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“Ich gucke gern mal eine schöne Frau an”: BamS fällt auf Fake-Twitteraccount von JU-Chef Kuban herein

JU-Chef Tilman Kuban, Helm-Kampagne des Bundesverkehrsministeriums
JU-Chef Tilman Kuban, Helm-Kampagne des Bundesverkehrsministeriums ©Picture-Alliance/ Montage: MEEDIA

Man könnte meinen, dass Medien vorsichtiger geworden sind, wenn es um die Prüfung von Tweets bekannter Personen und Politiker geht. Doch am Wochenende fiel die BamS auf vermeintliche Äußerungen des JU-Chefs Tilman Kuban herein. Allerdings ist Twitter selbst Teil des Problems.

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Eigentlich hätte man schon bei der Kampagne selbst davon ausgehen können, dass es sich um einen Fake handelt: Ein junges Model, bekleidet mit einem Spitzen-BH und einem Helm, schaut in die Kamera. Über ihrem Körper der Schriftzug: “Looks like shit, but saves my life”. Zu Deutsch: “Sieht besch… aus, aber rettet mein Leben.” Was genauso gut eine ungewöhnliche Kondomwerbung hätte sein können, ist eine offizielle und 400.000 Euro teure Kampagne des Bundesverkehrsministeriums.

Damit will Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nach eigener Aussage “aufwecken” und die Menschen dazu animieren, auf dem Fahrrad einen Helm zu tragen. Über die Frage, warum und ob dafür eine spärlich bekleidete Frau auf dem Plakat zu sehen sein muss, wird nicht nur in den sozialen Medien seitdem heftig diskutiert.

“Ich gucke gerne mal eine schöne Frau an”

So zitierte die BamS etwa Maria Noichl, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen: „Es ist peinlich, dumm und sexistisch, wenn der Verkehrsminister seine Politik mit nackter Haut verkauft. Deshalb: Runter mit den Plakaten.“ Diese sollen eigentlich ab kommenden Dienstag deutschlandweit an viel befahrenen Straßen aufgestellt werden.

In dem Artikel zitierte das Springer-Blatt auch einen vermeintlichen Tweet des Junge-Union-Chefs Tilman Kuban mit den Worten: “War klar, dass die Genderisten sich jetzt wieder empören. Ich gucke gerne mal eine schöne Frau an.” Der Haken: Es handelte sich um einen Fake- bzw. Satire-Account, der seit Wochen schon den JU-Chef auf die Schippe nimmt:

BamS reagierte zügig

Der 31-Jährige ist seit vergangener Woche selbst in der Kritik, nachdem er eine “Gleichschaltung” – ein Begriff der Nazis – in der CDU unter Kanzlerin Angela Merkel beklagt hatte.

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Die BamS reagierte nach Leser-Feedback noch am selben Tag und entfernte die entsprechende Passage im Artikel, in dem sie auch nochmal auf die Änderungen hinweist. In einem Tweet entschuldigte man sich bei den Lesern und Kuban selbst.

Wer hinter dem Fake-Account steckt, ist unklar. Die Betreiber twittern allerdings unter falschem Namen munter weiter:

Derzeit keine Account-Verifizierung möglich

Kuban twittert allerdings seit 2012 auf seinem Account, während der Fake-Account erst im März angelegt registriert worden war. Allerdings bietet Twitter zur einfacheren Identifizierung einen “blauen Haken” für Profile von Prominenten und Politikern an, die sich dafür wiederum verifizieren lassen müssen.

Allerdings hat Twitter das Programm bis auf Weiteres suspendiert. Das eröffnet Betrügern immer neue Möglichkeiten, im Namen von bekannten Personen neue Accounts anzulegen.

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