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iPhone-Nachfrage deutlich schwächer: Apple-Aktie stürzt auf 8-Monatstief – schon 300 Milliarden Börsenwert weg

Das iPhone XR: Vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind
Das iPhone XR: Vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind © Apple

Es spitzt sich immer weiter zu für Apple. Zum Ende der vergangenen Handelswoche musste der nicht mehr wertvollste Konzern der Welt weitere, empfindliche Nackenschläge einstecken. Gleich mehrere Banken stuften Apple erneut herab und strichen ihre Absatzprognosen für das iPhone, das im kommenden Jahr nur ein marginales Update erhalten dürfte, weiter zusammen. An der Wall Street geht die Schussfahrt weiter: Für Apple-Aktionäre ist 2018 nun offiziell ein Verlustjahr.

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Wie tief kann Apple noch fallen? Das ist die Frage, die die Wall Street, aber auch Branchenbeobachter in diesen Tagen umtreibt. Der Kultkonzern aus Cupertino befindet sich seit Oktober auf einer wahren Höllenfahrt, die auch in der vergangenen Woche kein Ende finden wollte.

Im Gegenteil: Der kurze Erholungsversuch der Vorwoche wurde in den vergangenen Handelstagen jäh zunichtegemacht: Bei nunmehr 168 Dollar ist Apple auf den tiefsten Stand seit Ende April abgestürzt. Mehr noch: Plötzlich ist Apple im Börsenjahr 2018 sogar im negativen Terrain angekommen.

Minusmann Tim Cook: Mehr als 300 Milliarden Dollar Börsenwert verspielt

Das eigentlich unverspielbare Kursplus von 39 Prozent, durch das Apple Anfang Oktober noch auf einem Allzeithoch von rund 233 Dollar notierte, hat sich seit Jahresbeginn in einen Kursverlust verwandelt. Vom Top ist Apple inzwischen um 28 Prozent abgestürzt und hat dabei in weniger als zehn Wochen den astronomischen Börsenwert von 320 Milliarden Dollar ausradiert (20 Milliarden davon durch Aktienrückkäufe). Plötzlich ist Tim Cook zum Minusmann der Wall Street geworden.

Angesichts der immer neuen Hiobsbotschaften erscheint der freie Fall jedoch fast folgerichtig: Praktisch kein Tag vergeht mehr, an dem Analysten nicht den Daumen beim iKonzern senken. So auch am Freitag, als Morgan Stanley-Analystin Katy Huberty, seit jeher eine der größten Fürsprecherinnen des Techpioniers, wegen Apples Schwäche in China das Kursziel weiter zusammenstrich.

2019er iPhones ohne große Änderungen

Nomura-Analystin Anne Lee äußerte sich am Wochenende ebenfalls skeptisch zu Apples weiteren Zukunftsperspektiven: So rechnet das japanische Geldhaus, das für Apple lediglich ein Kursziel von 185 Dollar bewilligt, im nächsten Jahr nur mit einem marginalen iPhone-Update.

Wie Lee gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Barron’s erklärte, dürften die neuen iPhones im Herbst 2019 genauso aussehen wie die aktuellen Modelle – marginale Aufwertung dürfte es nur unter der Oberfläche geben. Die Folge: Die Absätze dürften weiter fallen – und zwar auf lediglich 204 Millionen Einheiten im Fiskaljahr 2019 (bis Ende September 2019) und gar nur noch 200 Millionen Stück im Fiskaljahr 2020. Nomuras Einschätzung deckt sich mit dem kanadischen Vermögensverwalter Canaccord Genuity, der in den nächsten zwei Jahren ebenfalls sinkende iPhone-Absätze prognostiziert.

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iPhone XR-Verbreitung bleibt hinter iPhone 8-Launch zurück

Weiteres kaltes Wasser auf die aktuelle Absatzlage goss unterdessen das Research-Unternehmen Mixpanel, das analysiert, wie schnell die neuen iPhones Verbreitung finden. Das Ergebnis ist für Apple im höchsten Maße ernüchternd: So hat das iPhone XR, das sich eigentlich zum Bestseller der Saison entwickeln sollte, im Vergleich mit dem Vorjahresmodell iPhone 8 einen denkbar schwachen Start hingelegt.

So brachte es das iPhone XR in den ersten fünf Wochen seit dem Launch lediglich auf eine Verbreitung von 1,5 Prozent unter allen aktuell verwendeten iPhones – das iPhone 8 und 8 Plus brachten es hingegen im Vergleichszeitraum im Vorjahr auf zusammengenommen 3,6 Prozent.

Ältere iPhones weiter beliebt

Das gleiche Missverhältnis ist auch bei den neuen Hochpreismodellen iPhone XS und iPhone XS Max zu besichtigen, die sich nach zwei Monaten mit einer Verbreitung von zusammengenommen fünf Prozent immer noch schlechter verkauften als das iPhone X im Vorjahr, das im gleichen Zeitraum 2017 bereits eine Adoption von sieben Prozent erfahren hatte.

Mehr noch: Trotz der Einführung der neuen  Modelle bleibt die Verbreitung des iPhone X, aber auch iPhone 8 und 8 Plus stabil.  Und noch eklatanter für Apple: Wie Mixpanel herausgefunden hat, bleiben das vor 27 Monaten gelaunchte iPhone 7 und 7 Plus weiter die meistverbreitetsten Modelle. Kunden senden damit eine glasklare Botschaft an den Techpionier aus Cupertino: Sie pfeifen auf die neuen Hochpreismodelle mit Preisen von bis zu 1650 Euro.

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