gleiche Arbeit unterschiedlicher Lohn gezahlt wird, fehlt.

    1. Der Hinweis auf diesen vergleichsweise, überdurchschnittlichen Gehaltsunterschied (27%!!) bewirkt bei Leuten, die sich mit der Materie der “Gender-Pay-gap” auskennen, eher das Erstaunen darüber, dass Frauen so extrem viel weniger Leistung als ihre männlichen Kollegen bringen.
      Interessant wäre in dem Zusammenhang zu erfahren, ob gerade Frauen in der Medienbranchen besondern häufig zu den Underperformern zählen oder das nur Zufall ist.
      In der IT ist es sogar genau anderherum, da verdienen Frauen mehr als Männer.

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