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#trending: “Höheres Taschengeld für Asylbewerber”, Christian Lindner, der Ethiopian-Airlines-Absturz und Billy’s Donuts

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Guten Morgen! Für mich ist ja ein Bundesliga-Spieltag erst komplett, wenn ich auch den Experten und "Experten" von "Doppelpass", "Wontorra" und "Sky 90" zugehört habe. Wenn ich mich bestätigt fühle, mich in anderen Momenten ärgere oder auch immer wieder mal den Kopf schüttele, wie oft bei einer Mannschaft, bei der noch vor wenigen Wochen alles schlecht war, auf einmal alles perfekt ist.

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#trending // “Höheres Taschengeld für Asylbewerber”

Wieder so ein Aufreger mit Ansage: Bild berichtet unter der Headline “SPD plant mehr Taschengeld für Asylbewerber” darüber, dass “alleinstehende Erwachsene statt bisher 135 Euro Taschengeld im Monat künftig 150 Euro erhalten” sollen. Der entscheidende Satz in dem Artikel lautet: “Die Regierung ist gesetzlich verpflichtet, die Asyl-Leistungen regelmäßig anzupassen. Grundlage ist die jährliche Einkommens- und Verbraucherstichprobe”, als Aufreger taugt die Story also eigentlich nur bedingt. Tatsächlich müsste der Betrag jeweils zum 1. Januar angepasst werden, was allerdings in den vergangenen Jahren nicht geschah, weil ein Gesetzentwurf im Bundesrat scheiterte.

Wie auch immer man zu den Summen steht, die Asylbewerber bekommen, geht es hier also um Rechtsstaatlichkeit, um die Einhaltung von gesetzlichen Regelungen. Es geht nicht wirklich darum, dass “die SPD” oder “Arbeitsminister Hubertus Heil” Asylbewerbern mehr Geld geben will, sondern eher darum, dass sich “die SPD” oder “Arbeitsminister Hubertus Heil” an Gesetze halten wollen. In Zeiten, in denen via Social Media aber vor allem Headlines konsumiert werden, bleibt dann aber eben nur “SPD plant höheres Taschengeld für Asylbewerber” bei vielen hängen – und die Empörung ist da.

Bild sammelte mit der Story dann 61.200 Interaktionen auf Facebook und Twitter ein, große Teile davon über Facebook-Seiten von AfD-Politikern wie Alice Weidelder Partei selbst – oder Seiten aus dem Umfeld der Partei. In die Top Ten der Social-Media-News-Charts schafften es am Sonntag mit dem Thema auch noch Focus Online mit 12.000 Reaktionen, die Epoch Times mit 10.600, die Welt mit 9.700, GMX mit 9.200 und die Frankfurter Allgemeine mit 6.800 Interaktionen.

#trending // Christian Lindner und die “Profis”

Ein mindestens missverständlicher Tweet des FDP-Chefs Christian Lindner sorgte am Sonntag für Wirbel. Er hatte gepostet: “Ich finde politisches Engagement von Schülerinnen und Schülern toll. Von Kindern und Jugendlichen kann man aber nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis.” Verstanden wurde das von den meisten damit, dass die Kinder doch bitte zu Hause bzw. in der Schule bleiben sollen, die Politiker würden den Klimaschutz schon regeln.

Zwar erläuterte Lindner – u.a. am Abend bei “Anne Will” -, mit “Profis” seien ausschließlich die Wissenschaftler gemeint, die sich mit dem Thema Klimawandel auskennen – und eben nicht Politiker, doch der Beigeschmack, Lindner traue Kindern nicht viel zu, bleibt. Und die Forderungen der Kinder stehen denen der Wissenschaftler ohnehin sehr nahe. Im Sommer 2017 klang Lindner da noch ganz anders. Er ließ im Bundestagswahlkampf mit seinem Konterfei u.a. plakatieren: “Schulranzen verändern die Welt. Nicht Aktenkoffer.” Heute müsste auf einem solchen Plakat wohl stehen: “Aktenkoffer verändern die Welt. Nicht Schulranzen.”

Der Lindner-Tweet war mit fast 3.000 Likes und Retweets zwar der erfolgreichste Tweet deutscher Politiker des Wochenendes, doch diverse kritische Antworten sammelten noch mehr Interaktionen ein: Der Tweet des Zeit-Redakteurs Martin Eimermacher beispielsweise, der den Unterschied zwischen Lindners Post und dem damaligen Wahlplakat mit den Worten “Wie anders Christian Lindner klingt, wenn gerade kein Wahlkampf ist” kommentierte und 18.000 Likes und Retweets ergatterte. Oder der Tweet von Fridays For Future Germany, der u.a. klar stellte: “Die Wissenschaft steht auf unserer Seite. Wir fordern, dass endlich auf sie gehört wird! Unite behind the science!” Ähnliches twitterte der Klimaforscher Stefan Rahmstorf: “Die Klima-Profis sind klar auf Seiten der Schüler! Die Schüler gehen auf die Straße, weil die Politiker trotz schöner Worte die Klimaziele verfehlen. Greta Thunberg versteht mehr vom knappen Emissionsbudget und den Kipppunkten des Klimas als Herr Lindner.” 3.750 Likes und Retweets gab es dafür. Meinungen, die Lindner verteidigten, gab es unter den Tweets mit den meisten Interaktionen keine.

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#trending // Der Ethiopian-Airlnes-Absturz

Während das Thema in Deutschland bei den Social-Media-Nutzern keins der ganz großen war, dominierte der Absturz einer Boeing 737 der Ethiopian Airlines international die Rankings nach Social-Media-Interaktionen. So gab es für die BBC-Story “Ethiopian Airlines: ‘No survivors’ on crashed Boeing 737” 275.000 Reaktionen, CNN erreichte mit “Ethiopian Airlines crash: Boeing 737 crashes near Addis Ababa” 106.000 Interaktionen, Al Jazeera mit “Ethiopian Airlines plane crash: ‘No survivors’ among 157 on board” 90.000 und Mail Online mit “Ethiopian Airlines plane on its way to Nairobi crashes with 157 people on board” 76.000.

#trending // Billy’s Donuts

Es ist eine dieser Geschichten, in denen die Kraft der sozialen Netzwerke deutlich wird: Die Kraft, auch mal Positives zu bewirken. Ein Fotograf namens Billy By aus Texas postete auf seiner Facebook-Seite, dass seine Eltern einen Donut-Shop aufgemacht haben, der nach ihm benannt wurde: Billys Donuts. 10 Likes gab es, einen Kommentar. So gering das Interesse an seinem Post war, so gering war offenbar auch das Interesse an den Donuts. Auf Twitter schrieb By zumindest am Samstag: “My dad is sad cause no one is coming to his new donut shop” und stellte ein Foto seines betrüblich dreinschauenden Vaters dazu.

Statt 10 Likes und einem Kommentar gab es diesmal eine unfassbare Resonanz. Der Tweet wanderte durch das halbe Internet, war mit 576.000 Likes und Retweets (Stand heute nacht, 1 Uhr) einer der weltweit erfolgreichsten Tweets des Wochenendes. Und das, obwohl By nun wirklich keine Berühmtheit ist, Doch das traurige Foto von Bys Vater inmitten der nicht verkauften Donuts traf offenbar den Nerv vieler Menschen. Auch das Geschäft mit den Kuchen hat der Tweet kräftig angekurbelt: Am Sonntag schrieb By: “Just wanted to update yall! We completely sold out of donuts and kolaches! You are all amazing. I can’t thank everyone enough for coming out and supporting local businesses. This means so much to my family“. Auch die Lokalpresse berichtete: “Tweet of lonely dad at new doughnut shop drums up business“. Hach.

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Bild – “150 Euro im Monat – SPD plant höheres Taschengeld für Asylbewerber” (61.200 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Bild – “150 Euro im Monat – SPD plant höheres Taschengeld für Asylbewerber” (4.800 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Geo – “Ein… und… aus… und ein…” [über das Atmen]

Google-SuchbegriffFlugzeugabsturz (200.000+ Suchen)

Wikipedia-SeiteAlicia von Rittberg (68.000 Abrufe am Samstag) [Schauspielerin und am Samstag Kandidatin bei “Wer weiß denn sowas XXL”]

Youtube-Video: MERO – “WOLKE 10 (Official Video)

Song (Spotify): MERO – “Wolke 10” (1.333.800 Stream-Abrufe aus Deutschland am Samstag)

Musik (Amazon): Die drei ??? – “198/Die Legende der Gaukler” (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): “Bohemian Rhapsody” (Blu-ray) [erscheint am 14. März]

Game (Amazon): “Red Dead Redemption 2” [PlayStation 4]

Buch (Amazon): MontanaBlack – “MontanaBlack: Vom Junkie zum YouTuber” (Gebundene Ausgabe) [erscheint am 28. März]

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