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“Keine Grundlage für vertrauensvolle Zusammenarbeit”: Holger Steltzner scheidet als FAZ-Herausgeber aus

Steltzner muss das Herausgebergremium der FAZ verlassen
Steltzner muss das Herausgebergremium der FAZ verlassen ©imago/Reiner Zensen/ Montage: MEEDIA

Holger Steltzner ist nicht mehr länger Herausgeber der FAZ. Das hat das Medienhaus per Pressemitteilung bekanntgegeben. "Die Grundlage für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den anderen Herausgebern war nicht mehr gegeben", heißt es darin kurz und knapp. Steltzner war seit 2002 einer von vier Herausgebern der Zeitung.

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Die FAZ ist die einzige Zeitung in Deutschland, die nicht von einem Chefredakteur, sondern einem vierköpfigen Herausgebergremium geleitet wird. Die Herausgeber, die zugleich Gesellschafter der GmbH sind, bestimmen seit jeher die Leitlinie des Blattes. Nun hat einer das Gremium verlassen.

Holger Steltzner arbeitet seit 1993 bei der FAZ und war seit 2002 als Herausgeber für den Wirtschafts- und den Sportteil zuständig. Er vertritt dabei hauptsächlich wirtschaftsliberale Positionen.

Hintergrund ist unklar

Wie das Medienhaus nun verkündet, ist Steltzner aus dem Herausgebergremium ausgeschieden, weil es keine gemeinsame Grundlage mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gegeben habe. Was genau das bedeutet, bleibt zunächst unklar. Auf Nachfrage wollte eine Sprecherin nicht konkreter darauf eingehen. Die anderen Herausgeber der FAZ sind Werner D’Inka (Rhein-Main-Zeitung), Jürgen Kaube (Feuilleton) und Berthold Kohler (Politik).

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In der Geschichte der FAZ kam es bislang zweimal zu Entlassungen von Herausgebern: Einmal der von Jürgen Tern im Jahr 1970 und der von Hugo Müller-Vogg im Jahr 2001. Bei beiden gab es vom Verlag keine offiziellen Begründungen. Die Zahl der Herausgeberposten bei der FAZ hat in der Vergangenheit immer zwischen vier und sechs variiert. Als Günther Nonnenmacher im Jahr 2014 aus Altersgründen als Herausgeber ausschied, wurde seine Stelle nicht neu besetzt.

Scheidet einer der Herausgeber aus, bestimmen die Verbleibenden den Nachfolger. Wer das wird, will die FAZ zu gegebener Zeit bekannt geben. Vielleicht ringt man sich diesmal ja dazu durch, eine Frau für das seit jeher von Männern dominierte Gremium aufzunehmen.

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