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Journalismus nach Relotius: Warum wir uns nicht auf den Täter, sondern auf die Frage der Haltung fixieren sollten

Essay-Autor Alexander von Streit, Betrugsaffäre um ehemaligen Spiegel-Reporter Relotius: das Ende vom Nimbus der Unfehlbarkeit
Essay-Autor Alexander von Streit, Betrugsaffäre um ehemaligen Spiegel-Reporter Relotius: das Ende vom Nimbus der Unfehlbarkeit ©Fotos: imago/Christian Ohde/ HMS/ Montage: MEEDIA

In der Betrugsaffäre um den Reporter Claas Relotius, deren Aufdeckung nicht nur das Nachrichtenmagazin Der Spiegel erschüttert, sondern Schockwellen durch die gesamte Branche jagte, ist es ruhig geworden – vielleicht zu ruhig. Denn es geht um ein Problem, das den gesamten Journalismus betrifft und das nur im Kollektiv gelöst werden kann, meint Krautreporter-Gründer Alexander von Streit im fünften Teil der Essay-Reihe "Werteorientierte Digitalisierung".

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Von Alexander von Streit

Es war ein bemerkenswertes Gespräch, das Der Spiegel kurz vor Weihnachten mit Giovanni di Lorenzo führte. Denn in dem Interview mit dem Chefredakteur der Zeit ging es nur am Rande um seine Wochenzeitung. Zuvor hatte der Spiegel in einem langen Text über erfundene Geschichten seines preisgekrönten Reporters Claas Relotius berichtet. In der Schockstarre dieser Enthüllungen suchte die Redaktion nun nach Antworten. Und die gab di Lorenzo gerne: „In dem Text wird ein Mensch gehängt, noch dazu ein relativ junger“, sagte er. „Die Systemfrage, wie das passieren konnte, wird angesprochen, aber nicht in einer besonders aufschlussreichen Form.“

Auch wenn di Lorenzo damit vor allem süffisant auf die offensichtlich versagenden Sicherungssysteme innerhalb der redaktionellen Prozesse beim Spiegel abzielt, verweist er so auch auf den wichtigsten Aspekt in der ganzen Angelegenheit. Einer Angelegenheit, die natürlich nicht nur den Spiegel betrifft, und auch nicht nur die anderen Zeitungen und Magazine, die Relotius in der Vergangenheit mit Reportagen beliefert hatte. Es geht um ein Problem, das den gesamten Journalismus betrifft. Und wir müssen es lösen.

Fauler Zahn gezogen, Patient wieder gesund – so die Formel

Es ist jedoch zu befürchten, dass genau dies nicht geschehen wird und es am Ende auf den einfacheren und schon oft erprobten Weg hinausläuft: Skandal recherchieren, in einem Bericht aufbereiten, Strukturen optimieren, weitermachen. Dafür braucht man einen Täter – und den gibt es ja nachweislich. Wenn wir also vom „Fall Claas Relotius“ sprechen wie nicht nur der Spiegel in seiner medialen Aufbereitung der Enthüllung und ihrer Hintergründe, macht das die Sache natürlich einfacher. Denn mit dieser Fixierung auf den Täter und sein vorsätzliches Unterlaufen der redaktionellen Kontrollmechanismen lässt sich der Skandal wunderbar einkapseln und aus dem System entfernen. Wie man im Fall des Spiegels sieht, durchaus mit personellen Konsequenzen bei Verantwortlichen in der Redaktion. Aber das sind schon fast Kollateralschäden auf dem Weg zurück in die Normalität des Tagesgeschäfts.

Am Ende wird Claas Relotius seinen Platz in der Ahnengalerie der journalistischen Fälscher bekommen, durch die der Rest der Branche irgendwann mit einem wohligen Schauern und dem guten Gefühl wandeln kann, dass man selbst damit ja eigentlich nichts zu tun hat. So wie bei Tom Kummer, der Anfang des Jahrtausends dem Magazin der Süddeutschen Zeitung diese unglaublich genialen Interviews aus Hollywood lieferte – die er allerdings erfunden hatte. Seitdem wird Kummer in der Branche als die Personifizierung des Betrugs im deutschsprachigen Journalismus gehandelt. Fauler Zahn gezogen, Patient wieder gesund – so die Formel.

Glaubwürdigkeit ist ein nichtverhandelbares Gut

Diesmal wird diese Rechnung nicht mehr aufgehen. In der digitalen Welt hat sich eine neue Öffentlichkeit entwickelt, in der sich Themen nicht nur schneller verbreiten, sondern auch nicht mehr so schnell verschwinden. Eine Öffentlichkeit, in der darüber hinaus die Glaubwürdigkeit von Journalismus immer wieder in Frage gestellt wird. Und in deren kollektivem Gedächtnis sich die Enthüllungen beim „Spiegel“ dauerhaft festsetzen werden.

Was also tun? Es ist natürlich Blödsinn, im Reflex die Stilform der Reportage in Frage zu stellen. Deren Überhöhung ist aber durchaus diskutabel. Und wenn wir schon dabei sind: Lasst uns doch die großen Journalistenpreise nach neuen Kriterien ausrichten. Zum Beispiel, was das wichtigste Thema und nicht die eindringlichste Beschreibung ist. Wo hat sich ein Journalist ethisch besonders vorbildlich in seiner Arbeit verhalten? Wie gut trägt ein journalistisches Projekt dem Bedürfnis nach Kommunikation und Information in der Gesellschaft Rechnung?

Vielleicht brauchen wir solche werteorientierten Kriterien, um am Ende ein journalistisches System zu fördern, das dem Anspruch einer neuen Öffentlichkeit gerecht wird. Und vielleicht brauchen wir neue Werte, um journalistische Glaubwürdigkeit zu einem nichtverhandelbaren Gut zu machen.

Können neue Regelwerke die Antwort sein?

Dabei geht es nicht um einen Pressekodex, den es ja bereits seit 45 Jahren gibt. Klar, er ist trotz mehrerer Überarbeitungen – sagen wir mal – etwas analog. Doch obwohl er in seiner Grundanlage in einer Gesellschaft entstanden ist, in der Computer noch mit Lochkarten bedient wurden, orientiert er sich an so grundlegenden journalistischen Ethikstandards, die auch in der digitalen Welt absolut ihre Berechtigung haben: Die Forderung nach Wahrhaftigkeit zum Beispiel, die Achtung der Menschenwürde und der Schutz von Persönlichkeitsrechten, Quellenschutz, Sorgfalt, Glaubwürdigkeit… Aber können Regelwerke überhaupt die Antwort sein auf eine Medienwelt im Umbruch, in der die Glaubwürdigkeit des Journalismus unter Druck gerät?

Eigentlich geht es doch um die Frage, wie ein ethisch orientierter Journalismus in dieser neuen Medienwelt überhaupt funktioniert – und wie weit wir dazu bereit sind, offen mit den ethischen Konflikten unseres Berufsalltags umzugehen. Wie reagieren wir auf die Konsequenzen der Spirale, in der sich die Redaktionen zwischen Werbefinanzierung, Klickorientierung und dem Kampf um die Aufmerksamkeit immer weiter von journalistischen Standards entfernen müssen, um im Medienmix überhaupt eine Rolle zu spielen – und wirtschaftlich zu überleben? Was passiert, wenn Stiftungen, Unternehmen oder sogar der Staat damit anfangen, journalistische Projekte zu finanzieren? Was bedeuten neue Technologien für die Gesellschaft und damit für den Journalismus, etwa wenn mit künstlicher Intelligenz erzeugte Deep Fakes nicht mehr eine Besonderheit, sondern Alltag werden? Und vor allem: Was ist mit dem neuen Publikum da draußen, das schon längst andere Ansprüche an die Medien hat, als einfach nur die Forderung nach Information und Unterhaltung.

Am Ende ist es eine Frage der Haltung. Eine Medienmarke kann nicht mehr ihre Daseinsberechtigung daraus ziehen, dass sie sich mit dem Nimbus der Unfehlbarkeit nach außen präsentiert und damit ihre Glaubwürdigkeit absichert. Denn genau diese Erwartungshaltung, die der Journalismus über Jahrzehnte erfolgreich mit seinem Deutungsanspruch aufgebaut und bedient hat, richtet sich gegen ihn. Das ist der Fall, wenn journalistische Standards unterlaufen werden, aber durchaus auch dann, wenn Recherchen andere Aspekte beleuchten als vom Publikum erwartet.

Wir brauchen eine neue Haltung
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Deswegen müssen wir unser Bild von Journalismus überdenken. Haltung kann heute nicht mehr nur bedeuten, dass Journalistinnen und Journalisten sich als unbestechliche Berichterstatter definieren. Natürlich ist es unerlässlich, sich den Einflüssen aus Politik, Wirtschaft und anderen Interessensgruppen zu verwehren. Aber das reicht nicht. Das Problem ist doch nicht, dass es keine sauber erstellten Geschichten zu lesen, zu hören oder zu sehen gibt. Das Problem ist, dass die Entstehung dieser Geschichten in der Regel eine Blackbox ist. Dieser Mangel an Transparenz führt dazu, dass die Leser kaum damit umgehen können, wenn so etwas passiert wie beim Spiegel. Dann ist plötzlich alles in Frage gestellt, was Journalistinnen und Journalisten machen.

Wir müssen in Zukunft anders damit umgehen. Was wir brauchen, ist eine journalistische Haltung der Transparenz. Redaktionen müssen es heute als selbstverständlichen Teil ihrer Aufgabe sehen, dass sie nicht nur eine Wächterfunktion in der Gesellschaft haben, sondern dabei auch offenlegen, wie sie arbeiten und wie die Finanzierung ihres Angebots funktioniert. Eigentlich liegt das auf der Hand, doch oftmals wird die Forderung nach Transparenz sogar als Bedrohung angesehen. Dabei geht es hier natürlich nicht um Quellenschutz oder ähnliches, das sind journalistische Leitlinien, von denen wir nicht abrücken dürfen. Aber wir müssen zeigen, unter welchen Bedingungen Geschichten entstehen. Wir müssen uns selbst begleitend zu den Geschichten als Autorinnen und Autoren sichtbarer machen und erklären, wie unser individuelles Wertegerüst aussieht – also warum wir eventuell in einer Sache etwas befangen sind oder zumindest einen bestimmten Blick auf die Dinge haben.

Das ist Journalismus auf Augenhöhe, der die Geschichten mit einer Tonspur unterlegt, die sie vielleicht etwas entzaubert, aber als das präsentiert, was sie sind. Ohne Transparenz kann es keine Glaubwürdigkeit geben.

Journalismus als Gemeinschaftsprojekt

Doch diese Transparenz allein reicht nicht aus. Mit ihr verbunden ist noch etwas anderes. Ein Interesse am Dialog. Natürlich sollen sich Medienmarken als Bollwerk des Journalismus verstehen, aber für ihr Publikum müssen sie offen sein – wie ein Club. Mit sichtbaren Journalistinnen und Journalisten, ansprechbar und daran interessiert, durch Kommunikation auf Augenhöhe einen anderen Journalismus zu machen, der nicht nur konsumiert, sondern auch mitgestaltet werden kann. Und nein, es geht nicht darum, dass die Redaktion ihre Arbeit an das Publikum auslagern sollen. Aber eine Gesellschaft, die sich zunehmend durch Kommunikation definiert, braucht einen Journalismus, der sich nicht als Sendung versteht,  sondern als Gespräch.

Wenn wir Journalismus als Gemeinschaftsprojekt begreifen, dann ist das ein erster Schritt zu einem Wertesystem, mit dem wir eine neue Vertrauensbasis schaffen können. Dann kann ihn auch ein Fälschungsskandal nicht dauerhaft beschädigen.

 

Alexander von Streit ist Gründer und Herausgeber von Krautreporter, Gründungsherausgeber des Medien-Think-Tanks Vocer und einer der Initiatoren des Netzwende Awards, einem Journalistenpreis für nachhaltige Innovation. Davor verantwortete er unter anderem als Chefredakteur die deutsche Ausgabe des Magazins Wired, leitete das Digital-Ressort bei Focus Online und war Chefredakteur des Medienmagazins Cover. Er ist aktives Mitglied im Beirat des DJF sowie Dozent für digitalen Journalismus an der Hamburg Media School.

Über die Reihe: Dies ist der fünfte Teil der von Stephan Weichert herausgegebenen mehrteiligen Essay-Reihe mit dem Titel “Werteorientierte Digitalisierung”, die MEEDIA im Rahmen des Digital Journalism Fellowships an der Hamburg Media School exklusiv veröffentlicht. Bereits erschienen:

Teil 1: Brecht auf Speed: Plädoyer für eine digitale Medienkritik und werteorientierte Digitalisierung

Teil 2: Abschied von der Nachricht: Wie Medien ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden

Teil 3: News zwischen Marslandung und Verlegenheitsmeldung: Befreit die Nachrichten aus der Linearität!

Teil 4: Entspannt Euch, Leute! Zehn Fragen, mit denen Sie sich vor überhitzten medialen Erregungsblasen schützen

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Alle Kommentare

  1. Adel verpflichtet: Dieser Text ist ein weiterer Beweis, warum es mit der Presse steil bergab geht. Er ist elitäres Geschwafel und Geschwurbel, dass den Grundsatz komplett vergißt: Immer an den Leser denken!
    “Deswegen müssen wir unser Bild von Journalismus überdenken. Haltung kann heute nicht mehr nur bedeuten, dass Journalistinnen und Journalisten….”
    Ja, ja, die Haltung, der linke Klassenstandpunkt, die Besserwisserei fern der Probleme normaler Menschen sind das Übel. Eingeschlossen eine Gendersprache, die Menschen umerzieht und Sprachkultur verbiegt. Der Journalist wird in der deutschen Sprache weiblich, zu die Journalisten, Herr Spracherzieher von Streit! Wer will, außer Grünen-Lesern, dafür am Kiosk noch Geld ausgeben. Sparen ist auch schön und nützlich!

  2. Ist Stoffvermittlung nicht stets ein Problem?

    Für mich gilt der Aufreger Relotius indes lediglich als Symptom für eine ganze Reihe von systematisch angelegten Causae, zu denen nichtzuletzt die AfD zählt, die auf Bildungsresistenz setzt.

    Journalismus gibt für solcherlei Mentalamöben den Watschenmann und hat in dem Weltbild der AfD Granden, deren Weltbild zufolge, auch wenig mehr zu leisten.

    Relotius war indes kein „schwarzes Schaf“.
    Er war Konsequenz eines Hochleistungsjournalismus, der Wirklichkeit wenig mehr abzutrotzen vermochte als Poesie.

    Das war alles.

    Dies nicht erkannt zu haben bleibt des Spiegels Problem.

    Egal welche Gulliratten gleich ob mit oder ohne AfD das zu erkennen vermögen.

    1. Hier einen Zusammenhang zur Afd zu stricken, dafür muss man schon ordentlich von Hass zerfressen sein.

      Aber selbst die von Ihnen so verhassten Afd-ler erkennen den Unterschied zwischen Journalismus und Propaganda. Eine Gabe, welche in den elitären linken Kreisen schon lange abhanden gekommen ist. Dort wird plumpe Hetze und Propaganda als “Haltung zeigen” deklariert.
      Der Freitag brachte gerade wieder einen Artikel, wo Menschen welche ins Fitnessstudio gehen mit Nazis gleichgesetzt werden. Die Amadeo-Antonio-Stiftung brachte Warnhinweise, wo vor blonden Kindern mit Zöpfen gewarnt wurde, denn diese sind höchstwahrscheinlich Nazikinder!!! Und genau so ein vermeintliches Nazikind namens Greta wird gerade als Halbgötting abgefeiert. Wer hier nicht die Schwachsinnigkeit sieht, die uns täglich von den Medien gepredigt wird, dem kann nur mehr sehr schwer geholfen werden.

      1. Wer der Ansicht ist, dass „Afd-ler […] den Unterschied zwischen Journalismus und Propaganda“ erkennen, der ist schon längst selbst deren Propaganda auf den Leim gegangen. Und dem ist nur schwer, wenn nicht gleich gar nicht mehr zu helfen.

  3. Früher nannte man es ggf „embedded journalism“.
    Von Kopp bis Döpfner heute keine Rede mehr..,
    Und Funke-Troup setzt noch einen drauf:
    Greta (endlich mal eine Frau) kriegt die goldene Kamera.

    Was ist das?

    Journalismus?

  4. Ich habe den Eindruck, dass sich in diesem Land eine ganze Journalistengeneration ideologisch verrant hat und es niemals gelernt hat, Meinung von Berichterstattung zu trennen. Im Gegenteil: je ideologisch eingefärbter Artikel sind, umso mehr positive Aufmerksamkeit erhalten diese.
    Vermutlich wird sich das Problem generationsmäßig auswachsen müssen. Umso wichtiger ist es, an Journalistenschulen endlich zu beginnen, dem Journalistennachwuchs wieder das 1 x 1 der neutralen Schreibe beizubringen. Wer die Menschen bekehren möchte, sollte Pfarrer werde.

    1. wissense @schrottpresse:
      Ihr 1×1 könnense netmal mit der Hand zeigen, blöd wie Sie zu argumentieren zu wirken scheinen

  5. Es ist schon erstaunlich, wie man normale Sachen überhöhen kann. und alle, die dem folgen, fühlen sich erhaben.

    Wie soll das enden, wenn wir keine Geschichten mehr erzählen?

    Contentmarketing und Grimms Märchen lassen grüßen.

  6. Journalismus wird offenbar an Journalistenschulen und Media-Schools in eine “Angsthasen-Disziplin” verwandelt, in der die Schreiber vor lauter Frameworks, Haltungs-Linien, Wertemustern und ethíschen Standards nicht mehr zu “nautischen Denken” über die eigene schreckliche Lage kommen!

    Wo steht der Journalist in der kommenden intelligenten, sozialen und inklusiven Stadt und Region?

    Wie steht er in einer großen Metropole zum Ereignis, zur Faktenlage und zu Faktenbotschaften (aus verläßlichen Quellen)?

    Arbeitet er am geolokalen Echtzeitpunkt eines “Minkowski-Raumes”, wie etwa “Polizei-Reporter” oder Korrespondenten in der Bundespressekonferenz? Oder etwa in einen Newsroom mit Zweitverwertungs-Syndication?

    Wie erkennt er noch in der Komplexität “Kausalitäten” und “politische Lorentz-Transformationen” in persuasiven, manipulierenden und geschäftlichen Zweckbotschaften?

    Wie hält sich das bei einer “Medienmarke” angestellte “Journalisten-Gehirn” heute im performativen “Social-Media- und Medienraum”, der sich heute in der Regel heute Sekunden nach dem Ereignis ab etwa 50 Metern aufbaut, der von Gaffern, Spannern und Leser-Reportern aus mobilen Endgeräten aufgespannt wird?

    Wie recherchiert er raumartige, zeitartige, soziale, faktische und von Kommunikation “erleuchtete” Zusammenhänge, wenn er nicht “omnipräsent”, aber bewußt und überwachend und kommunale Entwicklungen verfolgt, und interpretiert?

    Was ist das innere Involvement?

    Was “Auftrags-Journalismus”?

    Und was ist der neue zeitgemäße Grundauftrag, um in komplexer Medienlandschaft, mit rasenden Timelines und verzehnfachter Nachrichtendichte, so etwas wie eine “Öffentlichkeits-Vermutung” und tatsächliche (reichweitenstarke) Wirkung beim Schreiben herzustellen?

    Wie soll ein nach individuellen Maßstäben verantworteter Arbeitsansatz
    “Journalismus als Gespräch” funktionieren, wenn maßgebliche Nachrichtenlagen durch Filterblasen, organisierte PR, manipulative Gesprächsverweigerung und persuasive Kommunikation bestimmt sind?

    Maßgeblich ist heute die Beobachterposition bzw. Gesprächsposition zum Ereignishorizont! – Doch die Medien-Ökonomie finanziert diese vor Ort Präsenz nicht mehr!

    Und so dienen sich Journalisten “Werten & Haltungen” an, um die überlebensnotwendigen Präsenzen nah bei Ereignissen “finanziert” zu bekommen, noch bevor sie losschreiben!

    Aus Handwerk wird dabei oft Stil, oder mediales Format. Morning-Newsletter, Kieznewsletter, Elitenrundbriefe … alles dekonstruiert Öffentlichkeit.

    Werteorientierte Digitalisierung – was für ein Euphemismus, erdacht um medienpolitische Erwartungen zum “journalistischen Geschäftsmodell” zu machen.

    Natürlich bewegt sich “Journalist” in moralisch-kulturellen, gesellschaftlichen und oder habituellen Bahnen. Noch bevor er sich Führungs- und Duldungsphilosophien aussetzen darf.

    Es gibt aber universelle Größen, die heute oft hinter Kommunikation und “Comment” verborgen sind:

    Evidenz, Kausalität, berechenbare Größen, Logiken, Plausibilität und Beobachtung,

    Es ist ein Zeichen von intellektueller Dekadenz, wenn nun “Haltung” zum Anker werden soll!

    Natürlich muss der Journalist täglich auch Werte-, und Wertesysteme prüfen, auf die Probe stellen, auch in Frage stellen – und konstruktiv verändern dürfen.

    Natürlich hat der Journalst auch eine über den eigentlichen Geschäftszweck hinausgehender Verantwortung für die Gesellschaft, für seine Stadtgesellschaft, auch für Zivilisation.

    Er muss auch zivilisatorische Irrtümer aufdecken, etwa wenn Sprache manipulativ und “im kommunikativen Handeln” verändert wird.

    Warum begeht man zum Beispiel nicht mehr die Jahrestage der UNESCO-Toleranz-Konvention? Hat sich da etwa ein linguistischer Taschenspielertrick über politsches Campaigning festgesetzt! War Toleranz nicht als umfassendes Konzept aktiver aufgeklärter Duldung konzipiert?

    Wieso wird Toleranz heute politisch über Intoleranz “eingefordert” und “bestellt”?

    Ist das Feuerbach-Zitat noch präsent:

    Die Intoleranz ist die leibliche Tochter des Teufels, die Lehre des bösen Prinzips, die Lehre der Lüge. – Ludwig Feuerbach (1804 – 1872), deutscher Philosoph

    Was ist aus Minerva geworden, dem Symbol der Toleranz und Weisheit das die Anhänger aller Religionen beschützt?

    Ist Journalisten der Universalismus der “Letztselbstbegründung” des “Krieges gegen den Terror” entgangen? Wurde deshalb der alte Toleranzbegriff umdefiniert?

    Und in welchem Think Tank wurde das unter Regie der mit Chatham House Rule zur Konvention erhoben?

    Analysefähigkeit und Elefantengedächtnis setzen heute voraus, so etwas wie eine journalistische Position zu erarbeiten!

    Selbst ist dabei die Person! Pressefreiheit gründet sich wie Kunstfreiheit auf das autonom arbeitende Gehirn!

    Ich empfehle die Evaluierung und Schließung von Journalistenschulen, die sich mit der Architektur ideologisch-fiktionaler Überbauten und Frameworks von journalistischen Tätigkeiten beschäftigen.

    Die neue Zeit der Globalisierung verlangt nach interkultureller medialer UND analog lokaler Kommunikation und Kollaboration.

    Damit Städte und Regionen human, sozial und wirtschaftlich funktionieren, bedarf es einer Neudefinition der “journalistischen Grundmissionen”.

    Die digital-arbeitsteiligen und zunehmend kollaborativen Zusammenhänge in Metropolen und Innovationsclustern schaffen neue Eigengesetzlichkeiten.

    Wir werden eine Gesellschaft, in der Vordenken, Vorplanung, Design-Thinking und kollaboratives Vordenken und Vorentscheiden immmer wichtiger und vor allem effektiver, wertschöpfender wird. Auch das Vorprogrammieren und das Vordenken von Mensch-Maschine und Mensch-Roboter-Kollaboration gehört dazu.

    Es entwickelt sich fast zwangsläufig die deliberative Demokratie, die aber unbedingt auf Wissenschaft, Journalisten und den neuen Berufstand der Moderatoren aufbauen muss, um ihre Ordnungen und Synergien in Realitäten umzusetzen.

    Die Frage zur Zukunft von Medien & Journalismus stelle ich anders:

    Wieviel Medien, Journalisten, Informationsmittler, Moderatoren und Mediatoren sind notwendig, um die deliberative und partizipative Demokratie in Gang zu halten? Wieviel Übersicht & Archivzugriff sind nötig?

    Wie können jene eingebunden werden, die bei der „Demokratisierung des Vordenkens“ nicht mithalten können, wollen und (ggf. müssen)?

    Journalismus wird m.E. zum “Public Open Innovation Projekt” , das auch die Aufgabe hat, das friedliche und soziale Überleben der Stadtgesellschaften in Gang zu halten – und Synergien aufzuzeigen, wo Populisten Zukunft zerstören.

  7. imao sollte man sich davor hüten eine deliberative Demokratie ingang zu halten.
    vielmehr gälte es, Demokratie als Ziel aufrechtzuerhalten.
    Was „die neue Rechte“ eigtl will: Demokratie zerstören.

    1. Demokratie ist nun einmal ein Prozess, der immer wieder erneuert werden muss, kein Zustand! Um Mißverständnisse zu vermeiden:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Deliberative_Demokratie

      … eigentlich eine Kernaufgabe von Journalismus!

      Inzwischen machen das in Berlin Architekten, Raumplaner, Sozia- und QuartiersmanagerInnen, weil sich Presse aus der Lokalität in die Medienräume zurück gezogen hat!

      Für Steuerzahler und Gesellschaft eine megateure Angelegeheit!

    2. @ Schalls Echo:

      Immer wieder amüsant, wie die Linken behaupten, die die darauf bestehen dass Gesetze eingehalten und angewandt werden, also die “neuen Rechten”, die wollten Demokratie zerstören wollen.
      Wer mit offenen Augen durchs Leben geht erkennt genau das Gegenteil:

      1.) Linke stören AKTIV das Recht der AFD auf freie Meinungsäußerung, die AFD wird an etlichen Diskussionen ausgeschlossen, Kundgebungen der AFD werden niedergebrüllt, Plakate der AFD werden zerstört,…! Das nennen die Feinde der Demokratie dann: “Den Rechten keine Bühne bieten.”

      2.) Die AFD wird in den ÖR welche eigentlich zur Neutralität verpflichtet sind, AKTIV bekämpft. Hetze, Verleumdung, einseitige Berichterstattung zum Nachteil der AFD sind in den ÖR an der Tagesordnung. So als würde der Stürmer berichten.

      3.) Die etablierten Parteien im Bundestag ändern Gesetze mit dem alleinigen Ziel, einer demokratisch gewählten Partei zu Schaden.

      4.)Lehrer, Beamte, Staatsbedienstete etc. welche zur Neutralität verpflichtet sind Hetzen in ihren Funktionen gegen eine demokratisch gewählte Partei, ohne dass dies rechtliche und dienstliche Konsequenzen nach sich zieht.

      5.) Die Linken und etablierten Parteien wenden Gesetze so an wie es ihnen gerade passt. Schulpflicht, GG Artikel 16-(2) erster Satz, Recht auf freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit etc. werden nur zum eigenen Nutzen eingehalten, ansonsten sind Verstöße dagegen “Haltung zeigen, BLA BLA)

      6. Körperverletzung, Sachbeschädigung, Brandanschläge, usw. gegen Andersdenkende sind bei den Linken tolerierte Mittel und werden in Medien und Politik ignoriert und klein geredet.

      Und Sie behaupten ernsthaft, die neue Rechte möchte die Demokratie zerstören???

      Das macht die LINKE doch schon seit Jahren!

  8. hatte auch nicht von demokratie als stasis geschrieben btw.

    aba wenn schon „megateuer“, dann dürfte ggf auch die Rede sein von schnarchen oda verschnarchen – mit verlaub.

  9. Das Problem der bewußten Manipulation durch Alpha- und Mainstream und Boulevard- Presse mit dem Ziel Massen, Teilmengen zwecks Spaltung zu beeinflussen und zu lenken, ist wirklich erschütternd. Propaganda Journalismus eben.

    Dass man da hergeht und ganz kindisch einen aufknüpft, wo ja nichts wirklich Schlimmes dran ist was der gschrieben hat, zeigt wie krank das System ist. Es gibt eine scheinheilige künstliche Aufregung und das war es dann. Interessiert wen?

  10. Zitate:
    “Es war ein bemerkenswertes Gespräch, das Der Spiegel kurz vor Weihnachten mit Giovanni di Lorenzo führte……Eigentlich liegt das auf der Hand, doch oftmals wird die Forderung nach Transparenz sogar als Bedrohung angesehen.”
    Vor dem Hintergrund des aufällig wohlwollenden Umgangs hier bei meedia.de mit Giovanni di Lorenzo als Chefredakteur der Zeit bzw. dem Magazin als solchem wurde und wird immer wieder der wohl nicht jedem Leser bekannte Umstand vermisst, dass die “Zeit” und bis vor wenigen Wochen auch meedia.de zur Holtbrinck-Familie gehör(t)en…..

    1. Ja und? Wen kümmert es?

      Mich macht es wütend wie der Mob, der Pöbel und somit die ganz normale Gesellschaft verarscht wird. Und uns sogenannte angebliche Täter zum Fraß vorgeworfen werden, damit wir uns daran abarbeiten sollten. Von wegen süffisant , -hängt ihn höher, – das schmutzige Spiel, das dreckige Menschenlebenspiel haben wir doch schon längst durchschaut. Man kann sich andere Idioten suchen, die all den Mist noch glauben.

  11. Vielleicht ist einfach der Hinweis richtig – und zwar für jede Art von Produkterstellung, auch journalistische Produkte sind Produkte – dass man sich eher am Kunden als an der eigenen Zunft orientieren sollte: Respekt vor dem Kunden sollte eine Maxime sein, die Frage, wie das Produkt sein muss, damit es dem Kunden nutzt. Für Journalisten bedeutsam scheint ferner die gesetzliche Grundlage zu sein, die insbesondere bei jeder Form von Interpretation der Beobachtungen relevant ist: wie funktionieren unser Staat und unsere Gesellschaft? Damit lassen sich dann andere Auswüchse (hochjubeln einer jugendlichen Schwedin etwa) vermeiden. Journalisten sollten sich weniger als eitle (pseudo)-Künstler verstehen, sondern mehr als Dienstleister am ?zahlenden) Publikum.

    1. Nein, die größte Ursache für den Niedergang des Journalismus sind die verlorene Glaubwürdigkeit bedingt durch offensichtliche Lügen, plumpe Propaganda, Beschimpfung Andersdenkender, einseitiger Berichterstattung und dem leicht durchschaubaren Ziel der Umerziehung.

      Und der Begriff Journalismus für das zu verwenden, was uns täglich geboten wird ist der nächste Propagandakniff.

      1. Ihr “Generalton des Eigentlichen” ist doch nur “Selbstsuggestion” und “Propaganda!”
        Da Sie ohne konkrete Beispiele verallgemeinernd argumentieren, gehört es zu einem “Kampfmuster” des Meinungskampfes aus dem “Stephen Kevin Bannon-Toolkit”.

      2. @ Michael Springer:

        Beispiele? Bitteschön:
        Brutkastenlüge, Massenvernichtungswaffenlüge Irak, Kz´s im Jugoslawienkrieg-LÜGE, HufeisenplanLÜGE, mediale Hetze zum vorbereiten eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges (laut Gerhard Schröder) auf Jugoslawien, Arabischer Frühling= einseitige Berichterstattung mit Propaganda von bezahlten Aktivisten, Hetze für einen Angriffskrieg gegen Libyen, einseitige Hetze und Lügen in der Ukraineberichterstattung, WER waren die Scharfschützen auf dem Maidan??? Eine kanadische Uni hat dazu geforscht. Die Ergebnisse werden in den Medien Totgeschwiegen. Die Vertuschung eines Massenmordes im Rathaus in Odessa. Da haben ja die GUTEN gemordet, also keine Meldung wert. Einseitige Propaganda bei der Flüchtlingsinvasion 2015: Es kommen ja nur Ärzte, Architekten, Lehrer und andere Intellektuelle war die Dauermeldung. Komischerweise haben ein erheblicher Teil von den angeblichen Intellektuellen noch nie eine Schule von innen gesehen. Das versuchte vertuschen der Kölner Silvesternacht ist auch noch nicht vergessen.

        Sie sehen selbst, ich könnte Ihnen hier seitenweise Fakten nennen. Aber das wird Sie in ihrer Blase auch nicht stören. Ideologen wie Sie haben sich nämlich schon so schöne Begriffe wie “Troll”, “Stephen Kevin Bannon”, “Populist” usw. bereitgelegt, damit Sie nicht auf Fakten eingehen müssen. Dafür werden sogar Workshops (mit Steuergeld finanziert) angeboten, nennt man dann Stammtischparolenbekämpfung oder so. Bloß ändern diese Propagandaveranstalltungen nichts an den Fakten.

      3. Da immer weniger Menschen bereit sind, für manipulierenden Journalismus zu bezahlen, soll der GEZ Betrag ja jetzt automatisch ohne Diskussion jährlich um die Inflationsrate erhöht werden. Wenn wir also die gegen unsere Interessen gerichtete Propaganda nicht mehr finanzieren wollen, werden wir dazu gezwungen. Wer wundert sich da, dass die Medien sich in einer handfesten Vertrauenkrise befinden?

      4. @Florian Hohenwarter: Ist ja klar, dass irgendwer das Ukraine-Fass aufmachen muss. Es ist schlimm, was in Odessa passiert ist. Allerdings haben nicht einfach ein paar böse “Ukrofaschisten” friedliebende Putinfreunde bei einer Sitzblockade mit Protestsongs und Schwarzmeer-Weed abgefackelt. Vielmehr sind zwei Gruppen mit hohem Gewaltpotenzial aufeinander losgegangen, dabei waren auch die späteren Opfer bewaffnet und offenkundig bereit, die Waffen einzusetzen. Wer es sich zum Ziel macht, den Gegner zu vernichten, muss einkalkulieren, vom Gegner vernichtet zu werden. Das ist bedauerlich und sinnlos, aber die Sache im Mai 14 hätte auch genau andersrum ausgehen können…. Und lassen Sie mich als jemand, der Ukrainisch und Russisch versteht und den Entwicklungen in beiden Ländern folgt sowie ihre Historien kennt, noch eines sagen: Zwar ist die Kompetenz deutscher Medien in Sachen Ukraine nicht besonders hoch – das trifft aber auch auf Russland zu. Wenn man sich mal detailliert vor Augen führt, was Russland in und mit der Ukraine abzieht, kommt vor allem der Kreml in unserer Berichterstattung viel zu gut weg. Das ist ein Eindruck, der sich durch zahlreiche Fakten untermauern lässt. Um Fakten beurteilen zu können, ist aber bisweilen viel Arbeit erforderlich (Sprachen lernen, wissenschaftliche Fragestellungen erörtern, Auslandsaufenthalte, Monitoring von Entwicklungen). Ich kann jeden verstehen, der dafür keine Zeit hat. Aber dann sollte derjenige auch nicht die Expertise derer in Frage stellen, die sich über Jahre ein Fachwissen aufgebaut haben, dass über etwas Facebook und ein paar “alternativen Medien” hinausgeht. Insofern ist die Berichterstattung um die Ukraine und Russland zwar oft nicht besonders fundiert (was in der Tat ein Problem ist), ihre Tendenzen aber durchaus belastbar.

  12. Euer Problem als Branche ist einfach.
    Ihr seid durch die Bank Dummbatze.
    Vermutlich wurden früher die Wäschekörbe mit Leserbriefen vorsortiert.
    Heute gehen die Kommentare ein und die lassen euch immer dumm aussehen.
    Weil die halt näher an der Wahrheit sind.
    Immer.
    Es existiert keine Welt, in der auch nur eine eurer veröffentlichen Zwangslügen nicht korrigiert würde und entsprechend mehrfach von der Presse abgeblockt sein worden muss.

    Dummbatzpresse halt.

    Wenn ein Tümpelalpha in einen Teich geschmissen wird knackt’s schon hart am Ego.
    Im globalen Wissensmehr … wir lesen hier Erfahrungen ertrinkender.

  13. Ich sehe übrigens, anders als der Autor, nicht grundsätzlich ein Problem darin, wenn Stiftungen oder andere Träger journalistische Projekte finanzieren.

    Genauso wie diese Akteure haben nämlich auch Medienhäuser bzw. ihre Eigentümer weltanschauliche, finanzielle und wirtschaftliche Interessen und Verbindungen, die sie schützen möchten. Die paar ganz großen Titel unseres Landes mögen sich eine völlige redaktionelle Unabhängigkeit leisten können. Auf Ebene der regionalen Medienhäuser ist das schon anders: Da gibt es in manchen Häusern in der Berichterstattung durchaus mal Tabus und Themen, die nicht mit der nötigen Härte angefasst werden.

    Möglicherweise eine Tendenz, die sich künftig verstärken könnte. Mit der sinkenden Rentabilität journalistischer Arbeit schwindet mancherorts auch der verlegerische Glaube daran und wendet sich neuen Geschäftsfeldern zu.

    Weil man aber ja ohnehin und bis auf weiteres noch eine Redaktion in Lohn und Brot hat, kann man über deren Produkte immerhin Berichterstattung im Sinne der eigenen Agenda machen.

    In anderen Gegenden der Welt gönnen sich Oligarchen irgendwann im Laufe ihrer Karriere Medienunternehmen, um die Öffentlichkeit in ihrem Sinne beeinflussen zu können. In Deutschland sollte man hier und da aufpassen, dass nicht Verleger ihr Medienunternehmen irgendwann nutzen, um zumindest regionale Oligopole aufzubauen.

  14. In der Frage nach der neuen Haltung unterliegen die meisten Journalisten dem Irrglauben, sie hätten eine Wahl.
    Kein Journalist im Mainstream darf schreiben, was er will. Damit angehende Journalisten nicht auf die Idee kommen es doch zu tun, steckt man sie ein paar Jahre zur Gehirnwäsche in Universitäten und bietet dann einen präkären Arbeitsmarkt.
    Die Systemkonformität und Bückkriecherei vor dem größten Anteilseigner und der Politik kommt dann ganz von selbst, ohne das das die Journalisten auch noch mitbekommen.
    Einfachster Test, wenn man das nächste mal mit einem Journalisten spricht: Ihm sagen er solle einfach mal etwas veröffentlichen, was der Chef nicht gut findet um zu testen, wie frei er ist.

    1. Besser mit dem Chef reden. Es soll was veröffentlichen lassen was er selber nicht so gut findet. Wo er richtig Bauchweh kriegt.😊

  15. Relotius hat nur geliefert was man hören wollte……Trump hat recht “Fake News Medien”

    Die Eliten sind das Problem…Netzwerke!

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