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Der Facebook-Medien-Report mit den Auswirkungen der Algorithmus-Änderungen: Fazit und Ausblick

Der Facebook-Medien-Report von MEEDIA: Wie wirken sich die Algorithmusänderungen von Facebook auf Medienseiten aus?
Der Facebook-Medien-Report von MEEDIA: Wie wirken sich die Algorithmusänderungen von Facebook auf Medienseiten aus?

Mit dem Facebook-Medien-Report hat MEEDIA in den vergangenen Wochen den ausführlichsten Blick auf die Auswirkungen von Facebooks Algorithmus-Änderungen geliefert, den es in Deutschland bisher gab. Die Haupt-Erkenntnis: Medien und Marken, die sich zu abhängig von den sozialen Netzwerk gemacht haben, erlebten ihr böses Erwachen. MEEDIA bleibt am Ball und liefert künftig regelmäßig Daten.

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In insgesamt sieben Artikeln hat MEEDIA die Entwicklungen der Facebook-Interaktionen der vergangenen Jahre untersucht. Die wichtigsten Ergebnisse lauten:

  1. Seit den Ankündigungen von Facebook, Posts von Freunden und Familienmitgliedern gegenüber solchen von Medien und Marken zu bevorzugen, sind die Interaktionen von Facebook-Seiten massiv eingebrochen. Seit dem Rekordmonat März 2017, in dem 1.500 von MEEDIA untersuchte Pages deutschsprachiger Medien noch 122,6 Mio. Interaktionen mit ihren Posts einsammelten, ging es auf 56,8 Mio. im Oktober 2018 herab. Ein klares Indiz für die Auswirkungen der Algorithmus-Änderungen: Wenn Posts von Seiten seltener in den Timelines auftauchen, kann auch seltener mit ihnen interagiert werden.
  2. Zu den größten Verlierern der Algorithmus-Änderungen zählen unter den Medien-Seiten solche mit Promi-News, Frauenmagazine und Seiten mit Kino-Nachrichten. Deutlich positiver – bzw.- weniger negativ – entwickelten sich Satire-Seiten. Auch einige Qualitätsmedien wie die FAZ, Spiegel Online und öffentlich-rechtliche Angebote wie tagesschau, heute, NDR und WDR entwickelten sich entgegen des Trends positiv. Sie gewannen sogar Interaktionen hinzu. Andere Qualitätsmedien wie die Süddeutsche Zeitung hingegen verloren deutlich.
  3. Der große Facebook-Video-Hype ist vorbei. Interaktionen für auf Facebook gepostete Videos entwickelten sich noch schlechter als andere Post-Formen. Die Zahl der Video-Views der untersuchten 1.500 Medien-Seiten brach innerhalb eines Jahres um 63,7% ein. Stattdessen lohnt es sich offenbar, verstärkt auf Photo Posts zu setzen, die sich positiver entwickeln.
  4. So genannte “Alternativmedien” leiden nur teilweise unter den Algorithmus-Änderungen. Russische Staatsmedien wie RT Deutsch, obskure Seiten wie die Epoch Times und rechte Populisten wie das Compact Magazin gewannen hingegen Interaktionen hinzu.
  5. Die Posts von Medien-Seiten verschwinden zwar aus den Facebook-Timelines, die Inhalte aber nicht so extrem, denn auch Freunde und Familie teilen Medien-Artikel.
  6. Nicht nur Medien leiden unter den Algorithmus-Änderungen, auch für Marken, Unternehmen, Personen geht es nach unten. Folge: Einige verringern ihre Facebook-Aktivitäten bereits deutlich.
  7. Twitter wird zur Facebook-Alternative. Zwar kann Twitter die großen Interaktions-Verluste Facebooks nicht ausgleichen, doch das Echtzeit-Netzwerk ist mangels Algorithmen ein verlässlicherer Partner für Medien. Und: Die Zahl der Interaktionen (und damit wohl auch der Nutzer) steigt.

Einer der Punkte, der die Medien – und auch uns bei MEEDIA – in Zukunft weiter beschäftigen wird, ist die unterschiedliche Entwicklung innerhalb von Segmenten. Warum verlieren einige Qualitätsmedien deutlich, andere legen aber sogar zu? Basieren solch unterschiedliche Trends einzig auf den Algorithmen? Oder hilft Facebook womöglich sogar nach, indem man einzelne Medien bevorzugt?

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Und wird Facebook irgendwann an einen Punkt kommen, an dem man wieder in die andere Richtung steuert? Die schrumpfende Aktivität erster Facebook-Seiten ist ein Warnzeichen für das soziale Netzwerk. Die Zahl der Interaktionen für journalistische Artikel, die sich deutlich weniger negativ entwickelt als die der Facebook-Posts der gleichen Medien, zeigt, dass die Nutzer weiterhin sehr interessiert an Medien-Inhalten sind. Künstliche Algorithmus-Änderungen könnten Publisher und Nutzer gleichermaßen verärgern.

MEEDIA wird es nicht bei den sieben Artikeln des Facebook-Medien-Reports belassen. Wir werden die Entwicklungen weiterhin genau beobachten und regelmäßig einen Blick drauf werfen. Schrumpfen die Interaktionen weiter? Steuert Facebook dagegen? Welche Entwicklungen gibt es innerhalb der Segmente? MEEDIA wird berichten und Sie können die Aktualisierungen jeweils an dieser Stelle auf der Themen-Seite zum Facebook-Medien-Report finden.

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