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Konsequenz aus Relotius-Affäre: designierter Spiegel-Chefredakteur Ullrich Fichtner bekommt Posten nicht

Stolpern über Betrugs-Affäre um Reporter Relotius: Ullrich Fichtner (im Bild) und Matthias Geyer, die ihre  Posten als Chefredakteur und Blattmacher endgültig nicht antreten werden
Stolpern über Betrugs-Affäre um Reporter Relotius: Ullrich Fichtner (im Bild) und Matthias Geyer, die ihre Posten als Chefredakteur und Blattmacher endgültig nicht antreten werden © Foto: DER SPIEGEL

Nun ist es endgültig: Drei Monate, nachdem die Relotius-Affäre den Spiegel erschüttert hat, zieht Chefredakteur Steffen Klusmann eine erste dauerhafte Konsequenz. Wie das Nachrichtenmagazin am Mittwochmorgen mitteilt, wird Ullrich Fichtner den Posten als Chefredakteur des Printmagazins nicht bekommen. Auch der designierte Blattmacher Matthias Geyer erhält stattdessen neue Aufgaben. Geyer gibt zudem die Leitung des Gesellschaftsressorts ab.

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In der Meldung des Verlags heißt es wörtlich: “Die Chefredaktion des Spiegel wird Ullrich Fichtner und Matthias Geyer mit neuen strategischen Aufgaben in der gemeinsamen Redaktion betrauen. Die ihnen ursprünglich zugedachten Leitungsfunktionen, Chefredakteur und Blattmacher, treten sie in Einvernehmen mit der Chefredaktion nicht an. Matthias Geyer gibt auch die Leitung des Ressorts Gesellschaft ab – auf eigenen Wunsch.”

Chefredakteur Klusmann fügt hinzu: „Die Untersuchung der Kommission, die sich mit der Aufarbeitung des Falls Relotius beschäftigt, hat ergeben, dass Ullrich Fichtner und Matthias Geyer keine persönliche Schuld an den Betrugsfällen trifft. Gleichwohl übernehmen sie Verantwortung, um den hohen Maßstäben gerecht zu werden, die wir auch an andere anlegen, und um jegliche Zweifel an der Integrität des Spiegel auszuräumen. Dafür gebührt ihnen Respekt.“

Die neuen Aufgaben für Fichtner und Geyer: Reporter und Redakteur für besondere Aufgaben

Ullrich Fichtner wird demnach Reporter mit besonderen Aufgaben und direkt an die Chefredaktion angebunden sein. Er wird Titelgeschichten konzipieren und verfassen und im Auftrag der Chefredaktion große Projekte vorantreiben. Matthias Geyer arbeitet der Presseaussendung zufolge künftig als Redakteur für besondere Aufgaben; ebenfalls in direkter Linie zur Chefredaktion. Er werde sich “im Auftrag von Blattmachern und Chefredaktion insbesondere um die Textqualität kümmern”.

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Klusmann ist trotz der Nicht-Berufung in die Top-Positionen um Schadenbegrenzung bemüht und lobt beide Redakteure: „Ullrich Fichtner und Matthias Geyer sind hervorragende Journalisten, ich bin daher sehr froh, dass sie auf dem Weg zu einer gemeinsamen Redaktion weiter gestaltend mit dabei sind.“

Über die Neubesetzung der vakanten Positionen wird laut Verlag in den kommenden Wochen entschieden. Das Gesellschaftsressort wird bis auf Weiteres von der stellvertretenden Ressortleiterin Özlem Gezer geführt.

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Alle Kommentare

  1. Das Problem von Spiegel und Co sind nicht Gieselmann und Relotius – das Problem ist, dass der Fisch vom Schwanz bis zum Kopf ununterscheidbar genau so duftet, wie die beiden genannten Preisträger, die man bis kürzlich ja auch ganz toll fand, weil sie das geschrieben haben, was sie geschrieben haben.

    Unwort des Jahres 2014: Lügenpresse
    Journalist of the year 2014: Claas Relotius

    Zufälle gibts…

  2. Klusmann ist trotz der Nicht-Berufung in die Top-Positionen um Schadenbegrenzung bemüht und lobt beide Redakteure:

    Für was eigentlich werden die beiden Herren auch noch gelobt…???

  3. Man schaue sich den aktuellen Spiegel über Gewalt gegen Rettungskräfte an. Das Foto eines Dackels suggeriert mal wieder, dass käme alles von den bösen Biodeutschen… So verdreht man die Fakten beim Spiegel auch in einer “Post-Relotius”–Zeit.

    1. Hätte mich auch gewundert, wenn sich beim Spiegel wirklich etwas ändern würde. Die eine Sache sind die Chefredakteure, welche gewisse Geschichten erwarten, das andere sind die Schreiber welche schon eine gewisse Färbung haben wenn sie dort anfangen. Ein aufrichtiger Journalist würde es dort sowieso nicht lange aushalten.

  4. Alte, weiße, privilegierte Männer.

    Warum wieder keine schwarze, muslimische Diverse?
    Lest ihr beim Spiegel etwa euren eigenen journalistischen Auswurf nicht ?

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