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Großumbau im Zeitungsgeschäft: DuMont-Chef Bauer macht Regionalmedien zur Chefsache

DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer baut um
DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer baut um

DuMont-CEO Christoph Bauer plant angesichts des hart umkämpften Branchenumfelds eine groß angelegte Neuausrichtung seiner Regionalmedien. Ab 2019 wird der Unternehmenszweig von einem neuen Führungsquartett geleitet. Mit der neuen Struktur macht Bauer das schwierige Zeitungsgeschäft mit Mopo, Berliner Zeitung & Co. wohl zur Chefsache.

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Der Führung gehören neben Bauer Finanzchef Stefan Hütwohl, DuMont-Rheinland-Chef Philipp Froben und Thilo Schelsky an, der Geschäftsführer der Mitteldeutschen Zeitungsgruppe Halle ist. Ziel des Führungsumbaus sei es, die „Strategie von DuMont voranzutreiben und gleichzeitig in den regionalen Märkten weitere Entwicklungschancen und Möglichkeiten der Diversifikation zu nutzen“. Damit wolle Vorstandschef Christoph Bauer „die Zusammenarbeit zwischen den Medienhäusern“ ausbauen, „strategische Allianzen“ bilden sowie Akquisitionen vorantreiben. Dies geht aus einem Schreiben hervor, dass DuMont gestern an die Belegschaft verteilt hat. Darin erklärt Verlagschef Bauer weiter: „Mit dieser Anpassung unserer Organisation schaffen wir wichtige Rahmenbedingungen, um das Geschäftsfeld Regionalmedien mit hohem Tempo weiterzuentwickeln“.

Zu den Regionalmedien gehören neben der Hamburger Morgenpost und der Berliner Zeitung, der Kölner Stadtanzeiger, Express und die Mitteldeutsche Zeitung. Doch die Zeitungen leiden angesichts des hart umkämpften Geschäfts mit Printprodukten unter rückläufigen Auflagen. Aufgrund des wachsenden Kostendrucks war DuMont mit dem Konkurrenten Madsack aus Hannover erst vor Kurzem eine strategische Partnerschaft eingegangen, um eine gemeinsame Redaktion für Politik und Wirtschaft in Berlin aufzubauen. Dies sehen Branchenkenner als Schritt für eine weitergehende Zusammenarbeit mit Madsack, um möglicherweise ein bundesweites Netz an Regionalmedien im größeren Rahmen aufzubauen.

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Die jetzt bei DuMont verabschiedete neue Führungsstruktur ist Teil von Bauer ausgerufenen Strategie „Perspektive Wachstum“. Sie sieht den Aufbau von drei Säulen vor: Regionalmedien, Business Information und Marketing Technology. Konkret hat die neue Führungsstruktur bei den Regionalmedien erhebliche Auswirkungen auf die einzelnen Standorte. Wie MEEDIA bereits gestern berichtete, übernimmt DuMont-Rheinland-Chef Froben zusätzlich zu seinen Aufgaben die Verantwortung für die Hamburger Morgenpost, Tilo Schelsky, Geschäftsführer der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung, beim Berliner Verlag. Mopo-Geschäftsführerin Susan Molzow und Berliner Verlagschef Jens Nauerauf „bleiben operativ verantwortlich am jeweiligen Standort“ – sprich: damit entzieht ihnen Bauer die strategische Verantwortung für ihre Gesellschaften.

Doch noch mehr. Die Organisationen im Rheinland und in Halle werden im Zuge des Umbaus ebenfalls neu ausgerichtet, um Froben und Schlesky an den Standorten zu entlasten. So werden Karsten Hundhausen, Gesamtleiter Media Sales bei DuMont Rheinland, und Carsten Groß, Leiter des Lesermarktes/E-Commerce, zum 1. Januar in die Geschäftsführungen der Tageszeitungen im Rheinland berufen. Zudem werde Lars Preuß zum Chief Operating Officer (COO) der Mitteldeutschen Zeitung ernannt. Ferner werde der Bereich Logistik für den Geschäftsbereich Regionalmedien zentralisiert. Wo die Aktivitäten zusammengezogen werden, geht aus der internen Mitteilung allerdings nicht hervor. Geleitet werde die Logistik künftig von Lars Preuß. Der Manager hatte bereits das Geschäftsfeld Logistik in Halle ausgebaut.

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