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Schwächelnde Quoten und “unvermeidbare Sparzwänge”: Die ARD stellt 2020 die “Lindenstraße” ein

Ein Foto der Familie Beimer aus der Anfangszeit der “Lindenstraße”
Ein Foto der Familie Beimer aus der Anfangszeit der "Lindenstraße"

Auch wenn die Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren immer weiter geschrumpft sind, kommt diese Meldung dennoch überraschend: Die ARD stellt die im Dezember 1985 gestartete Serie "Lindenstraße" ein. Im März 2020 - nach über 34 Jahren - wird die letzte Folge laufen, der Vertrag mit der Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion wird nicht verlängert.

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Die ARD verkündete die für die verbliebenen Fans der Serie bittere Nachricht am Freitag um 12 Uhr mittags per Pressemitteilung. “Diese Entscheidung hat sich die Fernsehprogrammkonferenz der ARD nicht leicht gemacht” wird ARD-Programmdirektor Volker Herres darin zitiert. Und weiter: “Wir müssen nüchtern und mit Bedauern feststellen: Das Zuschauerinteresse und unsere unvermeidbaren Sparzwänge sind nicht vereinbar mit den Produktionskosten für eine solch hochwertige Serie.”

Jörg Schönenborn, Fernsehdirektor des WDR ergänzt: “So sehr der Abschied auch schmerzt, können doch alle Beteiligten sehr stolz sein, denn sie haben mit der ‘Lindenstraße’ geschafft, was keiner anderen deutschen Serie gelungen ist: über Generationen hinweg mitten aus dem Alltag der Menschen heraus große gesellschaftliche und politische Themen abzubilden.”

 

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Die “Lindenstraße” ging am 8. Dezember 1985 an den Start, Mitte Dezember läuft die inzwischen 1.700 Episode. Über Jahrzehnte hinweg hat sich die Serie immer wieder aktuellen gesellschaftlichen Themen gewidmet und ist damit eine im besten Sinne öffentlich-rechtliche Soap, die sich von so mancher Privat-TV-Serie abgesetzt hat. Dennoch schrumpften die Zuschauerzahlen in all den Jahrzehnten spürbar.

1987 und 1988 lag die durchschnittliche Zuschauerzahl der Serie noch bei über 10 Mio. Einzelne Folgen erreichten sogar mehr als 14 Mio. Leute. Eine für heutige Verhältnisse völlig undenkbare Zahl. Doch diese Quoten waren nicht zu halten. Mit dem größer werdenden Erfolg der Privatsender schrumpften die Zuschauerzahlen der Öffentlich-Rechtlichen – auch die der “Lindenstraße”: 1992 lag der Jahres-Durchschnitt erstmals unter 8 Mio., 1995 unter 7 Mio., 1999 unter 6 Mio., 2000 direkt unter 5 Mio., 2006 unter 4 Mio., 2012 unter 3 Mio. Zuletzt hatte die Serie sogar des Öfteren Probleme, überhaupt noch 2 Mio. Zuschauer zu erreichen. Nur vier der 2018 bisher im Ersten ausgestrahlten 35 Folgen erreichten einen Marktanteil von mehr als 10% im Gesamtpublikum. Für eine solch teure Produktion viel zu wenig.

Alles hat seine Zeit, die der “Lindenstraße” war besonders lang, geht aber nun zu Ende. Im März 2020 ist Schluss – mit einem “fulminanten Finale”, so Volker Herres.

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