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Apples “Netflix für Magazine” soll im Frühjahr starten, aber Verlage sträuben sich noch

Apples News-Dienst soll einen Abobereich für hunderte Zeitschriften und Zeitungen bieten
Apples News-Dienst soll einen Abobereich für hunderte Zeitschriften und Zeitungen bieten

Apples Ambition, ein "Netflix für Zeitschriften" zu bauen, nimmt weiter Gestalt an. Wie Bloomberg berichtet, führt Apple derzeit Gespräche mit US-Verlagen – stößt aber vereinzelt auf Widerstand. Für zehn Dollar im Monat sollen iPhone- und iPad-Nutzer die Inhalte der Zeitungen lesen können. Der Start ist für 2019 angesetzt.

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Die Bemühungen von Apple, Verlagen und ihren Inhalten eine Plattform zu geben, reichen Jahre zurück: Der Techkonzern hatte 2011 den digitalen Zeitungskiosk “Newsstand” eingeführt. Eine App, in der Nutzer des hauseigenen Betriebssystems Zeitschriften und Zeitungen kaufen konnten. Zudem war es möglich, Zeitungsabos darüber abzuschließen. Das Konzept scheiterte, weil es kaum Nutzer fand.

Mit der “News”-App wagt der Konzern nun einen neuen Anlauf. Die in den USA für iOS verfügbare App stellt redaktionell kuratierte Inhalte der wichtigsten Nachrichten-Webseiten zur Verfügung. Rund 90 Millionen aktive Nutzer soll Apple damit weltweit erreichen – eine enorme Reichweite, die vor allem der Tatsache zu verdanken ist, dass die App in Australien, Großbritannien und den USA auf iOS-Geräten vorinstalliert ist.

Nun will Apple das Programm ausbauen: Laut Bloomberg plant der Konzern im Frühjahr 2019 einen Premium-Bereich innerhalb der kostenlosen App. Für rund zehn Dollar im Monat sollen Nutzer Zugriff auf die Inhalte von hunderten US-Zeitungen und Zeitschriften bekommen. Im März kaufte Apple dazu das Magazin-Angebot Texture, das bereits über 200 Digitalmagazine beherbergt – darunter etwa Time, Esquire, Vanity Fair, GQ, The New Yorker, Rolling Stone, Wired, People, Elle und Vogue.

Apples Online-Chef Eddy Cue und die ehemalige Condé Nast-China-Chefin Liz Schimel wollen das Angebot vor dem Relaunch und der Integration in Apple News erweitern. Laut Bloomberg sollen vor allem tagesaktuelle Medien wie das Wall Street Journal und die New York Times im Visier sein und ihre Zeitungen in einem speziell für die News-App gebauten Online-Format anbieten. Während noch vor einiger Zeit gemutmaßt wurde, dass Apple für diese Zeitungen einen zusätzlichen Aufpreis verlangen würde, sei der Konzern von der Idee mittlerweile abgerückt.

Lohnt sich das Modell für Verlage?
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Die Verlage sind von der Idee noch nicht begeistert, berichtet Bloomberg. Bislang bieten die US-Qualitätszeitungen ihre Digital-Abos zwischen 10 und 37 Dollar im Monat an. Würde Apple das Angebot lancieren, gäbe es für die Nutzer kein Anreiz mehr, die Einzelabos der Verlage zu kaufen. Darüber hinaus verlieren sie Kontrolle über die Kundendaten.

Auf der anderen Seite lockt Apple mit der Reichweite von 1,3 Milliarden Nutzern, auf deren Geräten die News-App langfristig installiert sein wird. Das Team um Eddy Cue argumentiert, dass die größere Zahl an Abonnenten die kurzzeitigen Verluste ausgleichen werde. Apple Music, der Musik-Streaming-Dienst des Konzerns, hat derzeit über 50 Millionen zahlende Kunden.

Die Frage ist, ob Apples News-Angebot auch nur annähernd so viele Nutzer locken könnte. Derzeit hat die Texture-App in den USA rund 200.000 Abonnenten. 2015 hat sie 15 Millionen Dollar an die Publisher gezahlt – anteilig an der Zeit, die der Nutzer in den jeweiligen Zeitschriften verbracht hat. Für Apple wäre das ein lohnendes Geschäft. Die Verlage aber müssen aufpassen, sich nicht weiter in die Abhängigkeit der großen Konzerne zu manövrieren.

(rt)

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