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“Wir sind misstrauisch gegenüber der Idee”: New-York-Times-CEO warnt Publisher vor Apple News

Ist skeptisch gegenüber Apple News: NYT-CEO Mark Thompson
Ist skeptisch gegenüber Apple News: NYT-CEO Mark Thompson © Foto: Picture Alliance/ Montage: MEEDIA

Publisher dürften durch digitale Plattformen nicht die Kontrolle über ihre Produkte verlieren. Vor dem Start von Apple News hat sich Mark Thompson, CEO der New York Times (NYT) gegenüber Reuters kritisch zum neuen Dienst des iPhone-Herstellers geäußert. Den Nachrichtenorganisationen könnte ein ähnliches Schicksal bevorstehen wie TV- und Filmproduzenten angesichts des Aufstiegs von Netflix, glaubt er.

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Der NYT-CEO Mark Thompson hat sich im Interview mit Reuters zum bevorstehenden Start von Apple News und dessen Nutzen für Publisher geäußert. “Wir sind misstrauisch gegenüber der Idee, Menschen daran zu gewöhnen, dass sie unseren Journalismus auch anderswo bekommen”, erläuterte Thompson. Das Medienhaus sei hinsichtlich externer Digitalplattformen ohnehin besorgt, dass beispielsweise NYT-Journalismus mit den Inhalten anderer Nachrichtenorganisationen vermengt werde.

Apple News soll am Montag starten und innerhalb der Apple News-App integriert sein. Der als “Netflix für News” umschriebene Abo-Dienst für journalistische Angebote war bei renommierten Verlagshäusern allerdings wegen der hohen Umsatzbeteiligung Apples auf heftigen Widerstand gestoßen. Das Wall Street Journal hatte im Februar berichtet, der iPhone-Konzern wolle bei seinem Dienst einen außergewöhnlich hohen Erlösanteil von etwa 50 Prozent behalten. Das Interesse an einer Beteiligung ist daher bislang gering.

Ähnliche Entwicklungen wie durch Netflix?

Laut NYT soll allerdings das Wall Street Journal offenkundig mit Apples Konditionen einverstanden sein und seine Inhalte im neuen Apple-Premium-Angebot bereitstellen. Nutzer erhalten dann für zehn US-Dollar monatlich Zugriff auf eine Vielzahl von Magazin- und Zeitungsinhalten (MEEDIA berichtete). Die NYT selbst berechnet 15 Dollar monatlich für ihr eigenes Digitalabo.

Der NYT-Chef warnt davor, dass den Publishern durch Apple News das gleiche Schicksal bevorstehe wie den TV- und Filmproduzenten in Hollywood durch das Geschäftsmodell von Streamingdienst Netflix. “Würde ich einen amerikanischen TV-Sender leiten, hätte ich mir zweimal überlegt, ob ich meine ganze Bibliothek Netflix gebe”, so Thompson. Die Netflix-Entwicklung sei der Grund, warum das Unternehmen Deals mit Digitalplattformen vermeidet, bei denen sie die Kontrolle über ihre Kundenbeziehungen oder Inhalte verlieren könnte.

“Ist es wirklich sinnvoll, Netflix zu helfen, eine gigantische Abonnentenzahl zu gewinnen”

“Selbst wenn Netflix einem eine Menge Geld angeboten hat”, fragt er, “ist es wirklich sinnvoll, Netflix zu helfen, eine gigantische Abonnentenzahl zu gewinnen, die es ihnen ermöglicht, neun Milliarden Dollar pro Jahr in eigene Inhalte zu investieren und mir dann immer weniger für meine Inhalte bezahlt?”

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Die von der NYT gewählte Strategie will Thompson, wie er gegenüber Reuters nun betonte, nicht aufgeben, um sich anderen Plattformen anzuschließen. Gespräche mit Apple wollte er nicht kommentieren. Das US-Traditionsblatt steht auch dank starker Zuwächse im digitalen Bereich gut da.

 

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Im 4. Quartal 2018 kamen rund 265.000 Digitalabos dazu. Das ist der höchste Zuwachs im Digitalgeschäft seit dem US-Wahlkampf 2016, der das Interesse an politischen Nachrichten massiv befeuerte. Mit 3,4 Millionen Etwa 3,4 Millionen Digitalabos macht die NYT bald digital mehr Umsatz als mit dem Printgeschäft.

Zählt man die Print-Ausgabe dazu, kommt die Zeitung derzeit auf 4,3 Millionen Kunden. Angesichts des starken Wachstums setzt sich das Unternehmen ehrgeizige Ziele: Bis zum Jahr 2025 soll die Marke von zehn Millionen Abos geknackt werden,

tb

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