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„Oder soll man es lassen?“: Jury nominiert umstrittenen Zeit-Beitrag zur Flüchtlingsrettung aus Mittelmeer für Theodor-Wolff-Preis

Zeit Autorin Mariam Lau wurde viel kritisiert für ihren Beitrag zur privaten Seenotrettung in der Zeit – nun ist sie für den Theodor-Wolff-Preis nominiert ©Foto: Picture Alliance/dpa/Jörg Carstensen/ Montage: MEEDIA

Am heutigen Mittwoch sind die Nominierten für den diesjährigen Theodor-Wolff-Preis bekanntgegeben worden. Auf der Shortlist findet sich auch ein umstrittener Beitrag zur Seenotrettung aus der Zeit, der bei seiner Veröffentlichung im Juli 2018 öffentlich kritisiert worden war. Der Publizist Michael Jürgs wird bei der Preisverleihung für sein Lebenswerk geehrt, wie Jury und Kuratorium mitteilten.

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Darüber hinaus nominierte die Jury 14 Beiträge in zwei Kategorien sowie für das Thema des Jahres. Die eigentlichen Preisträger der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) getragenen Auszeichnung werden erst am Tag der Preisverleihung am 26. Juni in Berlin gewählt und am Abend bekannt gegeben. An der Ausschreibung hatten sich 438 Journalistinnen und Journalisten beteiligt. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

Jürgs sei als „streitbarer und engagierter Verteidiger eines unabhängigen, aufklärerischen Journalismus immer wieder mit großen grundsätzlichen Beiträgen zum Journalismus in Deutschland hervorgetreten“, heißt es in der Würdigung zum bereits feststehenden Lebenswerk-Preis.

Nominiert in der Kategorie Meinung überregional wurden Fabienne Hurst (Die Zeit, Hamburg) für „Gönn’s dir, Genosse“, Mariam Lau und Caterina Lobenstein (Die Zeit) für „Oder soll man es lassen?“ und Daniel Schulz (taz – die tageszeitung, Berlin). Die Nominierung für das Zeit-Stück „Oder soll man es lassen?“ kommt durchaus überraschend – um das Pro & Contra zur Flüchtlingsrettung aus dem Mittelmeer hatte es eine öffentliche Medienmoral-Debatte gegeben; die Zeit-Chefredaktion sah sich in der Folge zu einer Entschuldigung und Klarstellung veranlasst. „Gut gemeint, aber nicht gut genug“, lautete die Überschrift der Hausmitteilung der Zeit-Blattmacher. Das sieht die Theodor-Wolff-Jury offenbar ganz anders: Ihr nämlich gilt der Beitrag von Mariam Lau mit der provokanten Frage als preiswürdig.

In der Kategorie Meinung lokal wurden nominiert: Gregor Peter Schmitz (Augsburger Allgemeine) für „Heimat-Schutz“ und Hannes Soltau (Der Tagesspiegel, Berlin) für „In betäubter Gesellschaft“.

Die Nominierten in der Kategorie Reportage lokal sind Julius Betschka und Martin Nejezchleba  (Berliner Morgenpost) für „Die toten Babys von Neukölln, Sebastian Dalkowski (Rheinische Post, Düsseldorf) für „Zwölf Meter über dem Meer“ und Maris Hubschmid (Der Tagesspiegel) für „Bis zum letzten Tropfen“.

Für die Kategorie Reportage überregional nominierte die Jury Marius Buhl (SZ-Magazin, München) für „Bis zum Letzten“, Christoph Cadenbach (SZ-Magazin) für „Der falsche Freund“ und Tina Kaiser (Welt am Sonntag, Berlin) für „Der Volksvertreter“.

Die Nominierten beim Thema des Jahres „Welt im Umbruch – Demokratie in Gefahr?“ sind: Peter Dausend (Die Zeit) für „Mitten im Beben“, Anna Hunger (Kontext: Online, Stuttgart) für „‘Sieg Heil‘ mit Smiley“ und Andrian Kreye(Süddeutsche Zeitung, München) für „Berührungspunkte“.

Die Nominierten und ihre Beiträge werden in den kommenden Monaten in den Medien des BDZV und auf der Website www.theodor-wolff-preis.de näher vorgestellt, so eine Mitteilung.

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