Partner von:
Anzeige

Xiaomi-Crash: “Das Apple Chinas” kollabiert an der Börse – und hat sich seit dem IPO fast halbiert

Xiaomis Smartphone Mi 6: Die Ähnlichkeit zu Apple-Produkten ist frappierend /
Xiaomis Smartphone Mi 6: Die Ähnlichkeit zu Apple-Produkten ist frappierend / © Xiaomi

Es ist nicht nur Apple: Auch andere Smartphone-Hersteller leiden unter dem Abschwung in der Branche. Während JP Morgan 2019 bereits zum schlechtesten Jahr der Smartphone-Ära ausruft, sind die Kurse der Sektorschwergewichte an der Börse in Vorwegnahme des Absatzeinbruchs bereits massiv abgestürzt. Am schwersten hat es den chinesischen Überflieger Xiaomi getroffen, dessen Kurs sich seit seinem Börsengang im vergangenen Sommer in der Spitze mehr als halbiert hat.

Anzeige

Die Träume waren groß. Xiaomi legte im vergangenen Juli den größten Börsengang eines Technologieunternehmens seit Alibaba in 2014 hin – und doch ging er ziemlich daneben. Beim Börsenlisting in Hongkong strebte der Smartphone- und Computerhersteller ursprünglich bei einer ambitionierten Bewertung von 80 bis 100 Milliarden Dollar einen Emissionserlös von bis zu 10 Milliarden Dollar an.

Am Ende musste sich der 2010 vom inzwischen 49-Jährigen Lei Jun gegründete Techkonzern mit knapp der Hälfte zufriedengeben: Xiaomi sammelte durch das IPO lediglich 4,7 Milliarden Dollar an frischen Mitteln ein und wurde “nur” mit 54 Milliarden Dollar bewertet.

Xiaomi liegt 2019 bereits 25 Prozent hinten

Als wäre der Abschlag nicht genug, ging die Aktie nach anfänglich gutem Start schnell in den Sinkflug über und notierte für den Rest des Jahres deutlich unter dem Ausgabekurse von 17 Dollar. Dass die Anlegerzurückhaltung gerechtfertigt war, beweist ein Blick auf die weitere Aktienentwicklung, die Apples und Samsungs Fehlstart ins neue Börsenjahr bei Weitem in den Schatten stellt.

Während sich Apple nach der geharnischten Umsatzwarnung immerhin bis auf ein Minus von zwei Prozent wieder an das Startniveau 2019 herangearbeitet hat und Samsung trotz seines schwachen Weihnachtsquartals seit Jahresbeginn sogar im Plus notiert, ist Xiaomi mit einem Minus von 25 Prozent in gerade einmal zwei Wochen so schlecht in 2019 gestartet wie kaum eine andere Aktie.

Seit dem IPO hat Xiaomi beim Sturz auf inzwischen unter 10 Hongkong-Dollar gar bereits mehr als 40 Prozent an Wert verloren – gegenüber den Allzeithochs haben sich die Anteilsscheine inzwischen mehr als halbiert. Die Folge: Statt der einst angestrebten Bewertung von 100 Milliarden Dollar wird Xiaomi aktuell gerade mal mit rund 30 Milliarden Dollar bewertet.

Anzeige

Smartphone-Blues belastet “das Apple Chinas”

Dafür lieferte der Techriese aus dem Reich der Mitte mit den zuletzt vorgelegten Quartalszahlen durchaus gute Argumente. Xiaomi, das wegen der Ähnlichkeit der Produkte zum Techpionier aus Cupertino häufig als “Apple Chinas” bezeichnet wird, lag im dritten Quartal des vergangenen Jahres unter den fünf größten Smartphoneherstellern der Welt mit 34,3 Millionen Einheiten immerhin an vierter Stelle. Mit Zuwächsen von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnte Xiaomi seine Absätze nach Huawei am zweitdynamischsten steigern.

Allein: Die Aussichten auf dem Smartphonemarkt haben sich eingetrübt. Wie die amerikanische Großbank JP Morgan heute in einer Kurzstudie mitteilte, dürften die Smartphoneverkäufe im vierten Quartal im Jahresvergleich um gleich 9 Prozent eingebrochen sein (in China gar um 20 Prozent).

Für 2019 rechnet JP Morgan mit einem weltweiten Rückgang der Smartphoneverkäufe von mehr als 5 Prozent. Den zunehmend schwierigen Bedingungen auf dem Smartphonemarkt haben Xiaomi-Aktionäre in den vergangenen Wochen mit Verkäufen offenbar Rechnung getragen.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia