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ADAC schrumpft Print-Titel Motorwelt um acht Millionen Hefte und sucht für Produktion externen Dienstleister

Martin Kunz ist Chefredakteur der ADAC Motorwelt
Martin Kunz ist Chefredakteur der ADAC Motorwelt

Der ADAC lagert die Produktion seines auflagenstarken Mitglieder-Magazins motorwelt komplett aus. Ab 2020 soll ein externer Dienstleister Produktion als auch Herstellung, Druck und Vermarktung sowie Vertrieb übernehmen. Was das Unternehmen als Premium-Offensive ausruft, ist aber vor allem ein rigider Sparkurs mit ungewissem Ausgang für die lange Zeit auflagenstärkste deutsche Zeitschrift.

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Dem vorausgegangen war ein Beschluss des ADAC-Präsidiums und Verwaltungsrates im Dezember. Der bedeutet nicht weniger als den größten Umbruch in der Geschichte der monatlichen Mitgliederzeitschrift seit der Gründung im Jahr 1945. Demzufolge will der Verband seine Kommunikationskanäle unter dem Projektnamen “Motorwelt Premium 2020” komplett neu ausrichten. Konkret geplant sind derzeit vier Ausgaben pro Jahr, erklärt ein Sprecher auf Anfrage. Derzeit und noch für das komplette Jahr 2019 erscheint die ADAC Motorwelt noch mit zehn Ausgaben bei einer Auflage von 13 Millionen Heften.

Den Titel der auflagenstärksten Zeitschrift in Europa ist das Mitglieder-Magazin nach der Neuausrichtung dann los. Derzeit plane man mit fünf Millionen Heften monatlich. Ein externer Dienstleister oder Corporate Publisher wird demnach die Produktion, Herstellung und den Druck sowie Vermarktung und Vertrieb der ADAC Motorwelt Premium ab 2020 übernehmen.

Ab 2020 kein automatischer Versand mehr

Favorisiert werde ein Unternehmen mit Sitz in München, nahe der Firmenzentrale, berichtet Clap-Club. Derzeit sind dem Vernehmen nach zwei Corporate-Publishing-Anbieter im Gespräch: Territory von Gruner + Jahr und C3 von Burda. Eine Entscheidung im Pitch soll noch in der ersten Jahreshälfte fallen. Vom Outsourcing verspricht sich der ADAC mehr hochwertige Heft-Inhalte, teilweise um Regional-Supplements ergänzt. Auch das Vertriebsmodell wird umgestellt: Ab 2020 landet das Heft nicht mehr ohne Zusatzkosten in den Briefkästen der Mitglieder. Die “Motorwelt Premium” soll dann in den ADAC-Geschäftsstellen und anderen Points of Sale auslegen – nach wie vor kostenlos.

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Was nach Premium klingt, ist nicht zuletzt auch ein Sparkurs. Allein der Postversand soll den Verband rund 50 Millionen Euro im Jahr kosten. Verhandlungen mit der Deutschen Post um bessere Konditionen waren 2018 gescheitert, wie die WirtschaftsWoche berichtete. Die Post sei demnach nicht zu Verhandlungen bereit gewesen, habe stattdessen sogar Gedanken über eine Erhöhung des Portos geäußert. Zuvor war schon bekannt geworden, dass der ADAC sein Mitgliedermagazin künftig nur noch einmal im Quartal – anstatt wie bislang zehnmal im Jahr – herausgibt.

Auswirkung auf Redaktion und Vermarktung noch ungewiss

Auf Anfrage teilte man damals lediglich mit, sich zu Spekulationen grundsätzlich nicht zu äußern. Es stimme jedoch, so der damalige Geschäftsführer Alexander Möller, „dass wir im Rahmen unseres ambitionierten Zukunftsprogramms Pole Position auch die Kommunikationsaktivitäten und -kanäle des ADAC neu aufstellen und positionieren.“ Im Fokus stünde eine digitale Kommunikationsoffensive, hieß es vage. Final darüber abstimmen wollte man zum Jahresende.

Allem Anschein nach fehlte dem Vorstand bei dieser Entscheidung das Vertrauen in die eigene Organisation, sich für die Anforderungen der Digitalisierung neu aufstellen zu können. Ein Dienstleister soll es nun richten. Was das für die 25- bis 30-köpfige Redaktion bedeutet, dazu äußerte sich der Verband bislang nicht. Dafür würden auch in Zukunft redaktionelle Kapazitäten gebraucht, heißt es aus München. Inhouse wolle man künftig die Weiterentwicklung und den Ausbau digitaler Inhalte vorantreiben, so ein Sprecher. Ob die Mitarbeiter aus den Bereichen Redaktion und Vermarktung allesamt diesen Weg mitgehen können und dürfen, dazu äußert sich der ADAC nicht.

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Alle Kommentare

  1. Ach du Sch….Gruner+Jahr oder Burda verantwortlich für die Produktion. Das ist ja wie Lungenkrebs oder Knochenkrebs. Dafür gibt’s dann aber bald den Grimme-Preis für die ADAC motorwelt

  2. Ich ärgere mich schon immer, dass ich diesen Schayss nicht abbestellen kann und trotzdem mit meinem Beitrag bezahlen muss

  3. Hat sich der ADAC hat nicht in AAC umbenannt? Er wollte doch nicht mehr deutsch sein, was ja en vogue und politisch korrekt ist. Autos sind das auch nicht. Das Magazin könnte ja dann “Internationale und mulikulturelle Zeitschrift für Fortbewegung aller Art” sein.

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