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“Eine sehr traurige Nachricht”: Condé Nast beendet den Betrieb von wired.de Ende 2018 – und Chef Kerler verlässt das Haus

Wired.de wird eingestellt und dessen noch neuer Chef Wolfgang Kerler geht 2019 schon wieder
Wired.de wird eingestellt und dessen noch neuer Chef Wolfgang Kerler geht 2019 schon wieder

Wired.de beendet Ende 2018 den Redaktionsbetrieb. Dies gaben der Verlag Condé Nast und die Redaktion am Freitagmittag bekannt. In der Pressemitteilung wird eine neue unternehmerische Phase angeführt, in der sich das Medienhaus global vernetzen und künftig auf die "großen, globalen Luxus- & Lifestyle-Medien-Marken" setzen wolle. Bereits im Januar hatte der Verlag die Print-Ausgabe von Wired eingestellt.

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“Unser Verlag hat entschieden, dass Wired.de eingestellt wird und die Aktivitäten in Deutschland auf globale Luxus- und Lifestyle-Medien-Marken fokussiert werden”, heißt es in einem Tweet, den die Redaktion von Wired Deutschland am Freitagnachmittag veröffentlicht hat. Noch vor Weihnachten sei Schluss. In der Pressemitteilung dazu vom zuständigen Verlag Condé Nast wird der Schritt wie folgt begründet:

“Das engagierte und talentierte Team um Redaktionsleiter Wolfgang Kerler hat schon wenige Monate nach der im Frühjahr 2018 initiierten Neuausrichtung gezeigt, dass WIRED.de auch als reine Digitalmarke Potential am deutschen Markt hat. Dennoch fiel diese Entscheidung zugunsten einer stringenteren zentralen strategischen Ausrichtung und unternehmerischen Fokussierung.”

Der Verlag befinde sich in einer “neuen unternehmerischen Phase auf dem Weg zu einem global verknüpften Medienkonzern.” Und kleinere Marken scheinen da keinen Platz mehr zu haben. So heißt es in der Mitteilung weiter, dass sich “die Investitionen von Condé Nast Deutschland vermehrt auf die großen, globalen Luxus- & Lifestyle-Medien-Marken” konzentrieren. Dazu zählen dann wohl Marken wie Glamour, Vogue oder GQ. Der bisherige Redaktionsleiter Wolfgang Kerler wird den Verlag 2019 verlassen, um sich “neuen Herausforderungen zu widmen.” Für die zwei weiteren Redaktionsmitglieder sollen innerhalb des Unternehmens neue Aufgaben gefunden werden.

Anfang des Jahres hatte der Verlag bereits die Printausgabe des Technologie-Magazins Wired eingestellt (MEEDIA berichtete). Schon damals hieß es von Seiten des Verlags: “Im Zuge einer Neuausrichtung der Markenstrategie wird das Profil und redaktionelle Angebot von Wired Germany geschärft.” Im Zuge der Konzentration auf ein Digitalangebot hatte Chefredakteur Nikolaus Röttger das Haus verlassen. Kerler wiederum hatte erst im Sommer bei Wired.de angefangen und war dafür vom BR zu Condé Nast gewechselt.

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Ein für Januar geplantes Themenspecial, verkündete die Redaktion, werde es aufgrund der aktuellen Entwicklungen bereits in den nächsten Tagen geben. Mit dem Titel “WIRED 2029. Ein letzter Blick in die Zukunft” wolle man sich von den Lesern verabschieden, um in guter Erinnerung zu bleiben.

tb

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Alle Kommentare

  1. Ich bin sehr, sehr traurig, denn ich habe wired.de für hoch interessant erhalten. Solche Medien fehlen in Frankreich, und ich war sehr glücklich, die deutsche Sprache beherrschen zu können. Ich finde es schädlich, dass der reiche deutsche Staat keine Strategie auf Beine stellt, um deutschsprachige Medien, in irgendeiner Form zu unterstützen. Darunter litten bisher einige hervorragende Medien, wie zum Beispiel die “Prager Zeitung”, die eine wichtige Rolle spielte, um Mitteleuropa objektiv darzustellen. Jetzt ist es der Fall von wired-de. Die beiden Medien sind vom Inhalt her nicht vergleichbar. Beide boten aber die Möglichkeit an, gegen Vorurteile und Stereotypen zu kämpfen und die empfindlichen Themen unserer Zeit wie z.B. der Kampf gegen die Korruption oder die haüfig dramatischen Konsequenzen der Globalisierung bzw.Digitaliserung zu behandeln.

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