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DLD-Motto “Optimism and Courage”: Erst durch Bildung und Vertrauen klappt es auch mit der Zuversicht

Vertrauen als Voraussetzung für Veränderung: Autorin Rachel Botsman auf dem DLD in München
Vertrauen als Voraussetzung für Veränderung: Autorin Rachel Botsman auf dem DLD in München

Das Motto von Burdas Digital Life Design-Konferenz (DLD) war diesmal schon deshalb etwas Besonderes, weil es eher nicht dem aktuellen Zeitgeist entspricht: „Optimism and Courage“ rief Gründerin Steffi Czerny in diesem Jahr von der Bühne. Der Wunsch nach Zuversicht und Mut kam aber nicht so richtig an, weder beim Publikum noch bei den Experten auf den Panels – für einen Stimmungswechsel mangelt es insgesamt an Vertrauen.

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Mit dem Auftritt von Scott Galloway haben die DLD-Macher ihr eigenes Motto ein Stück weit selbst erfüllt – eines der Highlights der Digitalkonferenz am Montagmorgen um 8.40 Uhr, am Tag nach der offiziellen und gewöhnlich lang anhaltenden DLD-Party zu platzieren, ist zumindest mutig. Vielleicht war es aber auch einfach nur klug: Denn so war der Saal direkt zu Beginn des letzten Programmtages bereits früh gefüllt – den Marketing-Guru aus New York lässt sich das Konferenzpublikum nicht gerne entgehen. Nur die Sache mit dem Optimismus wollte nicht so recht aufgehen.

Zuversicht, beziehungsweise Optimismus, sind Galloways Sache nicht. Der Professor der New York University hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Kritiker der US-Tech-Unternehmen gemacht und hat liegt er derzeit voll im Trend. Nachdem sich Galloway und WPP-Gründer Sir Martin Sorrell am Vorabend bereits ausführlich über Facebook ausgelassen hatten, ging es am Montag um einen weiteren großen, für Galloway den größten Player überhaupt: Amazon.

Er kritisierte, was er an allen Tech-Konzernen aus den USA kritisiert: die schiere Größe und die Fixierung auf Wachstum. Amazon gehöre zerschlagen, so die Forderung Galloways, der als Vorschlag die Cloud-Sparte Amazon Web Services nannte. Möglicherweise, so seine Prognose, werde dafür kein politisches Eingreifen notwendig sein, sondern der Kapitalismus werde darüber entscheiden – durch einen vorbeugenden Börsengang.

Die Größe und die Einflussnahme von Konzernen wie Amazon, Google oder Facebook seien ein Grund dafür, dass mit Blick auf den digitalen Wandel die Skepsis größer ist als die Zuversicht. Die Unternehmen würden immer weiter in neue Geschäfts- und damit Lebensbereiche vordringen und damit die Abhängigkeit der Konsumenten steigern. Und auch wenn er sich noch nicht so wirklich zu wehren scheint, so wird der Konsument mindestens aber misstrauisch und nachtragend. Deutlich wurde das vor allem am Samstag, als Sheryl Sandberg ihren Auftritt beim DLD ablieferte, was für die Facebook-Co-Chefin spürbar mehr Pflicht als Vergnügen war. Die Managerin an der Seite von Gründer Mark Zuckerberg war nach Deutschland gekommen, um nach massivem Vertrauensverlust Abbitte zu leisten, um die Stimmung wieder auf ihre Seite zu ziehen, doch der Funke sprang nicht über.

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Vertrauen ist zur wichtigsten Währung im Umgang mit Technologien und Tech-Konzernen geworden. Es ist die Voraussetzung für Optimismus und schwer zu erlangen. „Vertrauen ist notwendig, um etwas fundamental zu ändern“, betonte Autorin Rachel Botsman ironischerweise direkt vor dem Auftritt Sandbergs. Botsman: „Vertrauen wird nicht durch Transparenz geschaffen, sondern durch Kompetenz, Zuverlässigkeit, Empathie und Integrität.“

Um Angst und Skepsis in Zuversicht zu verwandeln – da waren sich die Experten auf allen Panels einig – braucht es neben Vertrauen vor allem Bildung. Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Automatisierung könnten in 15 Jahren jedes Berufsbild verändern und den Menschen überflüssig machen, warnte Deutsche-Post-Chef Frank Appel auf der Bühne. Bildung sei der Weg, auf diese Entwicklung zu reagieren. „Die Menschen müssen verstehen, dass sie neue Dinge lernen müssen“, so der Manager. Bildung dürfe nach Abschluss der Schulzeit nicht mehr aufhören.

Es scheint, das verdeutlichte der DLD, dass Bildung und Vertrauen im Umgang mit neuen Technologien miteinander einhergehen. Wer mehr über den technologischen Fortschritt weiß, kann ihm offener begegnen und lernen mit ihm umzugehen – und lernen, zu vertrauen.

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