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Printkrise trifft Economist: Vorstandschef Chris Stibbs macht Weg frei für Nachfolger beim britischen Wirtschaftsverlag

Chris Stibbs, CEO der Economist-Gruppe
Chris Stibbs, CEO der Economist-Gruppe

Die britische Economist Group steht vor turbulenten Zeiten. Nach dem Ausscheiden mehrerer Top-Manager - darunter dem Finanzchef Toby Burton - schmeißt nun auch der amtierende CEO, Chris Stibbs, den Job hin. Er will das Unternehmen aber erst verlassen, wenn ein Nachfolger für den Posten des Vorstandsvorsitzenden gefunden wurde.

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Nach dem amerikanischen Zeitschriftenkonzern Condé Nast sucht nun auch der britische Wirtschaftsverlag Economist nach einem neuen Chef. Grund: Economist-CEO, Chris Stibbs, will das Unternehmen verlassen. Dies berichten mehrere Medien, u.a. Digiday. Der Manager wolle aber dem Unternehmen solange die Stange halten bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist, heißt es. Dies könnte sich Medienberichten zufolge bis zu einem Jahr hinziehen. Stibbs ist seit 13 Jahren für die Economist Group tätig. Im Juli 2013 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden berufen.

Damit steuert der 1843 gegründete Wirtschaftsverlag in eine seiner schwersten Krisen. Erst vergangene Woche verließ Chief Technology Officer Michael Brincat das in London ansässige Unternehmen. Zuvor hatte sich im Oktober bereits der Chief Financial Officer, Toby Burton, verabschiedet. Stibbs hat das renommierte Medienhaus in den vergangenen Jahren durch schwierige Zeiten geführt, nachdem die britischen Pearson Group 2015 ihren Anteil veräußerte. Er richtete das Unternehmen stärker auf das Vertriebsgeschäft aus. So steigerte er den Absatz von Digital-Abos, um sich vom rückläufigen Werbegeschäft unabhängiger zu machen. Dennoch steht der Verlag unter massiven Renditedruck. Medienberichten zufolge brach das Betriebsergebnis des Economist 2017 um 13 Prozent ein. Fraglich ist, wie sich der anstehende Brexit langfristig auf die Aktivitäten der Gruppe auswirkt.

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Der Rückzug von Stibbs ist ein weiterer Paukenschlag im internationalen Mediengeschäft. Erst gestern hatte das Zeitschriftenhaus Condé Nast (Vogue, Architectural Digest, Glamour) gemeldet, dass der Verlag ebenfalls einen neuen Konzernchef sucht. Grund hierfür ist, dass das Magazinhaus sein bislang getrennt geführtes US-Geschäft sowie die unter Condé Nast International (CNI) geführten sonstigen globalen Aktivitäten unter ein gemeinsames Dach führen will. Im Zuge der Restrukturierung wird US-Chef Bob Sauerberg das Unternehmen verlassen. Auch Jonathan Newhouse, der bislang CNI leitet, will seinen Posten aufgeben und zieht sich in den Aufsichtsrat zurück. Wolfgang Blau, Präsident von CNI, will hingegen an seinem Posten festhalten. „Ich werde nicht nach New York ziehen und mich nicht für die Rolle des globalen CEO bewerben. Ich bin glücklich mit dem, was ich hier mache, und bin dankbar für die Gelegenheit, unser globales Wachstum und den zukünftigen globalen CEO von hier aus in London zu unterstützen“, erklärte der ehemalige Zeit-Online-Chef auf Twitter.

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