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Blogging-Plattform Medium will 2019 “signifikant” in Qualitätsinhalte investieren – und könnte nach dem New York Magazine greifen

Blogging-Plattform Medium: “Mit Stimmen und Perspektiven verbinden, die etwas bedeuten”
Blogging-Plattform Medium: "Mit Stimmen und Perspektiven verbinden, die etwas bedeuten" © Medium

Es bleibt ein zähes Ringen: Seit mehr als sechs Jahren versucht Twitter-Mitgründer Ev Williams mit Medium das Publizieren im Internet neu zu erfinden. Bislang allerdings mit sehr übersichtlichem Erfolg: die Blog-Plattform musste eingestehen, dass Werbeeinnahmen die Kosten nicht decken, arbeitet aber auch noch nicht mit dem neu eingeführten Abo-Modell profitabel. Abhilfe könnten nun Akquisitionen von eingeführten Print-Marken sein: Wie Bloomberg, befand sich Medium in Gesprächen zur Übernahme des New York Magazines.

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Die erste Wette ging nicht auf. Knapp zwei Jahre ist es her, dass Medium-Gründer Ev Williams eingestehen musste, dass das werbefinanzierte Business-Modell “kaputt” sei – und er infolgedessen einem Drittel der Belegschaft kündigen musste.

Das Eingeständnis war ein schwerer Rückschlag für eine der coolsten Content-Plattformen des Jahrzehnts, auf der sich viele Hobby-Blogger, Influencer, Marketer, Werber, PRler und andere Inhalte-Produzenten mit (längeren) Beiträgen im Web verbreiteten.

Bereits mit 600 Millionen Dollar bewertet, aber immer noch nicht profitabel

Allein der Gründer hauchte der neuen Plattform eine gehörige Portion Coolness ein: Von niemand Geringerem als dem ehemaligen Twitter-Mitgründer Evan Williams, der 1999 bereits die Plattform Blogger.com gestartet hatte, die in den Nullerjahren von Google übernommen wurde, wird das im August 2012 gegründete Start-up geführt.

Bis heute hat Medium immerhin 130 Millionen Dollar an Wagniskapital eingesammelt und wurde in der letzten Finanzierungsrunde mit schon 600 Millionen Dollar bewertet – deutlich mehr als der Kaufpreis für den Business Insider oder die Huffington Post.

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Allein: Williams hat mit seiner Blogging-Plattform auch im zweiten Anlauf bislang nicht den Heiligen Gral gefunden, wie mit Inhalten im Netz ordentliches Geld zu verdienen ist. Seit 2017 bezahlen Mitglieder, die alle Medium-Inhalte lesen wollen, 5 Dollar/Euro im Monat oder 50 Dollar/Euro im Jahr – doch trotz der 180-Grad-Wendung in Richtung Paid Content verliert Medium weiter Geld, wie Williams vergangenen Monat auf der Internetkonferenz WebSummit eingestehen musste.

Bloomberg: Medium war in Übernahmegesprächen mit dem New York Magazine

Die Folge: Medium sammelt abermals frisches Geld bei Investoren ein, um mit einer neuen Content-Offensive für Leser attraktiver zu werden. “Wir werden unsere Investments in Qualitätsinhalte im nächsten Jahr signifikant steigern”, erklärte Williams gegenüber dem Finanzinformationsdienst.

Die Bemühungen könnten bis zur einer prestigeträchtigen Übernahme eines ikonischen Printtitels reichen. Wie Bloomberg berichtet, habe sich Ev Williams mit dem 1968 gegründeten New York Magazine, das im November ebenfalls ein Paid Content-Modell eingeführt hatte, in Übernahmeverhandlungen befunden, die jedoch wahrscheinlich nicht fortgesetzt würden. Medium könnte aber nach anderen Medienunternehmen greifen, berichtet Bloomberg weiter.

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