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Spiegel fällt mit “Revolution” auf drittniedrigsten Kiosk-Verkauf aller Zeiten, Focus erneut unter 50.000

Nur der stern erzielte gegenüber der Vorwoche mit “Wege aus dem Stress” ein Mini-Plus im Einzelverkauf, für Spiegel und Focus ging es abwärts
Nur der stern erzielte gegenüber der Vorwoche mit "Wege aus dem Stress" ein Mini-Plus im Einzelverkauf, für Spiegel und Focus ging es abwärts

Mit der Verkaufswoche 42/2018 können die Macher der drei großen aktuellen Wochenmagazine nicht zufrieden sein. Die ab 11. bzw. 13. Oktober ausliegenden Hefte von stern, Spiegel und Focus unterschritten allesamt das Durchschnittsniveau. Besonders alarmierend scheint die Lage beim Focus, der zum vierten Mal in Folge im Einzelverkauf bei Supermärkten, Kiosken & Co. unter 50.000 Exemplaren blieb.

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Der Spiegel setzte auf eine zeitgeschichtliche Titelstory und zielte damit auf jene Stammleser, die solche von der Wochenaktualität unabhängigen Themen durchaus schätzen, wie der Blick ins Titelarchiv des Nachrichtenmagazin zeigt. Was manchem in der Redaktion womöglich vorab als sichere Bank erschien, floppte mit “Revolution” am Kiosk deutlich. Vielleicht lag’s an der etwas kryptischen Cover-Aussage “1848 – 1918 -1968 – 1989: Warum die Deutschen so oft scheitern”, möglicherweise auch daran, dass die Spiegel-Zielgruppe das aktuelle Politgeschehen relevanter gefunden hätte – über die Ursachen lässt sich nur spekulieren.

Die ernüchternden Zahlen hingegen sind für die Spiegel-Macher Fakt: Mit einem Einzelverkauf von insgesamt lediglich 164.126 Heften erzielte die Ausgabe 42 den drittschwächsten Wert der Historie und blieb mehr als 17.000 verkaufte Exemplare unter der Vorwoche (181.335). Zum Vergleich: Der 12-Monats-Durchschnitt liegt bei 183.600 verkauften Heften, der 3-Monats-Durchschnitt bei 191.100. Der Gesamtverkauf inklusive Abos, Lesezirkeln, Bordexemplaren und sonstigen Verkäufen 710.173, davon 81.866 ePaper und Spiegel-Plus-Kunden.

Beim stern ging es mit dem Titelthema “Wege aus dem Stress” plus Teaser “Bruchpilot Söder” im Einzelverkauf immerhin gegenüber der Vorwoche ein bisschen aufwärts. Die 137.819 abgesetzten EV-Exemplare bedeuteten ein Plus von gut 2.000 Heften gegenüber Woche 41 (135.529). Auch hier der Vergleich zu den aktuellen Mittelwerten: Im 12-Monats-Durchschnitt liegt der stern bei 147.700 verkauften Heften, im 3-Monats-Durchschnitt bei 147.800. Der Gesamtverkauf beträgt 513.878, inklusive 23.007 ePaper.

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Der Focus hatte sich nach den für ihn besonders schwachen Verkäufen der Vorwochen, bei denen man drei Mal hintereinander unter der Schwelle von 50.000 EV-Heften blieb, für die Ausgabe 42 offensichtlich viel vorgenommen. Mit einem schrillen Titelmotiv zweier bunter Vögel (Künstler Friedrich Liechtenstein sowie ein Ara-Großpapagei) und der Headline “Die beste Zeit – 70 ist das neue 50” war das Cover ganz auf eine nach wie vor sehr printaffine Leserschaft zugeschnitten. Nützte aber nichts: Im Einzelverkauf kam das Burda-Magazin nicht über 45.878 verkaufte Exemplare hinaus, noch weniger als in der Vorwoche (46.091). Damit lag auch Ausgabe 42 deutlich unter dem 12-Monats-Durchschnitt von 64.300 sowie dem 3-Monats-Durchschnitt von 55.900. Auch hier ein Blick auf den Gesamtverkauf – dieser lag bei 403.236 Heften, davon 41.577 ePaper.

(ga)

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Alle Kommentare

  1. Die Käuferschicht “Gutmenschen” und SPD-Mitglieder wird wohl langsam kleiner und somit auch die Nachfrage nach ideologischen Meinungen, in der die Wahrheit und Realität nur noch homeopathiesch aufbereitet publiziert wird.

  2. Den “Stress”-Titel des Stern habe ich leider gekauft. Die Stress-Geschichte enthielt nichts, was lesenswert war. Andere haben das wohl geahnt und erst gar nicht gekauft.

  3. Spiegel geht am 10. Oktober mit einer Frauen-Sonderausgabe an den Kiosk. Das #frauenland-Heft erscheint mit 540.000 Auflage und 132 Seiten zum gewohnten Copypreis von 5,10 Euro.

    Alles klar !?

    1. Nein, ist nicht einleuchtend.
      Der Spiegel heißt ab nun “Die Spiegelin”?

      Wenn Sie mich fragen, mir wäre eine männliche Moral der Gerechtigkeit, also der Fairness zehnmal lieber als eine weibliche Moral der Fürsorge für sich selbst, Opferhaltung und des Egoismus.

      1. @Gangsterwally

        Wie die Expertinnen bei Meedia haben sie nicht verstanden was passiert ist.

        Am 10. und am 13. Oktober sind zwei Spiegel in den Handel gekommen die vom Copypreis und vom Branding identisch waren.

        Mindestens 15.000 Spiegel Leser haben schlicht den falschen Spiegel zur Kasse gebracht.

  4. Es geht weiter abwärts mit den Auflagen – ab jetzt aber rasant! Genau das wollten die Verlage mit ihrem Meldeboykott der Einzelheftauflagen vertuschen. Jetzt machen sie den Rückzieher wie in der Politik, die sie immer kritisieren. Es hilft nur nichts. Wer am Leser vorbei schreibt, leert seine ABO-Kartei und verschreckt die Kunden am Kiosk.

  5. Tja, der Spiegel – das war einmal eine seriöse Zeitung. Aber das ist Jahrzehnte vorbei. Focus? Eines der Blätter, die so ziemlich jeden Mist drucken. Und der Stern auch. Ein Verlust wären die alle drei nicht.

  6. Es sind eben Durchblätter-Blätter geworden. Im Spiegel fand man seit geraumer Zeit keine, oder höchstens ein oder zwei, interessante Stories mehr. Dafür sind 5 € einfach zu teuer. Stern & Focus haben schon lange das gleiche Niveau wie die Bunte. Unlesbar.

    1. Genau so ist es! Stern-Ex-Chefredakteur Michael Jürgs hat einmal gesagt, dass früher Fotos und Texte im Stern einmalig waren. Lange ist es her.

    2. @ Otto Wells • Der Spiegel druckte gerade erst eine umfangreiche Enthüllungsgeschichte, die u.a. Hoeness, Infantino, ManCity und PSG in Erklärungsnöte brachte. Gar nicht mitbekommen? Oder nicht “interessant”?

  7. Schrieb nicht meedia.de am 23.02.2018

    Eindruck einer Satire-Session”: Focus Online bemüht sich jetzt um konstruktiven Journalismus

    ?

    1. Konstruktiv ist nützlich, und was nicht ausdrücklich schadet, kann man doch immer für irgendwas brauchen. Also, für irgendwas wird’s schon gut sein, dieses konstruktive Journalismus.

  8. 1. Ich freu mich
    2. bin gespannt wie lange es noch dauert, bis diese Nanny-Medien mit Steuergeldern gestützt werden (also nicht mehr zaghaft verschleiert hintenrum, sondern frontal). Ich sehe schon sowas wie eine Print-GEZ am Horizont. Gerne auch europäisch natürlich.
    3. Unterstützung der freien Medien ist notwendiger denn je, wenn wir nicht irgendwann nordkoreanische Informationskultur haben wollen.

  9. Wer liest “Spiegel”, “Stern” und “Focus”?…Na? Richtig! Alte, weisse Männer und alte, weisse Frauen. Und die werden ab 2025 bis 20xx dramatisch(!) weniger werden. Wartet mal das grosse Sterben der Printmedien ab, wenn die “Babyboomer_gehen_in_Rente”-Welle erst so richtig heran rollt.

  10. Spiegel ist USA-gesteuert. Schaut nach, wo die Verantwortlichen studiert haben oder wo ihr Hirn gewaschen wurde, dann werdet ihr das K-Blatt nicht mehr kaufen

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