Partner von:
Anzeige

Aufruf zu Demonstrationen: YouTuber wollen gegen Artikel 13 auf die Straße gehen

Videoplattform YouTube
Videoplattform YouTube © YouTube

Große deutsche YouTuber rufen Millionen Fans und Follower dazu auf, gegen die Einführung eines EU-weiten Leistungsschutzrechts zu demonstrieren. Weil die millionenfache Unterzeichnung von Online-Petitionen nichts gebracht hätte, wollen Stars wie Gronkh und Unge den Protest auf die Straße verlagern.

Anzeige

Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments hatten am Mittwoch einen Kompromiss bei der Reform ausgehandelt, die bereits seit 2016 diskutiert wird. Enthalten sind zwei zentrale Neuerungen: Suchmaschinen sollen für das Anzeigen von Artikel-Ausschnitten etwa auf den Google-News-Seiten künftig Geld an die Verlage zahlen. Und Plattformen wie YouTube sind nun in der Pflicht, alles nur Mögliche zu unternehmen, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern.

EU-Kommissionsvizepräsident Andrus Ansip: Hochladen “ohne Furcht”

EU-Kommissionsvizepräsident Andrus Ansip lobte die Pläne, die aber erst noch formal vom Rat der EU-Länder und vom Europaparlament gebilligt werden müssen. Die Reform mache das Urheberrecht nicht nur fit für das Internetzeitalter, es stärke auch die Rechte normaler Nutzer. “Sie können ohne Furcht vor Strafe hochladen”, sagte Ansip. Denn nicht die Nutzer, sondern die Plattformen müssten auf die Einhaltung von Urheberrechten achten.

Für Youtube bedeutet das: Mögliche Verstöße gegen das Urheberrecht müssen schon vor dem Upload verhindert werden. Konkret müssten geschützte Werke lizenziert werden, bevor sie überhaupt auf den Plattformen landen – oder aber sie dürfen gar nicht erst hochgeladen werden.

YouTuber Gronkh: “Frust auf die Straße tragen”

Während sich etwa Verleger hochzufrieden zeigten, kam am Donnerstag von Internet-Aktivisten und YouTubern teils drastische Kritik. Zensur im Internet sei damit Tür und Tor geöffnet, beklagten sie. Auf Twitter rufen Stars wie Gronkh, Simon Unge oder PietSmiet unter dem Hashtag #niemehrcdu zu Protesten auf:

Anzeige

Fast fünf Millionen Menschen hatten eine Petition gegen die Zensurfilter unterschrieben. “Doch das reicht jetzt nicht mehr aus”, schreibt Markus Reuter auf netzpolitik.org. Die Verwendung eines Hashtags wie #niemehrCDU mache Spaß, aber bringe wenig nachhaltige Wirkung. “Der Protest muss sichtbarer werden.” Auch der Gaming-Youtuber Unge, mit deutlich über zwei Millionen Abonnenten, spricht sich für einen breiten Protest aus.

Verleger jubeln

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger hingegen begrüßten die Einigung zum EU-Urheberrecht als eine “große Chance für unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära”. Die neue Regelung biete Verlagen erstmals die Chance, mit den großen Tech-Plattformen über die Nutzung ihrer Inhalte zu einem fairen Preis zu verhandeln, heißt es in einer Mitteilung. “Dieses Recht wird digitale Innovationen fördern und die Vielfalt professioneller digitaler Medienangebote deutlich erhöhen.”

Die beiden Verbände fuhren fort, die Urheberrechtsreform setze einen wichtigen globalen Standard für journalistische Vielfalt und unabhängige Berichterstattung: “Dies ist ein guter Tag für die Meinungs- und Pressevielfalt in Europa und der Welt.”

Aktionstag am 23. März geplant

Am 23. März soll es einen Aktionstag geben, um die Reform doch noch zu kippen. Unter anderem die Piratenpartei hat erste Demonstrationen bereits angemeldet. Denn bevor das neue EU-Urheberrecht in Kraft tritt, muss es in den kommenden Wochen noch vom Parlament und den EU-Staaten bestätigt werden. In den meisten Fällen ist das eine Formalie.

Weil die Debatte jedoch so aufgeladen ist, könnte die Reform hier allerdings noch scheitern. Stimmen beide Seiten zu, haben die EU-Länder zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in nationales Recht umzuwandeln.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia