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Nach Freilassung: Junge Freiheit-Journalist Billy Six will Bundesregierung wegen mangelnder Hilfe verklagen

Billy Six bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Berlin
Billy Six bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Berlin ©imago images / Christian Thiel

Der nach viermonatiger Haft in Venezuela freigelassene Journalist Billy Six will die Bundesregierung wegen mangelnder Unterstützung während seiner Zeit im Gefängnis verklagen. Er wirft dem Auswärtigen Amt vor, nicht gegen die Inhaftierung protestiert zu haben und will gerichtlich feststellen lassen, dass dies rechtswidrig gewesen sei. Das Auswärtige Amt weist den Vorwurf von sich.

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“Ich möchte erreichen, dass nie wieder einem deutschen Staatsbürger passiert, was mir passiert ist, sondern dass wir uns hundertprozentig auf die deutsche Regierung verlassen können”, sagte Six am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin. “Ein deutscher Staatsbürger muss von seiner Regierung beschützt werden bei einem Notfall im Ausland.”

Das Auswärtige Amt hat den Vorwurf fehlender Hilfeleistung bereits zurückgewiesen und unter anderem auf vier Haftbesuche von Botschaftsangehörigen verwiesen. Die Deutsche Botschaft in Caracas habe Six “vom Bekanntwerden des Haftfalls bis zum Zeitpunkt seiner Ausreise vom Flughafen Maiquetía Simón Bolívar eng konsularisch betreut”, hieß es bereits am Wochenende aus dem Ministerium.

Bereits kurz nach Ankunft hatte Six den wartenden Journalisten ihre Fragen beantwortet. Dort sagte er unter anderem: “Mein größter Gegner war nicht der Diktator von Venezuela, sondern die deutsche Regierung.”

“Er wird dort sicherer sein”

Six war am Wochenende freigelassen worden und am Montag nach Deutschland zurückgekehrt. Kurz zuvor hatten die venezolanische NGO Espacio Público und die Pressegewerkschaft SNTP via Twitter mitgeteilt, dass Six in Richtung Deutschland unterwegs sei. “Er wird dort sicherer sein, und das ist das Wichtigste”, schrieb SNTP. Espacio Público verbreitete ein Foto von Six, der im Flugzeug mit zwei Fingern ein Siegeszeichen in die Kamera zeigt. Six war am Freitag unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Er muss sich alle 15 Tage bei den Behörden melden und darf in den Medien nicht über seinen Fall sprechen.

Der Journalist hatte in der Vergangenheit unter anderem für die rechte Wochenzeitung Junge Freiheit geschrieben. Er war Mitte November in Venezuela festgenommen worden, weil er bei einer Rede des linksnationalistischen Staatschefs Nicolás Maduro die Sicherheitsbegrenzung überschritten haben soll. Ihm wurden Spionage und Rebellion zur Last gelegt. Darauf stehen in Venezuela bis zu 28 Jahre Haft. Six war in dem berüchtigten Geheimdienstgefängnis El Helicoide in Caracas inhaftiert. Er klagte mehrfach über die harten Haftbedingungen und trat zeitweise in Hungerstreik.

Danksagung an Russlands Außenminister

Der Fall Six war auch in Deutschland zum Politikum geworden: Die AfD hatte der Bundesregierung vorgeworfen, sich wegen Six‘ politischer Einstellung nicht mit genug Nachdruck für dessen Freilassung einzusetzen. Ähnliche Vorwürfe erhoben die Eltern von Six. Das Auswärtige Amt hatte diese Vorwürfe zurückgewiesen.

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Auf die Freilassung des Journalisten hatte die AfD am Samstag freudig reagiert. Der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Armin-Paul Hampel, dankte ausdrücklich dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, der all seinen Einfluss dafür eingesetzt habe.

Die zunehmend autoritäre Regierung von Staatschef Maduro hatte zuletzt mehrere ausländische Journalisten festnehmen und ausweisen lassen. Erst am Freitag wurde ein polnischer Journalist von Polizisten heftig verprügelt. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Venezuela auf Platz 143 von 180 Staaten.

dpa

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Alle Kommentare

  1. Zu Six:
    “Er muss sich alle 15 Tage bei den Behörden melden und darf in den Medien nicht über seinen Fall sprechen.”

    WER hat das angeordnet? Ohne diese Information ist der ganze Arikel sinnlos.

  2. Eigenartig. Bei einem Deniz Yücel, welcher in seiner Hetze gegen Deutschland schon an die Grenze der Volksverhetzung kommt, (ach so, ich hab vergessen dass Deutsche nicht als Volk gelten, laut Richterspruch) da Berichten ALLE Medien in Dauerschleife über den armen Deniz. Aber bei Billy Sixt, da hört man kein Wort. Weisung aus dem Bundeskanzleramt?

    https://www.compact-online.de/freigelassener-journalist-billy-six-erhebt-schwere-vorwuerfe-die-deutsche-regierung-wollte-mich-in-dort-verrecken-sehen/

  3. Die Sache wird von der Systempresse einfach tot geschwiegen. Nur echte Patrioten wie “Etwas besseres als Deutschland findet sich allemal”-Yücel werden thematisiert.

  4. Spiegel-Online findet zu “Billy Six” 41 Suchergebnisse, aber am 17.03 endet die Berichterstattung offenbar für den Spiegel, die heftigen Vorwürfe von Herrn Six sind kein Thema.

    Bei DIE ZEIT das gleiche Bild, Heiko Maas hat die Leitmedien gut unter Kontrolle !

    1. Bei DIE ZEIT das gleiche Bild, Heiko Maas hat die Leitmedien gut unter Kontrolle !

      Nein!

      Mit Maas hat das nichts zu tun. DIE ZEIT ist einfach so. Genauso will deren Leserschaft es haben und nicht anders. Mit diesem Geschäftsmodell “fährt” DIE ZEIT erstklassig. Die Zuwachszahlen sind nicht gigantisch, aber vorhanden. DIE ZEIT bedient eine Leserschaft die quasi in einer Raumkapsel lebt und die in der Realität nur mit ähnlich tickenden Menschen verkehrt.

      Der Berliner Tagesspiegel hat einen ähnlichen Versuch gemacht. Irgendwie ist dieser Versuch aber irgendwo im Nirvana fest gefahren und macht keine Fortschritte mehr.

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