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Nachdem er beim SZ Magazin aufflog: Spiegel schließt künftige Zusammenarbeit mit freiem Autor aus

Das Spiegel-Hauptquartier an der Elbe in Hamburg ©Foto: Picture Alliance

Nachdem das Magazin der Süddeutschen Zeitung vor Abdruck eine gefälschte Recherche eines freien Autors entlarvt hatte, prüfen weitere Medien wie die Zeit oder auch der Spiegel bei ihnen veröffentlichte Stücke des Journalisten. Noch vor Abschluss der Untersuchung zieht das Nachrichtenmagazin Konsequenzen: Die Spiegel-Medien schließen eine weitere Zusammenarbeit aus.

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Über diese Entscheidung hat MEEDIA aus Redaktionskreisen erfahren, während eine offizielle Erklärung des Verlages auf Nachfrage von MEEDIA noch aussteht. Damit beantwortet man beim Nachrichtenmagazin die Frage der weiteren Zusammenarbeit vor Abschluss der Untersuchung mehrerer Texte des Autors, von dem sich das Süddeutsche Zeitung Magazin im Januar getrennt hatte. In der SZ-Redaktion waren im Rahmen der Produktionsabläufe Zweifel an einer Recherche des Autors aufgekommen. Der Text wurde nicht veröffentlicht, nachdem sich herausstellte, dass eine Protagonistin der Geschichte nicht existiert.

Zu begründen ist die Konsequenz beim Spiegel unter anderem wohl mit der Sensibilität durch den Fall Claas Relotius. Vergangenes Jahr machte der Spiegel öffentlich, dass der Reporter zahlreiche Stücke erfunden und manipuliert hatte. Das Magazin ist noch immer mit der Aufarbeitung der Affäre beschäftigt. Hinzu dürfte aber auch kommen, dass die jüngsten Veröffentlichungen des freien Journalisten bereits eine Weile zurückliegen, die Zusammenarbeit also ohnehin heruntergefahren wurde.

Seit der Trennung beim SZ Magazin prüft auch der Spiegel bereits veröffentlichte Artikel des freien Journalisten. Am Mittwoch, als MEEDIA den Vorfall bekannt gemacht hatte, waren etwa die Hälfte der insgesamt 43 Veröffentlichungen (von denen zwei aus dem gedruckten Heft stammen) von der Dokumentation gegengecheckt worden – der Großteil der Texte wurde dabei zum ersten Mal von den Fact-Checkern überprüft, da es sich um Übernahmen eines anderen Mediums gehandelt hatte. „Bisher wurden keine Hinweise auf bewusste Manipulationen festgestellt“, teilte der Spiegel am Mittwochabend mit – wobei eine Veröffentlichung aus dem Spiegel-Magazin aufgrund ihrer persönlichen Darstellungsform nicht überprüft werden kann.

Ermittelt wird unterdessen auch im Zeit-Verlag, wo der Reporter ebenfalls als freier Autor tätig war. Die Aufarbeitung geschehe „unter Mithilfe des Autors“, wie eine Sprecherin am Mittwoch gegenüber MEEDIA erklärt hatte. „Bislang haben sich alle Orte, Personen und Ereignisse als real erwiesen. Allerdings sind in einem Teil der Texte sachliche Fehler und Ungenauigkeiten der Schilderung aufgefallen.“ Über eine abschließende Bewertung wie auch Konsequenzen wolle man nach Ende aller Recherchen entscheiden.

Anmerkung der Redaktion:
MEEDIA hat sich bislang gegen eine Veröffentlichung des Namens des Autors entschieden, da dieser noch nicht angehört werden konnte. Hinzu kommt, dass die versuchte Fälschung gegenüber dem SZ Magazin die bislang einzig bekannte ist, es sich somit also vorerst um einen – wenn auch schwerwiegenden – Einzelfall handelt.

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