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Was Personaler im Bewerbungsgespräch am meisten beeindruckt

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Es ist wohl eine der Hürden, bei denen sich die Nervosität niemals ganz abschalten lässt: das Job-Interview. Was anziehen, wie verhalten – und vor allem: Was auf die teils kniffligen Fragen antworten? Eine neue Studie macht jetzt klar: Wer Personaler im Bewerbungsgespräch beeindrucken will, sollte betonen, wie sehr ihm die Tätigkeit am Herzen liegt.

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Von Daniel Rettig, WirtschaftsWoche

„Wo sehen Sie sich in zehn Jahren? Warum wollen Sie hier arbeiten? Was sind Ihre Stärken – und wie sieht es mit Ihren Schwächen aus?“

Solche Fragen sind in Bewerbungsgesprächen immer noch ein Klassiker – und wie sich der Anwärter dort schlägt, entscheidet über sein Wohl und Wehe. Das Personaldienstleistungsunternehmen Robert Half wollte im Jahr 2016 von Managern wissen, welche Kriterien bei einer Einstellung die größte Rolle spielen, auf einer Skala von eins (wichtig) bis sechs (egal). Der Eindruck des Bewerbers im Vorstellungsgespräch landete mit einer Note von 2,38 auf dem ersten Platz.

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Aber wie genau hinterlässt man einen guten Eindruck? Sollte man verdeutlichen, wie ehrgeizig man ist, welche hohen Ziele man hat, wo man beruflich hinwill? Oder sollte man dem Personaler eher klar machen, warum genau man diese Tätigkeit so sehr schätzt und warum man daher genau richtig für den Posten ist?

Das fragten sich auch die beiden Managementforscherinnen Kaitlin Woolley (Johnson Graduate School of Management) und Ayelet Fishbach(Booth School of Business). Und in ihrer neuen Studie, die kürzlich im Fachjournal „Organizational Behavior and Human Decision Processes“ erschienen ist, entdeckten sie die Antworten.

Für insgesamt fünf Experimente gewannen sie insgesamt 1428 Angestellte und MBA-Studenten und teilten sie jeweils in mehrere Gruppen. In einem Versuch wollten die Wissenschaftlerinnen wissen, welche Arten von Aussagen sie in Bewerbungsgesprächen am sinnvollsten fanden – jene, die eher die extrinsische Motivation betonten? Oder jene, die eher den intrinsischen Antrieb hervorhoben. In einem anderen Versuch sollten sagen, was sie selbst am liebsten von Bewerbern hören würden – oder sich in einem simulierten Interview für eine Aussage entscheiden.
Und dabei entdeckten die Forscherinnen einen interessanten Gegensatz. In allen Versuchen unterschätzten die Testpersonen die Macht der Eigenmotivation. Anders formuliert: Die Gruppe der Bewerber ging fälschlicherweise davon aus, dass Aussagen wie „Ich habe hohe Ziele“, „Ich messe mich gerne mit anderen“ oder „Ich will Karriere machen“ bei den Personalern am besten ankommen.

Weit gefehlt.

Denn tatsächlich schätzte die Gruppe der Personaler jene Bewerber am meisten, die in den Jobinterviews ihre Eigenmotivation betonten – durch Aussagen wie „Ich arbeite einfach gerne“ oder „Ich sehe darin einen Sinn“.

Woolley und Fishbach vermuten, dass es vielen Menschen am Bewusstsein für intrinsische Motivation mangelt. Oder anders formuliert: Sie können sich nicht vorstellen, dass es andere beeindruckt, wenn sie ihnen die Bedeutung einer Tätigkeit für ihr Selbstbild verdeutlichen.

Daher raten die beiden Wissenschaftlerinnen allen Bewerbern, sich vor einem Jobinterview in die Rolle des Personalverantwortlichen hineinzuversetzen – und im Gespräch zu betonen, wie sehr ihnen die jeweilige Tätigkeit am Herzen liegt.

Dieser Artikel erschien zuerst bei WiWo.de

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