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“Krösus aus dem Nichts” Karstadt-Besitzer Benko will Funke-Anteil der Kronen Zeitung übernehmen, aber dort regt sich Widerstand

Benko hält seit 2018 ein Viertel des Boulevardblattes
Benko hält seit 2018 ein Viertel des Boulevardblattes ©imago/GEPA pictures/ Montage: MEEDIA

Der österreichische Immobilienunternehmer und Karstadt-Eigner René Benko will größer im österreichischen Medienmarkt einsteigen. Er wolle den Anteil der deutschen Funke-Gruppe an der österreichischen Kronen Zeitung übernehmen, sagte er in einem Interview mit der österreichischen Presse am Sonntag. Der Vorstoß ist beim Medienhaus umstritten.

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Benko war mit seiner Firma Signa im vergangenen Jahr mit 49 Prozent bei der WAZ Ausland Holding eingestiegen (MEEDIA berichtete). Darin hält die Funke-Gruppe ihre Beteiligungen in Österreich, unter anderem die Hälfte der Kronen Zeitung. In dem Interview kündigt Benko nun an, auch die restlichen Teile von Funke zu kaufen. Damit liege die Krone wieder in “österreichischer Hand”, Funke würde sich komplett aus dem Ösi-Geschäft zurückziehen. Benko selbst wolle in diesem Fall eine “aktivere Gesellschafterrolle” bei der Kronen Zeitung wahrnehmen.

Beim Medienhaus ist der Vorstoß umstritten. Die Herausgeberfamilie Dichand, die 50 Prozent an der Krone hält, hatte sich mehrfach kritisch zu der Übernahme geäußert. Im Blatt warnte die Redaktion vor dem “gefährlichen Gesellen”, einem “Krösus aus dem Nichts”, der Unheil stiften würde. Sie fürchtet insbesondere um ihre Unabhängigkeit.

Auch zwischen dem Herausgeber Christoph Dichand und der Funke-Gruppe gibt es seit Jahren Spannungen. Der Spiegel berichtet davon, dass Funke Anfang der Zweitausenderjahre sogar einen Privatdetektiv engagiert haben soll, um die Familie des Chefredakteurs zu beschatten. Das Misstrauen ist bis heute groß.

Keine “unfreundliche Übernahme”
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Im Interview unterbreitet Benko der Familie Dichand ein öffentliches Versöhnungsangebot. Er versichert, dass – sollte er den restlichen Anteil der Funke-Gruppe übernehmen – Christoph Dichand Herausgeber und Chefredakteur bleiben werde. Eine “unfreundliche Übernahme” der anderen Hälfte, die die Familie Dichand hält, strebe er nicht an. Themen wie der Vorabgewinn der Familie Dichand müssten jedoch “partnerschaftlich neu geregelt“ werden.

In der Medienbranche sehe Benko ein großes Entwicklungspotenzial durch die Digitalisierung. “Das finde ich unternehmerisch reizvoll”, begründet er seinen Schritt.

(rt, mit Material der dpa)

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