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MEEDIA-Leser-Check Focus: jüngeres Publikum als Spiegel und stern, überraschend erfolglos in Bayern

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Nach Spiegel und stern beleuchten wir in Teil 3 des Leser-Checks die Konsumenten des Focus: Hat er auch ein so männliches Publikum wie Der Spiegel? Wie erfolgreich ist er im Osten? Und wie jung oder alt ist die Leserschaft des Burda-Magazins? Die MA-Zahlen liefern einige überraschende Antworten auf diese und andere Fragen.

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3,90 Mio. Über-14-Jährige aus der deutschsprachigen Bevölkerung lesen pro Woche den Focus – so die Zahlen der neuesten Media Analyse (MA). Damit verlor das Burda-Magazin im Vergleich zur vorigen MA aus dem Sommer 2018 fast 10% seiner Leserschaft, im Zwei-Jahres-Vergleich gingen 690.000 Leser abhanden. An die Leser-Zahlen von stern (5,75 Mio.) und Spiegel (5,64 Mio.) kommt der Focus schon seit langer Zeit nicht mehr heran, nachdem er im vergangenen Jahrzehnt sogar noch vor dem Spiegel lag.

Auch die Focus-Leser werden männlicher und älter

Wie schon in unseren Leser-Checks zum Spiegel und zum stern schauen wir auch beim Focus detailliert auf die Ergebnisse der neuesten MA. Erste Auffälligkeit: Auch das Focus-Publikum wird immer männlicher. 71% der Focus-Leser sind Männer, nur 29% Frauen. Vor fünf Jahren lag das Verhältnis noch bei 67% zu 33%. Die Focus-Leserschaft ist damit fast so männlich wie die des Spiegels (73%:27%) und deutlich männlicher als die des sterns (62%:38%). Alle drei Magazine verlieren vor allem Frauen als Leser, die Männer-Anteile steigen daher relativ gesehen.

Die Focus-Leserschaft ist zudem etwas jünger als die der beiden anderen Wochentitel: Immerhin 50% der Leser sind unter 50 Jahre alt, bei Spiegel und stern liegt der Anteil hier jeweils bei jeweils 47%. Besonders bei den 30- bis 39-Jährigen verzeichnet der Focus einen Peak – mit 16% gegenüber jeweils 13% bei Spiegel und stern. Doch wie bei den anderen Magazinen auch wachsen die Anteile der Über-50-Jährigen in der Leserschaft spürbar an – bei den 50- bis 59-Jährigen beispielsweise von 20% auf 24%.

Geringere Bildung, weniger Einkommen, mehr Kinder
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Beim Bildungsgrad ähnelt die Focus-Leserschaft eher der des sterns und nicht der des Spiegels: Focus-Leser haben öfter als die des Spiegels einen Haupt- oder Volksschulabschluss oder mittlere Reife (zu 54%) und seltener Abitur (45%). Beim Spiegel liegt das Verhältnis bei 41% zu 59%, beim stern bei 57% zu 42%. Entsprechend dem etwas jüngeren Publikum verfügt der Focus dafür über den größten Anteil an Berufstätigen unter der Leserschaft: 70%. Der Anteil der Rentner, aber auch der der Schüler und Studenten ist dafür geringer als bei Spiegel und stern.

Auch beim Beruf weist die Focus-Leserschaft Parallelen zu der des sterns auf: Mehr Facharbeiter als beim Spiegel, dafür weniger Angestellte und Beamte in leitenden Positionen. Entsprechend ist das Einkommensniveau beim Focus ebenfalls etwas geringer als beim Spiegel: In der höchsten Rubrik mit einem Haushaltseinkommen von 5.000 Euro und mehr pro Monat verorten sich 18% der Focus-Leser, aber 21% der stern-Leser und 25% der Spiegel-Leser. Beim Focus findet sich der Peak stattdessen in der Rubrik 3.000 bis 4.000 Euro – mit 23% der Leser. Focus-Leser haben dafür mehr Kinder: 15% haben Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren, 12% Kinder im Alter von 14 bis 18. In beiden Kategorien liegt der Focus damit vor Spiegel und stern.

Überraschende Verluste in Bayern

Interessant sehen die Entwicklungen in den einzelnen Regionen aus: Ausgerechnet in Bayern, wo das Magazin bis zum Umzug nach Berlin entstand, kehren Leser dem Focus verstärkt den Rücken zu. Der Anteil der Bayern in der Leserschaft schrumpfte im Verlauf der vergangenen fünf Jahre von 17% auf 14%. Gewachsen sind hingegen die Anteile in den Nielsengebieten 2 (NRW) und 3a (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) – von 20% auf 23%, bzw. von 15% auf 20%. In Berlin hingegen, wo die Redaktion inzwischen beheimatet ist, schrumpfte der Anteil unter den Focus-Lesern von 5% auf 3%. In den 1990 dazugekommenen Bundesländern (ohne Berlin) finden sich 9% der Focus-Leser, also ähnlich wenige wie bei Spiegel (8%) und stern (7%). Alle drei Magazine verzeichnen hier deutliche Verluste, werden also immer westlicher.

Der typische Focus-Leser – typisch im Sinne des jeweils größten Anteils in den Rubriken – sähe somit wie folgt aus: Er ist ein Mann, 30 bis 59 Jahre alt, hat kein Abitur, arbeitet als Angestellter, Beamter oder Facharbeiter, verdient 3.000 bis 4.000 Euro in seinem Zwei-Personen-Haushalt. Zudem lebt er in NRW oder einem der Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Zu allen Teilen des “Leser-Checks” gelangen Sie jederzeit mit diesem Link.

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