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“Meiberger – Im Kopf des Täters”: die MEEDIA-Kritik zur ersten Krimiserie von Servus TV

Ulrike C. Tscharre und Fritz Karl in “Meiberger – Im Kopf des Täters”
Ulrike C. Tscharre und Fritz Karl in "Meiberger - Im Kopf des Täters"

Mit "Meiberger - Im Kopf des Täters" startet in dieser Woche die erste eigenproduzierte Krimiserie von Servus TV. Die Besetzung mit bekannten Schauspielern wie Fritz Karl, Ulrike C. Tscharre und Otto Schenk zeigt, dass der kleine Sender mit der Serie in der ersten TV-Liga mitspielen will. MEEDIA hat sich die erste Folge angeschaut und sagt, ob "Meiberger" auch qualitativ in der ersten Liga mitspielt.

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So richtig vom Fleck kam Servus TV in Deutschland bisher noch nicht. Der Marktanteils-Durchschnitt stagniert seit ein bis zwei Jahren bei 0,3%. In Österreich liegt Servus TV inzwischen zwar bei 2,5% (Oktober), doch auch dort gehört der Sender damit nicht zur Top Ten – neben den beiden ORF-Sendern, ATV und Plus 4 liegen auch noch sechs deutsche Sender vor Servus TV – vom ZDF bis Vox.

“Meiberger – Im Kopf des Täters” soll dem Sender nun Quoten bescheren, die klar über diesem Normalniveau liegen. Einen anderen Anspruch kann man angesichts einer solchen Eigenproduktion jedenfalls nicht haben. Die erste Serie ist “Meiberger” für Servus TV nicht: 2017 lief dort schon “Trakehnerblut”, das in Deutschland später als “Gestüt Hochstetten” im Ersten zu sehen war. Doch mit der zweiten eigenproduzierten Serie “Meiberger” stößt der Sender nun in das Lieblings-Genre der Deutschen vor: die Krimis.

Fritz Karl, der 2012 mit dem österreichischen TV-Preis Romy ausgezeichnet wurde und der im Frühjahr auch die Hauptrolle in der ARD-Serien-Premiere “Falk” spielte, mimt die Hauptfigur der Servus-TV-Serie, den Gerichtspsychologen Thomas Meiberger. Der hilft Staatsanwaltschaft und Polizei bei der Aufklärung von Verbrechen, bei denen psychologische Dinge eine Rolle spielen. In der ersten Folge geht es beispielsweise um eine Frau, die schlafwandelnd ihren Mann mit einem Messer schwer verletzt haben soll.

Neben Meiberger gibt es noch die Haupt-Charaktere der Heavy Metal hörenden Staatsanwältin Barbara Simma (Ulrike C. Tscharre) und des Kripo-Chefs Nepo Wallner (Cornelius Obonya). In einer Nebenrolle als Meibergers Vater ist zudem auch noch die österreichische Schauspiel- und Kabarett-Legende Otto Schenk zu sehen.

Was direkt auffällt beim Schauen von “Meiberger” sind die Bilder aus der Region, in der die Serie spielt: der Alpenraum am Wolfgangsee, sowie Salzburg und Umgebung. Die Heimat von Servus TV also – passend. Die Produktionsqualität entspricht dabei den Standards deutlich größerer Sender, “Meiberger” könnte ebenso gut um 20.15 Uhr im Ersten oder im ZDF gezeigt werden. Genau da liegt vielleicht auch das Problem von “Meiberger”: Die Serie müht sich zwar, mit ihren Charakteren einen Psycho-Krimi mit leichtem österreichischem Humor zu verknüpfen, doch insgesamt wirkt “Meiberger” zu brav, zu öffentlich-rechtlich, um wirklich innovativ oder neu zu sein.

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Das liegt gar nicht an den Schauspielern, die ihre Sache weitgehend gut machen – eine Ausnahme ist vielleicht der überdreht schlichte Charakter des Polizei-Assistenten – doch die Story reißt den Zuschauer ganz einfach nicht vom Hocker. Ein Gewaltverbrechen einer Schlafwandlerin klingt zwar kreativ, doch der Krimi-erfahrene Zuschauer weiß von Beginn an, dass es so wohl nicht gewesen ist. Spätestens dann als die Affäre des Ehemannes ans Tageslicht kommt. Überraschend ist die Auflösung dann jedenfalls nicht.

Zudem will “Meiberger” zu viel auf einmal: die Krimi-Story rückt immer wieder in den Hintergrund, weil auch die zerbrochene Familie von Meiberger eine Rolle spielen soll, die Kabbeleien mit Staatsanwältin und Kommissar – und am Ende der ersten Folge taucht dann auch noch eine neue Love Interest für Meiberger auf, deren Rolle sicher ab Episode 2 auch noch ausgebaut wird. Zu viel für 45 Minuten.

Unter dem Strich ist “Meiberger” nicht schlecht, aber eben auch nicht so gut, dass es ein Muss ist, die Serie zu verfolgen. Krimifreunde, insbesondere mit Hang zu schönen Alpen-Bildern, können aber einen Blick riskieren.

Zu sehen ist “Meiberger” ab Dienstag (6. November) wöchentlich um 20.15 Uhr im österreichischen Servus TV, sowie beim deutschen Ableger des Senders ab Freitag, den 9. November, ebenfalls um 20.15 Uhr. Ausgerechnet gegen die ZDF-Krimi-Hits also.

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