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Döpfner attestiert Medienbranche eine “Lebenslüge” und fordert Journalisten zu Boykott von Facebook und Twitter auf

Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner

Medien müssen sich nach Einschätzung von Axel Springer-CEO Mathias Döpfner einer wachsenden Entfremdung zwischen Lesern und Redaktionen stellen. Nicht die Digitalisierung sei das Problem von Zeitungen und Zeitschriften, sondern eine sich seit Jahren hinziehende "intellektuelle und inhaltliche Krise" des Journalismus, sagte der Präsident des Zeitungsverleger-Verbandes BDZV. Zudem empfahl er Journalisten auf Twitter und Facebook größte Zurückhaltung, wenn nicht gar totale Enthaltsamkeit.

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Die Branche müsse mit einer “Lebenslüge” aufräumen, sagte Döpfner. “Dass die vielbeschworene Zeitungskrise durch technologischen Wandel verursacht ist. Das stimmt nicht, das ist ein Alibi.” Vielerorts habe sich Selbstzufriedenheit und Überheblichkeit breitgemacht.

“Ich will nicht verallgemeinern, das gilt niemals für alle”, sagte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). “Aber leider haben sich entsprechende Geisteshaltungen in ganz verschiedenen Verlagen und Redaktionen eingenistet und dazu geführt, dass es zu einer tiefen Entfremdung zwischen Leserinnen und Lesern und den journalistischen Angeboten gekommen ist.” Das bedeute nicht, den Lesern nach dem Mund zu reden, aber genauer zu wissen, was wen wie interessiere.

In einem Brief an die Verleger zum neuen Jahr ermutigte Döpfner am Montag die BDZV-Mitglieder, sich 2019 auf ihre Kernaufgaben zu besinnen und sich die Glaubwürdigkeit wieder zu verdienen. “Denn nur so können wir die Populisten und Feinde der Pressefreiheit in ihre Schranken weisen. Auch nach dem Fälschungsskandal um den früheren Spiegel-Reporter Claas Relotius werde man sich nicht als “Lügenpresse” verunglimpfen lassen.

Döpfner über Relotius-Affäre beim Spiegel: “Sturmgeschütz der Demokratie” ist zum “Luftgewehr der Phantasie” geworden

“Das Problem, dass einstweilen aus dem “Sturmgeschütz der Demokratie” ein “Luftgewehr der Fantasie” geworden ist, das muss der Spiegel lösen”, sagte Döpfner im Interview. Dafür habe das Blatt gute Chancen mit seinem neuen, unbelasteten Chefredakteur. Eine ähnliche Einstellung wie beim Spiegel herrsche in vielen Redaktionen und Jurys für Reporterpreise. “Haltung ist oft wichtiger als Handwerk, Weltanschauung wichtiger als Anschauung”.

So erscheine ihm auch der Auftritt von Journalisten in sozialen Medien “zunehmend problematisch”. Die Vorstellung, dass Medienvertreter rein privat twittern oder auf Facebook posten, sei absurd, kein Mensch könne das unterscheiden. “Ein Chefredakteur oder Redakteur ist dort keine private Person.” Journalisten hätten ja eine gute Plattform, um sich auszudrücken: “Ihr Medium.” Warum sollten sie ihre Erkenntnisse, Gedanken und Inhalte verschenken, um Twitter zu Exklusivnachrichten oder Kurzkommentaren verhelfen, fragte Döpfner.

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Auch die jüngste Twitter-Aktion #Nazisraus in Richtung AfD sei “höchst problematisch”. Der Hashtag sei ein Zeichen für die zunehmende Unfähigkeit, durch Argumente eine Partei zu entzaubern, die außer Zorn und Ressentiment nicht viel zu bieten habe. “Journalisten sollten dafür besonders sensibilisiert sein.” Solche Statements förderten ein intolerantes Meinungsklima und eine intellektuelle Unfähigkeit, mit anderen Meinungen und unterschiedlichen Auffassungen weltoffen und zivilisiert umzugehen. Er habe kein Verständnis, wenn sich Journalisten damit selber stilisierten.

Döpfner warnte davor, nach der Affäre um den Fälschungsskandal beim Spiegel schnell zur Tagesordnung überzugehen. Viele Medien gingen “erstaunlich zurückhaltend” mit dem Fall um. Offensichtlich wirke das Argument, dass Relotius auch in anderen Publikationen veröffentlicht habe, wie eine Beißhemmung. Der Fall sei vor allem auf Medienseiten und im Feuilleton abgehandelt worden. Wenn jetzt die Medienbranche aber weggucke, schade das der Glaubwürdigkeit der Medien. “Es steht hier also sehr viel auf dem Spiel”, sagte der BDZV-Präsident.

In seinem Brief an die Verleger nannte Döpfner die Sicherung des Zustellernetzes als ein wichtiges Verbandsziel für 2019. Durch staatliche Entscheidungen sei nicht mehr gesichert, dass morgens in jedem Briefkasten eine Zeitung landet. Es dürften in Deutschland aber keine weiße Flecken bei der Zustellung entstehen, die Döpfner einen “nicht zu unterschätzenden Demokratieverstärker” nannte.

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Alle Kommentare

  1. Aus dem Redaktionshubschrauber, hoch über der Medienlandschaft, mit erdsystemanalytischen Blick:

    1. Das Grundvertrauen in Medien ist nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Arbeitsmethoden und Stile der Bearbeitung sind Anlaß zur Kritik. Spukhafte Fernwirkungen lokaler Ereignisse werden durch entgrenzes Recherchieren und Kommentieren und zunehmende Distanzen zum Ereignis verursacht.

    2. Stellt man sich ein Ereignis als Punkt in einem Raum-Zeit-Kontinuum mit vierdirmensionalen Koordinaten vor (sog. Minkowski-Raum), so wird klar: klassischer Journalismus sit an Lokalität, direkte Beobachtung und Echtzeitnähe gebunden.

    Dazu ein Bild:

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ae/World_line-de.svg/250px-World_line-de.svg.png

    Indem man Geo-Koordinaten von Journalisten, Ergebmissen, Ereignissen und IP-Nummern von Nachkommentaren im “medialen Minkowski-Raum” anordnet, werden Authentizität und Wahrheitsweit von Texten nachprüfbar.

    Beiträge (und Postings) sollten daher mit Datum,Uhrzeit und Geokoordinaten neben dem Autor-vermerkt werden, um die Raum-Zeit-Authentizität von Beiträgen transparent zu machen.

    Es ist eine nette Programmier-Aufgabe für KI, die in Newsrooms eingebaut wird und ein “Wahrheits-Diagramm” automatisch erzeugt. Gibt es sicher bald als App.

    3.Autoren (m/w/d) müssen biografischen, fachlichen, lokalen Bezug, Interesse bzw. Betroffenheit bzw. offiziellen Betrauungs-Akt zum Thema oder Ereignis aufweisen.

    Fehlen diese, sind es Trolle, hybride Krieger, Spammer oder ADHS-Narzisten und sonstige Formen von SocialMedia-Wahnsinnigen.

    4. Das ökonomische Systemproblem des modernen Journalismus:
    – der “Medienraum der Lokalität/Authentizität ” ist limitiert (räumlich/zeitlich)
    – Kosten von Lokal-Journalisten wachsen über Reichweiten-Erträge hinaus
    – Werbereichweiten und digitale Erträge sinken.
    – wachsende Teile der Leser und Nachrichten-Produzenten wenden Kapital für globale Reichweiten-Sichtbarkeit auf (Google/Facebook, Amazon etc.)

    5. Der Clou: Mediensystemanalyse & Gemeinkostenwirtschaftlichkeitsanalyse
    Werbewirtschaft, Medienagenturen, PR-Agenturen, SEO-Agenturen Regierungspressestellen und kommuale Pressestellen, Abteilungen für Unternehmenskommunikation und Kultur- und Kreativwirtschaft sorgen als “Middlemen” für die gewaltigen Umsätze von Google, Facebook, Amazon & Co..

    Dabei entstehen gigantische Produktivitäts-Paradoxa und “digitale Blindleistung”.
    Kurz: es wird Kapital zum “digitalen Fenster” hinausgeworfen, das keine Leser oder Views oder Interessemeldungen findet.

    6. Fiktionen, Evangelismen, Tech-Theoreme, Hoffnungen und Erwartungen, Bots und Klickstatistiken treiben das Geschäft. Zumeist mit völlig lächerlichen Konversionsraten! Dazu mit Burn rate – statt irgendeiner Earn-Rate

    Kurz: Zalando hat Google bezahlt, um an die Kunden- , Tracking, Behavior-Daten und anonymisierten IP-Nummern von Boss, H&M, Escada, Gerry Weber u.v.m zu gelangen, und in die Gewinnzone zu kommen. Inzwischen sind die Markenartikler alle pleite, und nun geht auch das Geschäft von Zalando zurück.
    Ein volkswirtschaftliches Minusgeschäft, was Wertschöpfung & Arbeit betrifft.

    7. Zeitungen und Journalismus sind überlebenswichtig für Freiheit, Demokratie, Innovation, soziale und digitale Synergien. Alle DAX-Unternehmen und alle Unternehmen mit Abteilungen für CSR-, Konzernkommunikation und Pressestelle sind künftig gehalten, auch an die “Public Social Responsibility” zu denken, und
    Lokaljournalismus mit zu finanzieren.
    PR-Agenturen und alle Middlemen sind gehalten auch innovative Anzeigen- und Werbeformen MIT Zeitungsverlegern zu entwickeln.

    8. Kostenlos-Leistungen sind als sittenwidrig abzulehnen

    9. Zeitungs-Zustellung und Postzeitungswesen müssen “synergiewirtschaftlich”
    neu aufgestellt werden, weil heute Hermes, DHL und Amazon fast jeden Tag jedes Haus besuchen. Warum nicht auch “tarifierte Zeitungszustellung” mit Mindestlohn? Warum nicht wieder Abendzeitung – statt prekäre Frühverteilung?

    10. Entwicklung eines zukunftsoffenen Anzeigensystems (info@anzeigio.de) das universell nur an Zeitungen lizensiert wird, um weltweit freien Journalismus zum eigenwirtschaftlichen Business zu machen. Mit Web + IoT + public IoT.
    Mit eingebauter inklusiver, digital arbeitsteiliger und sozialer Marktwirtschaft.
    Mit Effizienz und betriebwirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Earn-Rate!

    … ich sehe nur Mega-Chancen am Horizont!

  2. Wirklich erhellend in diesem Kontext war die aktuelle FAS. Extrem prominent plaziert fand sich dort auf Seite 1 ein Text zum Twitter-Aus Habecks, die gesamte Seite 2 war mit einem entsprechenden Interview gefüllt. Wenn aber praktisch 100 Prozent der Twitter-User Journalisten und Politiker sind, dürfte Twitter normalen potentiellen Lesern und Abonennten egal sein. Davon dürften also die meisten die ersten zwei Seiten der aktuellen FAS schon mal überblättern. Das aber ist der erste Schritt zum Abo-Aus. “Warum sollten sie (die Journalisten; d. Verf.) ihre Erkenntnisse, Gedanken und Inhalte verschenken, um Twitter zu Exklusivnachrichten oder Kurzkommentaren verhelfen, fragte Döpfner.” Das ist doch ein eher lächerliches Argument: Wer liest schon Twitter (s. o.)? Doch allenfalls die werten Kollegen. Ich verstehe ja, wenn Politiker Twitter nutzen, um eine breite Öffentlichkeit bei Journalisten nebst den erhofften Sekundäreffekten (Artikel in Zeitungen) zu finden. Was aber interessiert normale Menschen die Meinung von Journalisten? Die haben bekanntlich kein Mandat, sondern sind Angestellte von Wirtschaftsunternehmen.

    1. Ein Zeit-Online Leser hatte nach zwei Tagen sogar 6 !!! Artikel zum Thema “Twitter-Aus Habeck” gezählt, nur auf Zeit-Online wohlgemerkt.

      Die Besessen- und Besoffenheit der deutschen Journalie mit den toxischen Grünen ist ein Fall für die Irren-Ärzte der Republik.

  3. Warum hält sich eigentlich Herr Reichelt nicht an diese “Dienstanweisung” seines Chefs. Und wenn echte Journallisten so wichtig für Herrn Döpfner sind, warum sitzt der BILD Chef immer noch auf seinem Thron?

  4. Herr Döpfner wirft Redaktionen vor, sie würden sich vom Leser entfernen.

    Weiß er denn nicht, dass seine Redaktionen vielfachen Einflüssen aus seinen Anzeigenvertrieben und Content-Marketern ausgesetzt sind, die vielfach “Wünsche” zur Platzierung und sogar dem Tenor der Berichterstattung anmelden?

    Glaubt er seinen vielfach unternommenen Leserbefragungen und Untersuchungen zum Leseverhalten nicht oder verbietet er gar, aus den Erkenntnissen entsprechend zu handeln? Für mehr Glaubwürdigkeit, für mehr Leserinteresse, für mehr Umsatz muss einfach das zu verkaufende Produkt besser werden und nicht das Packpapier drumherum. Also mehr Qualität im Inhalt. Leser sind nicht so dumm, dass sie Schleichwerbung und Manipulation nicht zumindest registrieren und mit Kaufverweigerung abstrafen.

    Das gilt aber nicht nur für Print. Es ist doch gewiss nicht so, dass Springer das Klickverhalten seiner Online-Angebote nicht haarklein erfasst, Teaser etc. entsprechend nachsteuert. Aber es ist schon komisch, Orientierung an den Leserwünschen zu fordern und gleichzeitig seine Angebote durch klickheischende Links, Bilderstrecken, Banner- und sonstige Werbung sowie durch Aufladung mit Trackern quasi unkonsumierbar zu machen. Und dann noch fürs Leistungsschutzrecht trommeln und über die in Notwehr von vielen benutzten Adblocker heulen. Dann lieber ehrliche Bezahlangebote ohne Werbung.,

    Und zum Punkt Selbstzufriedenheit und Überheblichkeit: Wenn Verleger wie er aufgrund von übersteigerten Renditeerwartungen Redaktionen systematisch ausdünnen, einebnen, aus Tarifverträgen aussteigen, Billiglöhne bezahlen, wie soll das attraktiv für Kolleginnen und Kollegen sein? Warum zahlt er beispielsweise nicht den Redakteurinnen und Redakteuren der COMPUTER BILD wenigstens einen ordentlichen Haustarif, statt sie mit 30 bis 40 Prozent unter Tarif abzuspeisen, was für Hamburg hinten und vorn nicht reicht. Den Kollegen im eigenen Unternehmen dann nicht mal auf ihren diesbezüglichen Offenen Brief zu antworten, aber Zeit zu finden, die Lage beim Spiegel zu kommentieren, spricht Bände über die Wertschätzung des Journalismus im eigenen Haus.

    Wie sollen die auf Distanz, Lesernähe und ordentliche Recherche eingeschworen werden, wenn ihnen von allen Seiten nur die Forderung nach kurzfristig wertschöpfendem Output ins Gesicht bläst? Das funktioniert so nicht.

    Immerhin: Er hat Recht, dass nicht die Technik (nicht: Technologie!) schuld am Niedergang ist. Es ist das Wegsparen und Ökonomisieren aller Ecken und Kanten, die einen pluralistischen Journalismus ausmachen.

  5. Die Sache mit dem Print ist leider mittlerweile wirklich nicht gut. Die meisten die ich kenne lachen sogar Spiegel, Welt, Zeit Journalisten und Leser wegen ihrer geringen Bildung und Sachkenntnis aus. Dabei können die nicht mal was dafür.

    Wer sich alternativ informiert, dem fallen bei jedem MSM Artikel die Informations und Wissenslücken unangenehm auf. Die meisten schauen eher um mit Oma und Opa reden zu könne und zu wissen, was in der linken Bubble wieder Emotionales Chaos ausgelöst hat.
    Es braucht wieder mehr Informationsjournalismus und weniger Haltung. Das täte der Bildung der Menschen und Journalisten auch gut.

  6. Zu Herrn Döpfner:

    “Denn nur so können wir die Populisten und Feinde der Pressefreiheit in ihre Schranken weisen.”

    Mit Populisten sind sicher die AfD- Anhänger gemeint. Um diese in die Schranken weisen, will er zu einem anständigen Journalismus zurückkehren ? Mit Rückenwind durch den Verfassungsschutz ?

    Schaun wir mal, wie Überzeugung funktioniert.

    Außerdem fehlt der Hinweis, daß sogenannte Populisten nicht nur deswegen entstanden sind, weil die Presse ihren Aufgaben nicht mehr nachkommt.

    Es ist vielmehr die Komplizenschaft zwischen Medien und Führungselite, das Nicht- Berichten der Medien, das Beschönigen, das Unterdrücken und Verschweigen, die viel zu große Nähe zu dem was man bei uns Politik nennt, welches die Medien hat an Bedeutung verlieren lassen.

    Insoweit ist eine Rückkehr wohl eher nicht möglich, es würde den Austausch der Eliten in Politik und Medien erforderlich machen. Davon ist nicht auszugehen. Eine Änderung kommt, wenn überhaupt nach dem gemeinsamen Niedergang.

    Und was hat es mit den Feinden der Pressefreiheit auf sich?

    Sind die größten und alleinigen Feinde der Pressefreiheit nicht die Medien selber, die ihre Freiheit einseitig eingesetzt, und damit schlicht mißbraucht haben ?

    In dem großen Konsens ist nur die Freiheit der Konsenzler möglich. Das ist doch klar. Alle anderen stehen draußen, und werden zum Kotau genötigt. Was genau soll daran Freiheit genannt werden können?

    Pressefreiheit bedeutet, daß ein Leser sich in/über die Medien zu sämtlichen Vorgänge ein eigenes Bild machen können muß. Dazu muß Vielfalt von den Medien angeboten werden.

    Davon kann bei den deutschen Medien überhaupt keine Rede mehr sein. Wer abweicht, wird aussortiert. Dies hat mittlerweile dermaßen überhand genommen, daß wir von einem Zustand einer Gleichschaltung reden können. Schuld daran sind eindeutig die Medien, die sich willig vereinnahmen lassen, ja sich selber in Resonanz befinden.

    Solche Medien sind die Totengräber der Pressefreiheit. Niemand anderes.

    Zu viele Hintergrundgespräche, Herr Döpfner, zu viel Eitelkeit, zu viele Mauscheleien hinter den Kulissen. Soll als Pressefreiheit durchgehen, daß Journalisten gebrieft werden, dabei unter dem Vorbehalt stehend daß sie freiwillig das Maul halten, das gemeinsame Boot mit der vorherrschenden Politik nicht verlassen ?

    Halbherzig, Herr Döpfner. Bestenfalls: nicht zu Ende gedacht. Wenn ihr Eure Reputation zurückerhalten wollt, sind völlig andere Herangehensweisen notwendig, die ihr garnicht mehr draufhabt.

    Ihr habt versagt, und die Gesellschaft wird das ausbaden müssen.

    1. Was soll Döpfner denn auch sagen, er hat das Problem erfasst, aber eben nur zu ~10%, aber von der Position der Übersättigten, an den gut gefüllten Futtertrögen ist mehr wahrscheinlich garnicht möglich.

      Döpfner weiss, das Land ist im Niedergang – und er will ein System retten was nicht mehr zu retten ist.

      >es würde den Austausch der Eliten in Politik und Medien erforderlich machen

      Realisieren Wenige, aber das ist in der Deutschen Geschichte regelmässig passiert.

      Den politisch gesteuerten und korrumpierten Verfassungsschutz auf ein 25%+ Partei anzusetzen ist in diesem Zusammenhang besonders clever.

  7. “eine sich seit Jahren hinziehende “intellektuelle und inhaltliche Krise” des Journalismus, sagte der Präsident des Zeitungsverleger-Verbandes BDZV”

    Das stimmt und die Erkenntnis haben wir nun seit mindestens 10 Jahren.

    Ich frage mich, wie sich das die Medienmacher immer denken. Früher hatte es nie wirklich Folgen gehabt, wenn wieder ein absoluter Mist in der Zeitung stand. Die Fachleute konnten sich nicht zu Wort melden, hatten nicht die Reichweite. Die Diskussionen über die Verfehlung blieb meist in kleinen Raum.

    Seit dem Internet werden Behauptungen in Rekordzeit überprüft und gegengeprüft. Die Reichtweite ist immens.

    Und obwohl einige Dinge nun ohne Ende widerlegt sind, verbreiten die selbsternannte Qualitätspresse diese Unwahrheiten einfach weiter. Seit Jahren.

    Verrückt ist, dass die auch Beiträge publizieren, die sich gegenseitig widersprechen. Das löst bei den Medienmacher aber keinen Konflikt aus. Der logische Fehler wird nicht erkannt.

    1. Jedem Lügenblatt sein eigenes “Fakten”-check-Team und wenn die Leute die Lügen einfach nicht fressen wollen, die Wahrheit mit NetzDG und Co. wegzensieren.

      Die Haltung ist wichtig, wir schaffen das.

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