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Der Aufstieg und Fall von Zalando: Der Berliner Online-Mode-Versender stürzt nach totalem Crash auf IPO-Niveau von 2014

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Anleger wenden Zalando den Rücken zu

Raus, raus, raus! Alles muss raus! Das marktschreierische Motto von Schlussverkäufern holt den Online-Modeversender Zalando auch an den Kapitalmärkten ein. Deutschlands einstiger E-Commerce-Vorzeigekonzern erlebt in den vergangenen Monaten den freien Fall, der an Mutterkonzern Rocket Internet erinnert: In nicht einmal fünf Monaten hat sich die Aktie mehr als halbiert und Zalando mehr als 7 Milliarden Euro an Börsenwert vernichtet. Wie konnte das passieren?

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30 Prozent: weg! 40 Prozent: alles muss raus! 50 Prozent: geht’s noch günstiger?  Keine Frage: Der Winterschlussverkauf beginnt bei Zalando früh im Jahr. Allein: Er betrifft nicht nur die Modeartikel, die inzwischen in immer mehr Outlets feilgeboten werden, sondern die Aktie.

Seit dem Sommer befinden sich die Anteilsscheine des Berliner Modeversenders, der seit 2015 im zweitgrößten deutschen Aktienindex MDax notiert wird und in der Spitze mit über 12 Milliarden Euro bewertet wurde, im freien Fall. Der Kursverfall von amerikanischen Internetaktien erscheint dagegen noch moderat.

Allein im heutigen Handelsverlauf musste die angeschlagene Zalando-Aktie heftige Preisabschläge von in der Spitze 15 Prozent hinnehmen. Bei 21,49 Euro notierte die Aktie im heutigen Handelsverlauf auf dem tiefsten Punkt eines 4-Jahrestiefs – und tatsächlich einen Cent tiefer als die Papiere noch Ende September 2014 ausgegeben wurden.

Umsatz- und Gewinnwarnung leitet Zalandos freien Fall ein

Die Kursgewinne von mehr als vier Jahren, die in der Spitze 130 Prozent betragen hatten, haben sich in nicht einmal fünf Monaten komplett in Luft aufgelöst. Wie konnte das passieren? Zunächst gab der einst von den Samwer-Brüdern hochgepäppelte Modeversender im August im Sog der schlechten Stimmung an der Wall Street nach, ehe die Co-CEOs Robert Gentz, David Schneider und Rubin Ritter im September die Bombe einer nach unten angepassten Geschäftsprognose platzen ließen.

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“Der lange und außergewöhnlich heiße Sommer sowie ein verspäteter Start in die Herbst/Winter-Saison belasten das Umsatzwachstum und das bereinigte EBIT”, mussten die Berliner eingestehen – und setzten damit zu einer Schussfahrt mit immer neuen Tiefständen an. Ein vorübergehendes zweistelliges Kursplus verwandelte sich bis zum Börsenschluss in Frankfurt in ein Minus von 50 Prozent seit dem Jahresbeginn.

Rocket Internet-Beteiligungen mit Horrojahr

Damit reiht sich Zalando nahtlos in die desaströse Börsenentwicklung der anderen Beteiligungen von Rocket Internet ein, die sich allesamt seit Jahresbeginn unter Wasser befinden: von überschaubaren 2 Prozent beim Mutterkonzern Rocket Internet, über 6 Prozent bei Delivery Hero – bis zu Kurskatastrophen wie bei Westwing (– 27 Prozent) und HelloFresh bzw. Home24 (– 43 Prozent).

Auslöser für den totalen Crash bei Zalando war heute eine geharnischte Umsatzwarnung des britischen Modehändlers Asos, der den gesamten Einzelhandel in die Tiefe riss. Zahlreiche Analysten hatte ihre Kursziele in den vergangenen Wochen teilweise deutlich gesenkt. Für Anleger stellt sich nach den Drama-Monaten nun die Frage: Sind die halbierten Kurse am Ende aber auch Schnäppchenpreise?

 

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