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Fünf Tage meistgejagter Hacker der Republik, schon wieder auf freiem Fuß: der Schüler, der sich “G0d” nannte

Die Veröffentlichung sensibler Daten von Prominenten sorgt für Empörung
Die Veröffentlichung sensibler Daten von Prominenten sorgt für Empörung

Wer steckt hinter dem Daten-Leak, der über fünf Tage lang die Bundesrepublik beschäftigt hat? Auf einer Pressekonferenz hat das BKA nun weitere Details zu dem mutmaßlichen Hacker gegeben: ein 20-jähriger Schüler aus Hessen, der noch bei seinen Eltern wohnt und offenbar aus Ärger über die Politik gehandelt hat. Über besondere technische Vorkenntnisse verfügte er wohl nicht, diese habe er sich "selbst angeeignet", so die Ermittler.

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Der 20-Jährige steht im Verdacht, personenbezogene Daten von fast 1.000 Prominenten und Politikern ausgespäht und anschließend auf Twitter veröffentlicht zu haben. Nach eigenen Angaben habe er dabei allein gehandelt. Eine Verbindung zu staatlichen Geheimdiensten schließen die Behörden derzeit aus.

Gefasst wurde der Tatverdächtige bereits am Sonntagabend. Er sei geständig und kooperativ, wie die Polizei meldet. Bereits am Montag sei er wieder auf freien Fuß gekommen, da keine Fluchtgefahr bestehe. Technische Geräte des Verdächtigen hat die Polizei beschlagnahmt, darunter auch einen Datenträger, den der Schüler erst zwei Tage vor Eintreffen der Beamten zerstört habe.

Das mutmaßliche Motiv: Beschuldigter soll sich über Politiker geärgert haben

Zur der mutmaßlichen Motivation hält sich BKA noch bedeckt. Nur so viel ist bekannt: Der Verdächtige habe sich über Aussagen der betroffenen Geschädigten “geärgert”. Ob dahinter eine politische Absicht steckt und welchem Spektrum diese gegebenenfalls zuzuordnen wäre, ist aber noch unklar.

Darüber hinaus sei der Verdächtige überaus “computeraffin”. Er verfüge zwar nicht über eine entsprechende Ausbildung in diesem Bereich etwa als Informatiker. Der 20-Jährige, “der noch im elterlichen Haushalt lebt”, hätte jedoch “viel Zeit” damit verbracht, sich die technischen Kenntnisse selbst anzueignen.

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Das BKA spricht dabei von einem “ausgeklügeltem Vorgehen”. Der Tatverdächtige hat offenbar Sicherheitslücken ausgenutzt, wovon einige mittlerweile geschlossen worden seien. Von einer einzigen Hackerattacke gehen die Beamten derzeit nicht aus. Stattdessen habe der Datenklau in mehreren Schritten über Jahre hinweg stattgefunden. Die erbeuteten Daten hat der Hacker anschließend mit im Netz verfügbaren Informationen angereichert und im Dezember auf Twitter veröffentlicht.

Die Behörden haben laut eigenen Angaben erst in der Nacht vom 03. auf den 04. Januar von dem Hack Kenntnis erlangt – und waren deswegen vielfach kritisiert worden. Die im Rahmen der Durchsuchungen sichergestellten Geräte werde das BKA nun auswerten, um Kenntnis über den genauen Tathergang zu erlangen.

Im schlimmsten Fall droht dem Verdächtigen eine Haftstrafe. Bei Erwachsenen sieht das Gesetz beim Ausspähen von Daten drei Jahre und eine Geldstrafe vor. In Bezug auf die Datenhehlerei, ein noch relativ neuer Strafbestand, gibt es ebenfalls ein Strafrahmen von drei Jahren und Geldstrafe. Bei Jugendlichen gibt es allerdings andere Sanktionsmöglichkeiten, darunter auch Erziehungsmaßnahmen.

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Alle Kommentare

    1. Ich auch. Unser lokale Landtagsabgeordnete teilt gerade in der Lokalpresse mit, von ihm seien Telefonnummer und Mailadresse erbeutet worden. Die seien zwar allgemein bekannt. Aber immerhin: Offenbar ist auch er wichtig genug, um in diesen sog. Skandal verwickelt zu sein und fordert Aufklärung.

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