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Bizarre Anzeige auf Boulevardzeitungs-Titeln: Sky foppt Leser mit Fake News von Asteroiden-Einschlag auf Erde

Sky-Kampagne zur neuen Serie “8 Tage” in mehreren DuMont-Tageszeitungen
Sky-Kampagne zur neuen Serie "8 Tage" in mehreren DuMont-Tageszeitungen Montage: MEEDIA

PANIK! ASTEROID TRIFFT ERDE! 8 TAGE BIS ZUM EINSCHLAG! WAR'S DAS? Hamburger Morgenpost, tz, Berliner Kurier und Express machen am Freitag übereinstimmend mit einem fatalen Asteroiden-Einschlag in acht Tagen auf. Wer nun Angst hat, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt: Hinter der Aktion steckt Sky.

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Es liest sich beängstigend: Gleich mehrere deutsche Tageszeitungen berichten übereinstimmend, dass in acht Tagen der Asteroid “Horus” auf die Erde trifft. Die Hamburger Morgenpost scheint im Alarmmodus: “Wo gibt’s noch die letzten Bunkerplätze?” verrät das Boulevardblatt auf Seite 7. “Politiker und die große Schuldfrage” befasst sich auf Seite 3 mit “einem Totalversagen der Politik” und berichtet: “Asteroid Horus wird in 8 Tagen weite Teile Europas zerstören.”

Erst auf den zweiten Blick als Anzeige erkennbar

Komisch nur: Auf Seite 7 ist nichts über Bunkerplätze zu lesen, sondern ein Buch über die verrücktesten Kleinanzeigen. Nanu?! Und auf Seite 3 rechnet die Mopo auch nicht mit der Welt-Politik ab, dafür aber die Lokalredakteurin Nina Gessner mit dem Recycling-Gebahren ihrer Nachbarn in der Hansestadt. Ähnlich gestaltet es sich bei weiteren Tageszeitungen der DuMont-Mediengruppe. Auf ihren Titelseiten berichten die tz, der Berliner Kurier und Express (Köln und Düsseldorf) über das Ende der Welt, wie wir es kennen.

Was ist da los?

Die Auflösung gibt es direkt beim Umblättern. Denn auf Seite 2 wirbt Sky ganzseitig für “8 Tage”, eine neue Serienproduktion des Bezahlsenders. Die läuft ab dem 1. März. Auf der Senderwebseite heißt es zur Story:

Der riesige Asteroid “Horus” rast auf die Erde zu, Deutschland liegt in der Todeszone. Physik-Lehrer Uli Steiner (Mark Waschke) und seine Frau, die Ärztin Susanne Steiner (Christiane Paul), wollen mit ihren Kindern Leonie und Jonas auf dem Landweg nach Russland fliehen. Gleichzeitig versucht Susannes Bruder Herrmann (Fabian Hinrichs) mit Hilfe seiner Regierungskontakte, die Familie samt Vater Egon (Henry Hübchen) und Herrmanns hochschwangerer Freundin Marion (Nora Waldstätten) in die USA zu evakuieren. Klaus Frankenberg (Devid Striesow), der autoritäre Vater von Leonies Freundin Nora, ist auf den Weltuntergang vorbereitet: Er hat sich einen Bunker gebaut. Doch Nora will sich nicht einsperren lassen, lieber feiert sie die letzten Tage ihres Lebens mit Freunden auf einer rauschhaft-exzessiven Endzeit-Party.

Die eigentlichen Titelseiten verstecken sich auf der dritten Seite. Vielen Lesern dürfte erst beim zweiten Blättern auffallen, dass rechts oben auf den Titelseiten das Wort “Anzeige” zu lesen ist.

Die ersten Reaktionen auf Twitter zeugen von Verwunderung über die Anzeigen-Kampagne. Einige Nutzer sind überrascht, andere nehmen es mit Humor. Ein Shitstorm scheint aber in weiter Ferne:

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Sky spricht von “maximalem Irritationsmoment”

Dass Leser und Nutzer im Web darüber diskutieren, ist vom Bezahlsender auch absolut gewollt. Der Sender spricht von einem “provokanten PR-Stunt mit
maximalem Irritationsmoment”. Cosimo Möller, Vice President Creative bei Sky Deutschland: „Wie könnten wir die Endzeitstimmung der Serie ganz Deutschland besser näher bringen, als sie in die Realität zu holen? Das Thema der Serie als ‚echte‘ Schlagzeilen auf die Titelseiten der größten Publikationen Deutschlands zu bringen, garantiert uns maximale Aufmerksamkeit.“

Der Aktion hat der Bezahlsender sogar einen Titel verpasst und spricht in einer Mitteilung vom „‚8 Tage‘-Titel-Highjack“. Des Weiteren wird die Apokalypse auch Out-of-Home auf Infoscreens in München, Hamburg, Köln, Berlin und Frankfurt gespielt. Im Nachrichtenformat von Sky News wird die drohende Apokalypse dort angekündigt und im Nachklapp auf den Start von „8 Tage“ hingewiesen.

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Alle Kommentare

  1. Das ist selbst für Boulevardblätter an Armseeligkeit nicht zu übertreffen. Noch tiefer kann ja die Schamgrenze gegenüber dem Leser nicht fallen, als dass man seine Titelseite an einen Anzeigenkunden verkauft, der diese im Stil krassester Fakenews nutzt. Das Ziel des Anzeigenkunden, maximale Aufmerksamkeit zu erzielen, ist damit einmalig erreicht. Das letzte Fünkchen Glaubwürdigkeit gegenüber dem Leser dürfte damit aber auch erloschen sein.
    Was wollen solche Blätter eigentlich künftig bei echten Katastrophen auf den Titel bringen? Etwa eine fette Vorzeile mit der Aussage “Achtung, Achtung, keine Fakenews, hier handelt es sich um Realität”?

  2. Marschiert mal im Stechschritt in den Keller, liebe Möchtegern-Braunies. Neben die hündisch verehrten Memorabilia hinstellen und da mal kurz die Fresse halten. Ihr Gestalten nervt. Warum gibt es so viele in den Medien? Schlimm.

      1. Da Ihnen der Unterschied zwischen „Sie“ als Anrede (Großschreibung!) und „sie“ als Personalpronomen (Kleinschreibung, außer am Satzanfang!) nicht klar zu sein scheint, empfehle ich einen Deutschkurs. Egal ob vor oder nach 20.00 Uhr.

  3. Das ist eine absolute Frechheit! Da wundert es doch keinen mehr, wenn die Medien nicht mehr Ernst genommen werden. Diese Blätter haben sich auf ganz armselige Weise verkauft. Ihr zieht einen ganzen Berufsstand mit so einer bescheuerten PR-Nummer in den Dreck!

  4. Die finanzielle Not der Verlage scheint ja noch größer zu sein, als man das sowieso als Branchenkenner sowieso schon weiss . . !!!

    Damit rettet man eine seit vielen Jahren verfehlte Verlagspolitk nicht mehr, im Gegenteil!!!

    Wer soll diese Medien denn noch ernst nehmen, und dafür auch noch Geld als Abonnent und vor allem Anzeigenkunde bezahlen???

    Das ist wohl wieder einmal weit über das Ziel hinausgeschossen . . !!!

  5. Wie armselig von Sky und den sich prostituierenden Gazetten.

    Wer solche Methoden zum “Marketing” wählt, schießt sich kräftig selber ins
    Knie. Bei mir löst das eher eine Abwehr-Reaktion aus, gerade diese Serie zu boykottieren. So war’s übrigens schon bei “Das Boot” mit seiner aggressiven Vermarktung.

  6. Spannend wird sein, was Werberat und Presserat dazu sagen. “Lustig” ist an diesem Thema nichts, “traurig” sehr viel

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