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Skandälchen am Büfett: Matthias Matussek feierte seinen Geburtstag mit alten Medien-Freunden und neuen Rechten

Taugt schon zum Skandal: Matthias Matussek feierte seinen 65. Geburtstag mit alten Freunden und neuen Rechten
Taugt schon zum Skandal: Matthias Matussek feierte seinen 65. Geburtstag mit alten Freunden und neuen Rechten ©Picture-Alliance/Matthias Matussek (Facebook-Screenshot)/ Montage: MEEDIA

Wie damit umgehen, wenn ein alter Freund/Kollege/Bekannter sich auf politisch rechte Pfade begibt und seinen Geburtstag feiert? Der frühere Spiegel- und Welt-Journalist Matthias Matussek feierte seinen 65. und zu diesem Anlass prallten sein altes und sein neues Umfeld bei einer Party aufeinander, was in Medien und Social Web für vernehmbare Irritationen sorgte.

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So waren auf Matthias Matusseks Geburtstagsfeier sowohl frühere Kollegen vom Spiegel (berichtet wird von Jan Fleischhauer, Alexander Smoltczyk, Martin U. Müller), stern (Jochen Siemens), Focus (Stephan Sattler) und Zeit Online (Ulrich Greiner) zugegen, als auch Vertreter der so genannten neuen Rechten, wie der Identitäre Mario Müller oder Dieter Stein, Verleger der rechten Wochenzeitung Junge Freiheit. Außerdem auf der illustren Gästeliste: die AfD-Politikerin Erika Steinbach (früher CDU), Bild-Brief-Onkel Franz-Josef Wagner und Ex-ARD-Talkshow-Moderator Reinhold Beckmann. Der brachte seine Gitarre mit und dem Geburtstagskind ein Ständchen. Der Anwalt Joachim Steinhöfel schickte eigenen Angaben zufolge Grüße per Video-Anruf.

Die Anwesenheit der Medienleute zusammen mit “den Rechten” auf einer Party von Matthias Matussek löste eine umfangreiche Diskussion auf Twitter und Facebook aus: Darf man das? Eine Einladung vom “abtrünnigen” Ex-Kollegen annehmen? Vor allem Beckmann und die Spiegel-Leute wurden vielfach kritisiert, dass sie sich mit den Rechten gemein machen würden. Beckmann selbst veröffentlichte auf Facebook eine umfangreiche Erklärung und distanzierte sich:

Gehst du hin oder bleibst du weg? Ich habe lange überlegt, dann beschlossen meinen Gitarrenkoffer zu nehmen und ihm mein vergiftetes Geschenk mitzubringen, meine Version des Bob Dylan-Klassikers „Things have changed“. Er sollte was zu kauen haben. Schluckbeschwerden bekommen. Ich wollte so meine Widerworte gegen seinen Irrweg setzen.
Ein Ausschnitt aus dem Text: „Ein trauriger Mann mit traurigem Geist, niemand mehr da, alle längst abgereist… Die Menschen sind verrückt, die Zeiten sind obskur. Er hängt hier fest, ist neben seiner Spur. Ihm war mal was wichtig, aber heut nicht mehr…“

Ihm sei “nicht ganz klar” gewesen, in welcher Gesellschaft Matussek seinen Geburtstag feiern würde. “Ich muss zugeben, ich habe mich da verlaufen, ich hätte dort nicht hingehen sollen”, so Beckmann.

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Vor allem Fotos seines Ständchens machen nun in Medien und bei Twitter die Runde. Vielfach wird dabei der Identitäre und vorbestrafte Mario Müller eingekreist. Aber muss es Reinhold Beckmann wirklich bewusst gewesen sein, wer da auf einer Party nebendran rumsteht, während er singt?

Zum Groß-Kritiker der anwesenden Spiegelaner schwingt sich der ZDF-Moderator Jan Böhmermann auf, der auf Twitter eine Frageliste an die Chefredaktion des Spiegel richtet. Ob die Chefredaktion “vorab Kenntnis von dieser Zusammenkunft und/oder davon” hatte, “dass mehrere Mitglieder der Redaktion an dieser Feier teilnehmen?” Dass Redakteure neuerdings der Chefredaktion melden müssen/sollten, welche Geburtstagsfeiern sie besuchen, das wäre dabei in der Tat ebenso neu wie bedenklich.

Das Geburtstagskind Matussek hat dabei freilich selbst alles dafür getan, dass die ungewöhnliche Mischung seiner Gästeliste so hochkochte, indem er auf Facebook öffentlich fleißig Fotos seiner Party, seiner Gäste und auch der Reaktionen im Social Web teilte. Damit lieferte Matussek der Twitter-Maschine reichlich Futter und die bediente sich großzügig am Skandälchen-Buffet. Ob Matussek seinen Gästen einen Gefallen damit getan hat, aus einer privaten Feier eine Art öffentliches Statement zu machen? Eher nicht.

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