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Marketing-Guru Scott Galloway: Der Gewinner des Bezos-Erpressungsskandals ist Medium

Amazon-Chef Bezos liegt mit dem US-Skandalblatt National Enquirer quer
Amazon-Chef Bezos liegt mit dem US-Skandalblatt National Enquirer quer Pressefoto/ Montage: MEEDIA

Es war der Aufreger der Woche: Amazon-Chef Jeff Bezos wurde vom US-Skandalblatt National Enquirer mit der Veröffentlichung von intimen Fotos erpresst, die im Zuge seiner Affäre mit der früheren TV-Moderatorin Lauren Sanchez entstanden sein sollen. Der reichste Mann der Welt drehte den Spieß jedoch schnell um und machte den Vorgang öffentlich – auf Medium. Für den Marketingprofessor Scott Galloway ist die Bloggingplattform deswegen der eigentliche Gewinner der Schlammschlacht.

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Es klang nach einem ganz normalen Tweet. “Ich habe einen Post über die Entwicklungen mit dem National Enquirer und seinem Mutterkonzern AMI geschrieben”, twitterte Bezos gestern. “Ihr könnt es hier lesen.” Was folgte, war ein Link zur Blogging-Plattform Medium.

Für Marketing-Guru Scott Galloway, der die digitale Wirtschaft sehr gerne und sehr schnell in Gewinner und Verlierer aufteilt, stand der eigentliche Profiteur der Auseinandersetzung damit schnell fest. Bezos war für den Bestseller-Autor (“The Four”) mit seinem offensiven Post, mit dem er das Heft des Handelns schnell zurückgewann, zwar der moralische Sieger der Auseinandersetzung, der Blogging-Dienst aber der eigentliche Gewinner.

“Größter Gewinner: Evan Williams wurde gerade zur seltenen Gattung, die zwei Einhörner (Unternehmen mit einem Börsenwert von mehr als eine Milliarde Dollar – A.d. R.) hervorgebracht hat”, twitterte Galloway in Anspielung auf Mediums vermeintlich massiv gestiegenen Unternehmenswert. Bislang wurde das im August 2012 gegründete Start-up in der letzten Finanzierungsrunde nämlich mit über 600 Millionen Dollar bewertet.

Der Bezos-Post sei “der größte Tag in Mediums Geschichte. Sie haben jetzt mehr Zugkraft als jedes Medienunternehmen unter einer Milliarden-Bewertung. Bezos hat nicht bei Facebook gepostet oder eine Presseerklärung verschickt, er hat bei Medium gepostet”, resümierte Galloway.

Bezos kontert Erpressungsversuch des National Equirers auf Medium
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Inhaltlich war schnell war klar, dass der 2200 Worte lange Post enorme Sprengkraft besaß. Hintergrund ist die Affäre zwischen dem reichsten Mann der Welt und der Fox-Nachrichtensprecherin Lauren Sanchez, die unmittelbar nach Bezos’ verkündetem Ehe-Aus mit Frau Mackenzie durch intime Details im Boulevardblatt National Enquirer bekannt wurde – Fotos und Text-Nachrichten inklusive.

Bezos ließ daraufhin untersuchen, wie das Blatt an dieses Material gelangt war. Der Amazon-Chef vermutete, dass die Kampagne der Zeitung politisch motiviert gewesen sei. Das Revolverblatt und der Herausgeber David Pecker gelten schließlich als Trump-freundlich.

Drohung, intime Bilder von Bezos zu veröffentlichen

Das zum Mutterkonzern American Media Inc. (AMI) gehörende Blatt reagierte mit einem Erpressungsversuch, den Bezos nun dokumentiert hat: In einem Mailwechsel zwischen den beiden Parteien, den Bezos in seinem Post integriert hat, drohten die Redakteure damit, dass sie weitere neun Fotos von Bezos und Sanchez veröffentlichen würden, falls die Ermittlungen andauerten.

Darunter seien etwa Aufnahmen, die Bezos halbnackt zeigen würden und in denen man “Teile des Schambereichs” sehen könne, beschrieb ein Redakteur des National Enquirer die Bilder in der Mail. Ein Bezos-Vertrauter reagierte und forderte, die Fotos nicht zu veröffentlichen.

In der Antwortmail bot ein AMI-Anwalt dann den schmutzigen Deal an: Das Blatt würde das “unveröffentlichte Material” nicht herausgeben, wenn Bezos im Gegenzug erkläre, dass die Berichterstattung der Illustrierten nicht politisch motiviert sei. Statt sich jedoch auf diesen Deal einzulassen, veröffentlichte Bezos die Drohmails nun in dem inzwischen legendären Medium-Post im Netz.

 

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