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ProSiebenSat.1 kämpft weiterhin mit schwierigem TV-Werbemarkt: Investitionen für 2019 angekündigt

ProSiebenSat.1-CEO Max Conze
ProSiebenSat.1-CEO Max Conze

Die Prosiebensat.1 Media SE hat ein schwieriges Geschäftsjahr 2018 mit einem schwachen Schlussquartal beendet. 2019 investiert der Medienkonzern nach Umsatz- und Ergebnisrückgang verstärkt in Wachstum. CEO Max Conze will den Konzernumbau weiter vorantreiben und unabhängiger vom Werbegeschäft machen – auf Kosten der Marge.

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Das neue Geschäftsjahr steht im Zeichen von geplanten Investitionen und einem weiterhin schwierigen TV-Werbemarkt. Im für den Konzern wichtigen Werbegeschäft verliefen die ersten beiden Monate ordentlich, dennoch rechnet man auch im ersten Quartal mit rückläufigen Werbeerlösen. Die anderen Bereiche wie die Produktionssparte oder das Geschäft im Internet wie der Online-Parfümerie Flaconi oder das Vergleichsportal Verivox sollen dagegen deutlich zulegen.

Bei der bereinigten operativen Marge auf Basis des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde unverändert ein Wert zwischen 22 bis 25 (2018: 25,3) Prozent erwartet, wie das Unternehmen am Donnerstag in Unterföhring bei München mitteilte. Das Umsatzplus soll im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen. Damit bestätigte das Unternehmen die im November abgegebenen Prognosen.

Schwache Werbeerlöse und Maxdome-Ausgliederung drücken Umsatz

Im vergangenen Geschäftsjahr lief es nicht rund für den Medienkonzern: “2018 war kein Jahr, mit dem wir zufrieden sein können”, sagte Vorstandschef Max Conze. Der Konzern habe “die Schwäche im TV-Werbegeschäft noch nicht ausreichend mit dem Wachstum im Digital- und Commerce-Bereich ausgleichen” können. Der unter dem Namen Nucom bündelt der Konzern die Commerce-Aktivitäten seiner Portale und Online-Shops, darunter Flaconi, Verivox und Parship.

Der Umsatz ging im Gesamtjahr um zwei Prozent auf rund 4 Milliarden Euro zurück. Grund dafür sei neben schwachen Werbeerlösen, dass das Video-on-Demand-Portal Maxdome und der Online-Fitness-Anbieter 7NXT nicht mehr in die Konzernzahlen eingingen. Auch trägt das bereits 2017 verkaufte Reiseportal Weg.de nicht mehr zum Konzernergebnis bei. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um vier Prozent auf 1 Milliarde Euro. Die operative Marge fiel damit um 0,5 Prozentpunkte auf 25,3 Prozent.

Künftig weniger US-Inhalt, dafür mehr “Lokales”

Im vierten Quartal rutschte ProSieben in die Verlustzone, wofür ein Einmaleffekt verantwortlich war. Der Konzern buchte eine Belastung von 354 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Programmvermögen. Nachdem der Konzern entschieden hatte, bei seinen Sendern stärker auf lokale Inhalte zu setzen, überprüfte man die Verträge mit US-Studios. Bestimmte US-Programmtitel sollen deswegen künftig nicht mehr auf den Sendern ausgestrahlt werden. Ein Teil der US-Programme wurde zudem an die hauseigene Streaming-Plattform 7TV sublizenziert. Wegen des Zuschauerverhaltens seien sie dort besser verwertbar.

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Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 4 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb mit 248 Millionen Euro knapp die Hälfte des Vorjahresgewinns übrig.

Weniger Marge, mehr Investitionen für 2019 angekündigt

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn ging im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 541 Millionen Euro und damit nicht so stark wie Experten befürchtet hatten. Dementsprechend fällt die Dividende mit 1,19 Euro je Aktie für das vergangene Jahr auch etwas höher aus, als dies Analysten bisher erwartet hatten. Für 2017 hatte ProSiebenSat.1 allerdings noch 1,93 Euro Gewinnbeteiligung je Anteil ausgezahlt.

Die durch die niedrigere Ausschüttung frei werdenden Mittel braucht Conze für anstehende Investitionen. Der Konzern hatte bei seinem Kapitalmarkttag im vergangenen Jahr angekündigt, mehr Geld in lokale Inhalte und den Ausbau digitaler Plattformen zu stecken. Insgesamt strebt ProSieben an, die Reichweite bei den Konsumenten besser zu Geld zu machen. Außerdem soll die Abhängigkeit von Werbeerlösen reduziert werden, die immer noch mehr als die Hälfte zum Konzernumsatz beisteuern.

Konzernchef Conze hatte bereits angekündigt, 120 Millionen Euro zusätzlich in das Unterhaltungsgeschäft stecken zu wollen. An der Börse wurden die Nachrichten zunächst positiv aufgenommen – die im MDax gelistete Aktie legte auf der Handelsplattform Tradegate knapp eine Stunde vor Xetra-Start etwas mehr als ein Prozent zu.

mit dpa

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