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Die “Babylon Berlin”-Bilanz: Mediatheken-Erfolge können Zuschauer-Verluste im TV nicht kompensieren

Volker Bruch in “Babylon Berlin”
Volker Bruch in "Babylon Berlin"

Die erste "Babylon Berlin"-Staffel war ein Erfolg, die zweite am Donnerstag zu Ende gegangene nicht mehr so ganz. Im Vergleich zur Premiere Ende September verlor die ARD-Serie mehr als die Hälfte ihrer Zuschauer. In der Mediathek verzeichnet die ARD zwar Rekordabrufzahlen für "Babylon Berlin", doch das Minus des linearen Fernsehens kann dieser Erfolg nicht kompensieren.

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3,62 Mio. und 3,66 Mio. Leute waren am Donnerstag noch übrig. So viele schauten die beiden vorerst letzten Folgen der aufwändigen Serie “Babylon Berlin” im Ersten. Am 30. September lag der Durchschnitt der ersten drei Folgen noch bei 7,88 Mio. Verglichen mit diesem Premieren-Wert ging also mehr als die Hälfte des “Babylon Berlin”-Publikums im Verlauf der beiden Staffeln verloren. Der Marktanteil, der Ende September noch bei 24,4% lag, schrumpfte bis zum Finale der zweiten Staffel auf rund 12%.

Ähnlich sah es im jungen Publikum für die Serie aus: 2,27 Mio. 14- bis 49-Jährige und 21,0% waren bei der Premiere ein herausragender Erfolg, 740.000 und 780.000, sowie 7,8% am Ende dann nicht mehr. Im jungen Publikum verlor die Serie damit nicht nur mehr als die Hälfte ihrer Zuschauer, sondern sogar zwei Drittel.

Der eine oder andere mag angesichts dieser Zuschauer-Entwicklung anmerken, dass die Serie ja in der Mediathek der ARD ein großer Erfolg war, offenbar also viele Menschen nicht auf die Ausstrahlung im linearen Fernsehen gewartet haben. Das stimmt auch. Aber nur zum Teil. Von mehr als 10 Millionen Abrufen spricht die ARD hier selbst in einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung. Doch rechnet man die 10 Millionen auf 16 Folgen um, so bleiben 625.000 pro Folge. Und das sind ja längst noch nicht tatsächliche Zuschauer. Es ist ja nicht gesagt, dass jeder Abruf dazu führte, dass die Folge auch komplett zu Ende geschaut wurde. Ein Zuschauer-Minus von 4,2 Mio. zwischen dem 30. September und dem 8. November kann damit nicht erklärt werden.

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Auch wenn ARD-Programmdirektor Volker Herres sich mit den Worten “Ein außergewöhnlicher Erfolg für eine außergewöhnliche Serie” zitieren lässt, wird auch er sich mehr versprochen haben. “14,53 Millionen Zuschauer sahen mindestens eine Folge der Erfolgsserie im Ersten”, rechnet die ARD vor. Doch davon fanden eben nur 3,66 Mio. die Serie auch so spannend, dass sie das Finale schauten. Oder vielleicht 4 Mio., wenn man Mediatheken-Seher dazu rechnet. Für einen “außergewöhnlichen Erfolg” eigentlich zu wenig. Zumal für eine solch aufwändige Produktion. Doch die ARD muss eben auch nicht mit jedem ihrer Programme möglichst viele Leute erreichen. Sie muss sich auch qualitativ hochwertige Produktionen leisten können, die nur ein bestimmtes Publikum erreichen. Vielleicht sollte sie sie dann aber eben nicht als “außergewöhnlichen Erfolg” feiern.

Eine dritte Staffel von “Babylon Berlin” ist schon beauftragt worden. Selbst wenn dort dann weitere Zuschauer verloren gehen, ist die Entscheidung für eine solch aufwändige Produktion mit komplexem Stoff richtig. Wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen Netflix, Amazon & Co. im Jahr 2018 etwas entgegen setzten will, dann sind es genau solche Produktionen.

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