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Mitten in iPhone-Schwäche: Warum die Verhaftung von Huaweis Finanzchefin Apple zur Zielscheibe in China macht

Apple Store in China: Die Probleme in zweitgrößten Absatzmarkt des iKonzerns nehmen zu
Apple Store in China: Die Probleme in zweitgrößten Absatzmarkt des iKonzerns nehmen zu © Apple

Apple hat ein China-Problem. Schon länger tut sich der Techpionier aus Cupertino mit seinen iPhone-Absätzen im Reich der Mitte gegen die weitaus günstigere einheimische Konkurrenz schwer – besonders das neue iPhone XR bleibt unter den Verkaufserwartungen zurück. Nun kommt noch politischer Gegenwind für Apple hinzu: Die Verhaftung von Huaweis Finanzchefin Meng Wanzhou dürfte Apple zur politischen Zielscheibe Chinas machen, das am Vorzeigekonzern Corporate Americas Revanche nehmen könnte, wie ein Analyst vermutet.

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Die nächste Hiobsbotschaft kam zu Wochenbeginn. Ein chinesisches Gericht in Fuzhou urteilte im andauernden Patentstreit zwischen Apple und Qualcomm überraschend zugunsten des Chipherstellers, der einen Verkaufsstopp und Importverbot von zahlreichen Apple-Modellen gefordert hatte.

Betroffen sind alle iPhone-Generationen zwischen 2015 und 2017 – also das iPhone 6s und 6s Plus, iPhone 7 und 7 Plus, iPhone 8 und 8 Plus sowie das im vergangenen Jahr vorgestellte erste OLED-iPhone im Randlos-Look, das iPhone X. Apple legte gestern umgehend Berufung gegen das Urteil ein, doch aktuell kann Apple im Reich der Mitte nur die neuen Modelle anbieten – das iPhone XS und XS Max sowie das iPhone XR, die sich allesamt enttäuschend verkaufen.

Verschärft sich der Handelsstreit zwischen China und den USA nach Verhaftung der Huawei-Finanzchefin?

Zusätzlicher Gegenwind droht Apple aus der Politik  durch die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China, der seit Monaten die Kapitalmärkte in Atem hält und die Apple-Aktie durch die Aussicht auf Strafzölle auf das iPhone belastet.

Eine neue Dynamik könnte nun jedoch durch die überraschende Verhaftung von Meng Wanzhou, Finanzchefin des größten chinesischen Smartphonekonzerns Huawei, der Apple nach Stückzahlverkäufen überholt hat, entstehen. Meng Wanzhou, die zugleich stellvertretende Vorstandschefin und Tochter des Konzerngründers Ren Zhengfei ist, drohen wegen Verschwörung zum Betrug von Finanzinstitutionen bis zu 30 Jahre Haft.

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Chinas Regierung forderte vehement die Freilassung der Managerin und warnte Kanada und die USA vor „schwerwiegenden Konsequenzen“ in der Affäre um die in Vancouver inhaftierte Meng. Nach Einschätzung von Wedbush-Analyst Dan Ives könnte sich Peking mit einer politischen Retourkutsche schnell am Vorzeigekonzern Corporate Americas revanchieren – Apple.

“Apple muss sich fühlen, als hätte es eine Zielscheibe auf dem Rücken”

“Die Verhaftung von Huaweis Finanzchefin war das Letzte, was Investoren sehen wollten. Es heizt Vergeltungsmaßnahmen an”, erklärte Ives gegenüber der BBC.  Davon könnte vor allem der Kultkonzern aus Cupertino betroffen sein. “Apple muss sich fühlen, als hätte es eine Zielscheibe auf dem Rücken.”

Selbst ohne direkte politische Intervention könnte Apple durch eine gesteigerte Anti-USA-Stimmung im Zuge des Handelsstreits Verkaufseinbußen hinnehmen. An der Wall Street gab die angeschlagene Apple-Aktie, die in den vergangenen zwei Monaten inzwischen fast 30 Prozent ihres Wertes verloren hat, weiter nach und fiel nach dem Börsenwert auch wieder hinter Amazon auf den dritten Platz zurück.

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