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Historischer Deal: Großverlage G+J und Bauer Media Group gründen gemeinsame Vertriebsgesellschaft

Aus Grosso-Rivalen werden Verbündete: G+J-COO Oliver Radtke (li.), Bauer-Manager Heribert Bertram
Aus Grosso-Rivalen werden Verbündete: G+J-COO Oliver Radtke (li.), Bauer-Manager Heribert Bertram ©Fotos: Gruner+Jahr/ Xing/Heribert Bertram/ Montage: MEEDIA

Überraschungs-Bündnis im Zeitschriftenvertrieb: G+J und die Bauer Media Group haben sich auf ein Einzelvertriebs-Bündnis geeinigt. Die Verlage bündeln künftig ihre Vertriebsaktivitäten im einem Joint Venture. Unter dem selbstbewussten Namen Der Medienvertrieb (DMV) soll eine "marktstarke, zukunftssichere Plattform" gebildet werden. Der Deal steht unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

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In einer Erklärung der Verlage heißt es, mit Der Medienvertrieb entstehe “der neue Qualitäts- und Innovationsführer in Deutschland”. Und weiter: “Durch die Kooperation begegnen die Bauer Media Group und Gruner + Jahr den veränderten Anforderungen des Marktes.” Tatsächlich hätten Medienbeobachter eine derartige Zusammenarbeit vor Jahren noch ins Reich der Fantasie verwiesen. Zu ungleich erschienen bislang die künftigen Partner, die sich gerade in Vertriebsfragen in der Vergangenheit oft gegenseitig beharkt haben.

Nun scheint der häufig ausgetragene Grosso-Konflikt zwischen den zahlreichen Volumen-Titeln des einen und den zum Teil auch in der Nische gedeihenden Premium-Marken des anderen Partners einer harmonischen Zusammenarbeit nicht mehr im Wege zu stehen. “Premium” ist in der aktuellen Verlagswelt ohnehin keine allgemein geschützte Güteklasse mehr, fast jeder Anbieter von Druckwaren zeichnet damit aus, was als Marke in der jeweiligen Zielgruppe funktioniert.

Der zunehmend schwierigere Kampf um Marktanteile und Handelsplatzierungen sowie der hohe Veränderungsdruck im Vertriebssegment insgesamt haben die Beteiligten offenbar an einen Tisch gebracht, um eine Vereinbarung zu treffen, die Signalcharakter für die gesamte Zeitschriftenlandschaft haben dürfte. Der Medienvertrieb ist dabei als neu zu gründendes Unternehmen wesentlicher Teil dieser Vertriebskooperation, der auch das Mandantengeschäft beider Häuser einbezieht. In diesem werden die Bauer Media Group und Gruner + Jahr nach eigenem Bekunden “alle Vertriebsaufgaben im Einzelvertrieb für Verlagskunden zusammenführen”.

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Wichtige Ausnahme: Der Abonnementvertrieb und die digitalen Vertriebsaktivitäten werden von den beiden Verlagen nicht in die Kooperation eingebracht. Oliver Radtke, Chief Operating Officer von Gruner + Jahr und Vorsitzender der Geschäftsführung des DPV, sieht in dem neuen Bündnis einen klaren Wettbewerbsvorteil: „Die Partnerschaft mit der Bauer Media Group ist von großer strategischer Bedeutung. Die heutigen Arbeitsstrukturen und Kernkompetenzen beider Partner ergänzen sich perfekt und vereinen künftig das Beste beider Seiten. Der neue Anbieter verspricht für die Zukunft im hart umkämpften Presseeinzelhandel erhebliche Vorteile für die betreuten Titel.“

Auch Heribert Bertram, Geschäftsleiter Bauer Vertriebs KG und Mitglied des deutschen Publishing Boards der Bauer Media Group, lobt die Kooperation, die im Verhältnis zwischen den Hamburger Großverlagen einen Meilenstein markiert: „Nach Überzeugung beider Partner ist es für die Zukunftsfähigkeit unserer Verlage von großer Bedeutung, dass wir mit unseren herausragenden Marken und einem effizienten Vertrieb gemeinsam am Markt agieren. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Gruner + Jahr und werden alles dafür tun, das in uns gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.“

Kehrseite des “historischen” Deals: Im gemeinsam betriebenen Vertriebsunternehmen werden aufgrund von Doppelstrukturen und angestrebten Synergien nicht alle Mitarbeiter der bisherigen Einzelvertriebs-Abteilungen Verwendung finden. Wie viele Stellen gegebenenfalls wegfallen und ob es zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird, ist dem Vernehmen nach noch offen. Allein bei der G+J-Vertriebstochter DPV sind schätzungsweise zwischen 60 und 90 Angestellte mit dem Einzelvertrieb befasst.

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