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#trending: die Angst einer Busfahrerin, der Valentinstag, Althusmann vs. Voss, “Bravo Hits” und Amazon in New York

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Guten Morgen! Am Samstag steige ich so richtig in das Fußball-Eltern-Business ein. Mein Großer hat sein erstes Punktspiel in der F-Jugend. Und ich habe ein wenig Angst vor den Klischee-Eltern, die den Schiedsrichter beschimpfen, die Gegner - und noch schlimmer: ihre eigenen Kinder, weil sie die Erwartungen der Eltern nicht erfüllen. Dabei soll doch so ein Sport nur eins: den Kindern Spaß machen!

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#trending // News & Themen

An weiten Teilen des Donnerstags lag der RTL.de-Artikel “Der erste Trailer zu ‘Die Eiskönigin 2’ von Disney ist da” nach Social-Media-Interaktionen an der Spitze der deutschsprachigen journalistischen Artikel. Am Abend wurde die harmlose Kino-Story dann von einem typischen Bild-Aufreger überholt: “Angst bei Busfahrerin – ‘Lieber nicht kontrollieren, als Messer im Rücken’” erreichte über 10.000 Likes, Shares & Co. bei Facebook und Twitter. Hauptgrund für den Erfolg war die Tatsache, dass zahllose AfD-Accounts versuchten, die Geschichte für sich zu instrumentalisieren. Obwohl die Busfahrerin, die u.a. klagt: “Wenn ich die Haltestelle zu spät anfahre, werde ich angepöbelt: Hure, dämliche Busfahrerin, Schlampe. Mein zweiter Vorname ist Scheiß-Kuh!” kein Wort darüber verliert, dass die Beschimpfungen von Ausländern kommen könnten, teilte die AfD den Artikel mit Sätzen wie “Gebt den Busfahrern eine Kamera und sortiert diesen Abschaum aus. Wer sich so verhält gehört konsequent bestraft bzw. außer Landes geschafft, wenn er unsere Gastfreundlichkeit missbraucht“. Mag natürlich aber sein, dass die AfD auch plant, einheimischen “Abschaum” “außer Landes” zu schaffen.

#trending // Social Media

Der Valentinstag. Mancher meint, der Tag sei nur eine Erfindung der Floristen zur Umsatzsteigerung, doch tatsächlich geht er auf den heiligen Valentinus zurück und wurde von Papst Gelasius im Jahr 469 eingeführt. Floristen gab es da wohl kaum schon. In den sozialen Netzwerken spielt der Tag seit jeher eine große Rolle. Einige der nach Likes und Shares erfolgreichsten Posts und Tweets des Tages: Barack Obama sammelte auf Facebook 170.000 Interaktionen in nur fünf Stunden ein – mit “Happy Valentine’s Day to the extraordinarily smart, beautiful, funny, one and only Michelle Obama. It’s true; she does get down to Motown.” André Rieu (!) zeigte sich auf rotem Fahrrad mit einem Strauß roter Rosen und erreichte damit 90.000 Likes & Co.

Kim Kardashian West twitterte ein Video von ihrem Valentinstag-Geschenk, mit dem Kanye West sie überrascht hatte: Hunderte Vasen mit Rosen – und mittendrin Saxophonist Kenny G mit einem Ständchen. 275.000 Likes und Retweets gab es in nur vier Stunden. Auf Instagram bestand die Top Ten der Posts mit den meisten Likes fast ausschließlich aus Valentinstags-Beiträgen. Ganz vorn um Mitternach deutscher Zeit: das Schauspielerpärchen Lili Reinhart und Cole Sprouse mit 5,6 Mio. Likes, die in nur fünf Stunden erreicht wurden.

#trending // Politik

Die Abstimmung im EU-Parlament zum Thema Urheberrecht, Uploadfilter und Leistungsschutzrecht hat am Donnerstag in den sozialen Netzwerken einige Gegner unter den Politikern auf den Plan gerufen – auch überraschende. Wenig überraschend ist der Tweet von Christian Lindner: “Kompromiss zu #Artikel13 gefährdet nicht nur Recht auf freie Meinungsäußerung, die GroKo bricht damit noch dazu ihren Koalitionsvertrag. Dort lehnt sie #Uploadfilter – zu Recht – als unverhältnismäßig ab, hat sie auf EU-Ebene jetzt aber unterstützt… CL #SaveYourInternet“, der über 2.000 Likes und Retweets einsammelte. Eher albern ist der der AfD, in dem sich die Partei rühmt, mit 100% gegen die Neuregelungen gestimmt zu haben. Albern deswegen, weil durch die vielen Austritte von Bernd Lucke (jetzt LKR) über Hans-Olaf Henkel und andere bis Marcus Pretzell (jetzt Blaue Partei) nur noch ein (!) AfD-Politiker im EU-Parlament sitzt: Jörg Meuthen.

Spannender sind die Tweets des niedersächsischen CDU-Chefs Bernd Althusmann und des EU-Parlamentariers Axel Voss, ebenfalls CDU und entscheidende Kraft hinter der Urheberrechtsreform. Spannend, weil sie zeigen, dass auch innerhalb der CDU ein offener Streit über die Reform existiert. Althusmann twitterte: “Im Koalitionsvertrag haben sich CDU/CSU und SPD gegen #Uploadfilter ausgesprochen. Diese würden das Internet, wie wir es heute kennen, grundlegend verändern. Für mich hat die Meinungsfreiheit Vorrang. Es ist nicht zu spät, die EU-Urheberrechtsreform in dieser Form zu stoppen!“. Voss’ Antwort: “Schön, dass Sie Eigentumsrechte in den Dreck treten … das wird unsere Kreativen freuen … zumal wir gar keine Filter im Text haben!! Bitte mal sich vorher kundig machen!

Worte wie “Dreck” und “sich vorher kundig machen” dürften in der CDU noch für weitere Diskussionen sorgen. Der Sprecher der CDU-Fraktion Niedersachsens, Ralph Makolla antwortete schonmal: “Ihr Ton ist unterirdisch. Niemand tritt hier etwas in den Dreck. Und ja, explizit stehen die Filter nicht im Text. Aber den Anbietern wird gar nichts anderes übrigbleiben. #Artikel13 ist so verkorkst, dass es nach jetzigem Stand dazu kommen wird.” Althusmanns Tweet erreichte übrigens mit 3.600 Likes die meisten aller deutschen Politiker-Tweets dieser Woche. Voss kam auf 53 Likes, aber 762 fast ausschließlich kritische Kommentare.

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#trending // Entertainment

Die “Bravo Hits”-Fans gehören zu den treuesten CD-Käufern der Republik. Denn während die Zeitschrift mittlerweile nur noch alle 14 Tage erscheint und längst kein Bestseller mehr ist, stürmen die Sampler weiterhin sehr zuverlässig die Hitlisten. Platz 1 in den offiziellen deutschen Compilation-Charts ist immer sicher. Und: Platz 1 in den Amazon-Musik-Charts – so auch heute mit der 104. “Bravo Hits”-CD.

#trending // Worldwide

Der journalistische Artikel, der am Donnerstag in den USA die meisten Likes und Shares erreicht hat, ist eigentlich eine New Yorker Lokal-Story. Die aber dreht sich um Amazon und hat dadurch weltweit für Aufsehen gesorgt. Der Alles-Versender hat nämlich seine Entscheidung, ein großes Headquarter in New York City zu errichten, wieder zurück genommen. Der Stadt entgehen damit mögliche 25.000 neue Jobs. Amazon reagierte damit offenbar auf nicht abnehmende Kritik von Politikern und der Bevölkerung. Die Subventionen von 3 Mrd. US-Dollar (!) seien zu hoch, zudem würde ein Amazon-Sitz in Long Island City, Queens u.a. dafür sorgen, dass die Mieten explodieren. Die New York Times schrieb die Geschichte exklusiv auf und sammelte damit innerhalb von sieben Stunden 335.000 Interaktionen auf Facebook und Twitter ein.

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Der Postillon – “20 Grizzlybären in Niedersachsen ausgesetzt, um Wolfsplage einzudämmen” (44.600 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Der Postillon – “20 Grizzlybären in Niedersachsen ausgesetzt, um Wolfsplage einzudämmen” (1.400 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Süddeutsche Zeitung Magazin – “K wie kalter Entzug

Google-SuchbegriffValentinstag (500.000+ Suchen)

Wikipedia-SeiteBauhaus (108.300 Abrufe am Mittwoch) [wegen des ARD-Films “Lotte am Bauhaus”]

Youtube-Video: Sky Sport HD – “Tottenham Hotspur – Borussia Dortmund | Highlights – Champions League 2018/19

Song (Spotify): Eno – “Ferrari” (790.400 Stream-Abrufe aus Deutschland am Mittwoch)

Musik (Amazon): “Bravo Hits, Vol. 104” (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): “Venom” (Blu-ray)

Game (Amazon): “New Super Mario Bros. U Deluxe” (Nintendo Switch)

Buch (Amazon): Güldane Altekrüger – “Abnehmen mit Brot & Kuchen” (Taschenbuch)

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Alle Kommentare

  1. Lieber Herr Schröder, kleiner Tipp: Der Begriff “Nazi-Sau”, mit dem die Busfahrerin offenbar häufig belegt wird, ist im Bild-Artikel der entscheidende Hinweis. Diesen Begriff nutzen hauptsächlich ausländische oder Menschen mit Migrationshintergrund gegenüber Eingeborenen. Haben Sie vielleicht auch schon mal mitbekommen. Spätestens Ihre Kinder werden es erleben…

    1. Ich weiß nicht, wie alt Sie sind und woher Sie kommen, aber in meiner Jugend haben auch ganz andere Bevölkerungsgruppen “Nazi” zu Leuten gesagt, die Tickets oder sonstwas kontrollieren oder Leute beaufsichtigen wollten/mussten.

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