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„Werden Rechtsmittel einlegen“: Bild verhindert polizeiliche Durchsuchung von Redaktionsräumen

Bild-Chef Julian Reichelt

Am Samstagnachmittag haben mehrere Polizeibeamte versucht, Zugang bei der Bild zu bekommen. Dies berichtet das Nachrichtenportal am Montag in eigener Sache. Angeblicher Grund soll ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Verdachts auf Volksverhetzung sein. Die Ermittler, heißt es im Bericht, „wollten Internet-Zugriffsdaten von Bild-Lesern beschlagnahmen“.

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Am Samstag sollen Ermittler versucht haben, Zugang zur Redaktion der Bild-Zeitung in Berlin zu bekommen. Die Beamten seien laut Medienbericht gekommen, um im Auftrag des Landeskriminalamts Hessen und der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main Internet-Zugriffsdaten von Lesern zu beschlagnahmen.

Allerdings sei ihnen bereits am Eingang der Zutritt verweigert worden, weil die Polizisten keinen Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss dabeigehabt hätten. Telefonisch war der Redaktion laut Bericht mitgeteilt worden, dass Gefahr im Verzug gewesen sei und es am Wochenende keine Möglichkeit eines richterlichen Beschlusses gebe.

Genaue Hintergründe unklar

Worum es dabei konkret ging, ist unklar. Als möglichen Grund nennt das Boulevard-Blatt ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Verdachts der Volksverhetzung. Vermutet wird, dass es dabei um ein internes Verfahren gegen Polizisten gegangen sein soll, die eine NSU-Opferanwältin bedroht haben sollen. Unklar sei jedoch, ob die Ermittler auf der Suche nach einem möglichen Informanten waren.

Bild-Chef Julian Reichelt sagte zum Vorfall: „Aufgrund des hohen Gutes des unantastbaren Informantenschutzes wird Bild niemals freiwillig Daten von Lesern oder Informanten herausgeben. Gegen mögliche richterliche Anordnungen wird Bild Rechtsmittel einlegen.“

Die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main betonte auf Anfrage von MEEDIA, dass dazu zum „jetzigen Zeitpunk keine Auskünfte erteilt werden können“.

tb

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