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Streaming-Streit eskaliert: Spotify wirft Apple vor, “ein Monopolist” zu sein

Spotify-CEO Daniel Ek: Die Auseinandersetzung mit Apple wird rauer
Spotify-CEO Daniel Ek: Die Auseinandersetzung mit Apple wird rauer

Die Attacken werden schärfer. Anfang der Woche hat Spotify gegen Apple vor der EU-Kommission Beschwerde eingelegt und dem US-Tech-Giganten unfairen Wettbewerb im Streaming-Markt vorgeworfen. Apple konterte am Freitag mit dem Vorwurf, dass Spotify bestrebt sei, alle Vorteile des App Store-Ökosystems einzubehalten, ohne einen Beitrag zu diesem Marktplatz zu leisten. Daraufhin fahren die Schweden noch schwereres Geschütz auf und werfen dem iKonzern vor, "ein Monopolist" zu sein.

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Am Freitag hatte ein Spotify-Sprecher gegenüber dem Unterhaltungsmagazin Variety erklärt: “Jeder Monopolist wird erklären, dass er nichts falsch gemacht habe und dass er seinen Kunden und Wettbewerbern gegenüber die besten Absichten im Herzen trage”.

Der schwedische Streaming-Pionier erklärte weiter gegenüber Variety: “Wir haben unsere Beschwerde gegen Apple eingereicht, weil Apples Handlungen dem Verbraucher und dem Wettbewerb schaden und eine klare Rechtsverletzung darstellen. Dies wird daraus deutlich, dass Apple Spotify-Nutzer auf iOS für seine Kunden hält und nicht für unsere”, erläutert der weltgrößte Musik-Dienst die Hintergründe seiner Beschwerde gegen Apple vor der EU-Kommission, die bei EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager reflexartig Gehör fand.

Spotify wirft Apple unfairen Wettbewerb vor

Anfang der Woche hatten die Schweden dem iPhone-Hersteller, der mit seinem Musik-Streaming-Angebot Apple Music seit Mitte 2015 direkter Streaming-Konkurrent ist, unfairen Wettbewerb vorgeworfen. Spotify wehrt sich – wie auch Netflix –  vor allem dagegen, dass der Musikstreaming-Marktführer einen signifikanten Teil der Erlöse an Apple abführen muss, wenn Nutzer ein Bezahl-Abo über Apples Ökosystem abschließen.

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Seit Bestehen des App Stores 2008 kassiert Apple 30 Prozent der Erlöse, während 70 Prozent beim App-Anbieter bleiben. Bei Abo-Erlösen senkt Apple die Abgabe ab dem zweiten Jahr auf 15 Prozent.  “Wenn wir diese Steuer bezahlen, würde uns das zwingen, unsere Premium-Mitgliedschaft künstlich deutlich teurer zu machen als Apple Music”, kritisierte Spotify-CEO Chef Daniel Ek Apples Geschäftsgebaren. Seit einiger Zeit können interessierte Spotify-Neukunden das Abo nicht mehr über das iPhone abschließen – Netflix handelte zuletzt unisono.

“Spotify ist bestrebt, alle Vorteile des App Store-Ökosystems einzubehalten”

Apple selbst bezog am Freitag ebenfalls in deutlichen Worten Stellung zu den Spotify Vorwürfen. “Nachdem Spotify den App Store jahrelang genutzt hat, um sein Geschäft enorm auszubauen, ist Spotify bestrebt, alle Vorteile des App Store-Ökosystems – einschließlich der beträchtlichen Einnahmen, die es mit Kunden des App Stores erzielt – einzubehalten, ohne einen Beitrag zu diesem Marktplatz zu leisten”, erklärte der inzwischen wieder zweitwertvollste Konzern der Welt in einer Stellungnahme.

“Spotify hat jedes Recht, sein eigenes Geschäftsmodell festzulegen, aber wir fühlen uns verpflichtet zu reagieren, wenn Spotify seine finanzielle Motivation hinter irreführender Rhetorik verbirgt, über das wer wir sind, was wir aufgebaut haben und was wir tun, um unabhängige Entwickler, Musiker, Songwriter und Kreative sämtlicher Couleur zu unterstützen”, konterte Apple in deutlichen Worten. Das seit Jahren mit harten Bandagen geführte Streaming-Duell zwischen Spotify und Apple – es droht nun zu eskalieren.

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