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„Versuch der Beteiligung an einem Mord aus Habgier“: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Alexander Falk

Alexander Falk
Alexander Falk

Erneut muss sich womöglich der ehemalige Internetunternehmer Alexander Falk vor Gericht verantworten. Der Grund: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat gegen den Erben des gleichnamigen Stadtplan-Verlags Anklage erhoben. Er soll vor Jahren Schüsse auf einen Rechtsanwalt in Auftrag gegeben haben. Dieser hatte gegen ihn eine millionenschwere Schadensersatzforderung vorbereitet, die aus dem Verkauf seiner früheren Firma Ision resultierte.

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Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen den ehemaligen Internet-Unternehmer Alexander Falk wiegt schwer. „Versuch der Beteiligung an einem Mord aus Habgier und Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung“, erklärt die Oberstaatsanwältin Nadja Niesen auf Anfrage von MEEDIA. Die Staatsanwaltschaft habe deshalb bereits „Mitte Dezember 2018 Anklage zur Schwurgerichtskammer erhoben“. Wann es beim Landgericht zu einem Hauptverhandlungstermin kommen wird, sei bislang nicht bekannt, heißt es. Das Gericht muss die Anklage noch zulassen, damit es zum Prozess kommt.

Was ist vorgefallen? Im September wurde Falk wegen der Vorwürfe vor seiner Firma in Hamburg festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Konkret geht es in dem Fall darum, dass im Jahr 2010 Schüsse auf einen Wirtschaftsjuristen in Frankfurt-Harheim abgegeben wurden. Ein Unbekannter hatte den Anwalt auf offener Straße ins Bein geschossen, der schwerverletzt überlebte. Hinter dieser Aktion vermuten die Ermittler Falk als Drahtzieher. Denn der Anwalt war damals mit einer Zivilklage gegen den bekannten Webunternehmer betraut. Dabei ging es um Schadensersatzforderungen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro.

Der Fall hat eine lange Vorgeschichte. Falk erbte von seinem Vater Gerhard den gleichnamigen Stadtplan-Verlag, der die patentierten Falk-Pläne herstellte. 1995 veräußerte der Geschäftsmann das Unternehmen (ohne die digitale Kartographie) an den Gütersloher Medienriesen Bertelsmann und kassierte dafür rund 25 Millionen Euro. Mit dem Geld begann er in verschiedene Webunternehmen – darunter Mobilfunk, Software und Informationstechnik – zu investieren. Im Jahr 1997 stieg Falk mit zunächst 35 Prozent bei der börsennotierten Schweizer Distefora AG ein. Einige Zeit später stockte er seinen Anteil zu einer Mehrheit auf und baute das Unternehmen zu einer Holding für seine unternehmerischen Aktivitäten um.

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Über die Distefora kaufte er dann zwei Jahre später zum Preis von mehr als 30 Millionen Euro vom ThyssenKrupp-Konzern die Internet-Firma Ision. Zum Höhepunkt des Internetbooms brachte er die Holding Ision AG an die Börse. 2001 erwarb die britische Energis-Gruppe die Gesellschaft für 812 Millionen Euro. Doch vor dem Verkauf trieb er die Umsätze der Ision AG noch in die Höhe, um einen größeren Verkaufserlös zu erzielen. Ein Gericht verurteilte Falk deshalb zu mehren Jahren Haft.

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